Wolfach. Vor einem halben Jahrhundert hat er seine Meisterprüfung abgelegt – und ist immer noch jeden Tag in seiner Wolfacher Metzgerei tätig: Siegfried Gorenflo. Die Handwerkskammer Freiburg verlieh ihm jüngst in Offenburg den diamantenen Meisterbrief.
Wohl haben seine Söhne Martin und Michael ab 1997 die Geschäftsführung übernommen, aber zusammen mit seiner Frau Renate ist Siegfried Gorenflo immer noch die gute Seele des Betriebs. »Nur privatisieren und spazierenlaufen ist nicht so unser Ding«, sagt der Jubilar entschieden. So fertigt er etwa die Rollbraten, Pasteten, Rouladen und die gefüllten Kalbsbrüste. »Da kommt meine kreative Ader zum Vorschein«, lacht er. Gorenflo sieht den Betrieb als sein Hobby – neben dem Singen im »Liederkranz«; er war dort sogar etliche Jahre Vizedirigent.
Lehrjahre in Sulz
Siegfried Gorenflo, Jahrgang 1938, stammt aus Schenkenzell. Seine Mutter kam aus einer Metzgerei und so hat er sich schon von klein auf für dieses Handwerk interessiert. 1953 begann er eine Lehre bei einem Metzgermeister in Sulz am Neckar. Über Köln kam der Metzgergeselle nach Schramberg, bis ihn sein Lehrherr in Sulz unbedingt wieder haben wollte. Nach zwei Jahren und der Zeit bei der Bundeswehr arbeitete Siegfried Gorenflo in Freiburg, Offenburg und schließlich in Pforzheim. Er besuchte die Meisterschule in Landshut und legte 1962 vor der Handwerkskammer Passau seine Meisterprüfung ab.
1964, nach der Heirat mit seiner Frau Renate, machte sich der heutige Altmeister in Baiersbronn selbständig: Er pachtete die Metzgerei im Gasthof »Rappen«. Bis 1967 betrieben die beiden das Geschäft – da ergab sich in Wolfach die Möglichkeit, die frühere Metzgerei Ruf zu kaufen. Zweimal wurde das Geschäft in Wolfach umgebaut, 1981 eröffnete der Jubilar in seinem Schenkenzeller Elternhaus eine Filiale. 1986 kaufte der Metzgermeister von der Stadt Wolfach das Nachbargrundstück in der Vorstadtstraße. Dort entstand ein Neubau für die Produktion der Metzgerei. Und im Obergeschoss, da richteten sich Renate und Siegfried Gorenflo ihre Wohnung, ihr »Altenteil« ein.
Aber das muss noch warten, denn immer noch sind die beiden Tag für Tag im Geschäft aktiv. »Ich bin dem Herrgott jeden Tag dankbar, wenn ich morgens gesund aufstehen und mich aktiv im Betrieb betätigen kann«, sagt der Seniorchef.
Auch weiterhin fleißig
Das nächste Jubiläum der beiden ist die goldene Hochzeit in diesem Jahr. »Ich möcht’ noch schaffen, so lang ich kann«, blickt der Jubilar in die Zukunft. Und in zehn Jahren, da gibt es dann den eisernen Meisterbrief. »Aber das muss nicht sein«, dämpft Gorenflo diesbezügliche Erwartungen.







