09.03.2013

Anbau dringend notwendig

Im Ortschaftsrat Bodersweier wurde deutlich, dass der Kindergarten aus allen Nähten platzt
Bis zum 31. August 2015 sind in Bodersweier alle zehn Krippen- und 57 Kita-Plätze durchgängig belegt.
»Wir müssen draußen bleiben«, heißt es bald im Kindergarten Bodersweier. Selbst die kürzlich bewilligten zusätzlichen zehn Plätze reichen nicht aus, um den Bedarf zu decken. Ohne einen Anbau ist die starke Nachfrage nicht zu bewältigen, wie dem Ortschaftsrat deutlich gemacht wurde.

Kehl-Bodersweier. Betretene Gesichter gab es in der Ortschaftsratssitzung am Donnerstag, als die Leiterin des Bodersweierer Kindergartens, Martina Zaum-Hoffmann, die aktuellen Zahlen der Kindergartenbedarfsplanung präsentierte. Daraus geht hervor, dass die Einrichtung aus allen Nähten platzt – trotz der im Januar zusätzlich eingerichteten Kleingruppe mit zehn Plätzen.
Noch düsterer sieht es im kommenden Kindergartenjahr aus: Schon heute ist klar, dass sechs Kinder aus dem Ort keinen Platz in der Einrichtung bekommen werden, darunter zwei Kleinkinder unter zwei Jahren, die rein rechnerisch je zwei Plätze beanspruchen. Das sind acht fehlende Plätze. Und in den Folgejahren setzt sich der Trend fort. Selbst für 2015/16 sind schon 55 der 57 Plätze in den altersgemischten Gruppen (2-6 Jahre) vergeben. Auch für die Kinderkrippe kann Martina Zaum-Hoffmann für die kommenden eineinhalb Jahre keine Anmeldungen mehr entgegennehmen. Bis zum 31. August 2015 sind sowohl alle zehn Krippenplätze als auch die 57 Kita-Plätze durchgängig belegt.
Da sind Kinder, die noch gar nicht geboren sind oder die durch den Ausbau des Wohngebiets Rußacker nach Bodersweier kommen werden, noch gar nicht eingerechnet. »Wir brauchen unbedingt einen Anbau«, so Martina Zaum-Hoffmann. »Und zwar für die Erweiterung der Krippe und für eine zusätzliche altersgemischte Gruppe – schließlich brauchen die Krippenkinder im Anschluss einen Platz in der Regelgruppe.«
Enge Verhältnisse
Schon jetzt gehe es in der Einrichtung beengt zu. Die neu genehmigte Kleingruppe habe keinen eigenen Raum, sondern werde auf die beiden bestehenden Gruppen aufgeteilt, um weiterhin alle Spiel- und Bildungsangebote anbieten zu können. Zwar sei die Einrichtung beim Bau für vier Gruppen ausgelegt gewesen, doch der vierte Raum werde mittlerweile als Turnraum, für das Französisch-Angebot und die Kooperation mit der Musikschule genutzt – Angebote, die dann wegfallen müssten.
Grund für den jetzt erkannten Mangel sei ein vor einigen Jahren erstelltes Gutachten, das in Sachen Kita-Ausbau keinen Handlungsbedarf gesehen hat. Ortschaftsrat Andreas Hopp zeigte sich verärgert: »30 Prozent aller Kehler Kindergärten haben wegen diesem Gutachten jetzt Engpässe. Wie soll man denn da planen, wenn man sich auf solche Prognosen verlässt?« Für Bodersweier hatte das Papier erst stabile, dann fallende Anmeldezahlen prognostiziert – trotz des Neubaugebiets, das damals in Planung war. Darüber erregte sich auch Ralf Dietrich: »Wir bieten den Leuten Bauplätze an, aber keine gute Infrastruktur. Der Haushalt ist gerade verabschiedet worden, da geht erst mal nichts mehr.«
Die Räte waren sich einig, dass etwas geschehen muss. So wollen der Träger der Einrichtung, die evangelische Kirche, und die Ortschaft erneut das Gespräch mit der Stadt suchen. Auch über vorübergehende Alternativen wurde nachgedacht, zum Beispiel über Container, die im Garten aufgestellt werden könnten. Eine Lösung, die zum Dauerzustand werden könnte, gab Ralf Dietrich zu bedenken.

Nina Saam

>>> TopVideo <<<

Ortenau in 100 Sekunden - 24.5.2013

Storch.TV Willstätt

Storch.TV Offenburg

Polizeiradar
Sonderbeilage: Hannover Messe

Umfrage: Promillegrenze
Bienvenue

Anzeige
Feedback