Das Frühjahr naht – ihm auch eine neue Flut an jungen Katzen inklusive des ganzen Elends, das dahintersteckt, wenn sie ungewollt sind – und das sind leider viele von ihnen. Bald stecken die Tageszeitungen wieder voll mit Meldungen von Jungkatzen, für die händeringend nach einem Zuhause gesucht wird. Sämtliche Tierschutzorganisationen haben in dieser Zeit jede Menge zu tun und opfern aus Tierliebe und Mitleid ihre Freizeit, um hilfebedürftigen Katzen unnötige Qualen zu ersparen, so auch die Mitglieder des Tierschutzvereins Hornberg und Umgebung. »Es gibt leider viel zu viel verantwortungslose und unbelehrbare Katzenhalter, die ihre Tiere nicht kastrieren lassen. Wir würden uns wünschen, dass diejenigen einmal ein Tierheim besuchen und sich dem Elend stellen, wie viele Tiere dort jahrelang zur Vermittlung stehen und nie eine Chance auf ein Zuhause haben«, findet Loni Rinkenauer deutliche Worte. Das betrifft ebenso die Lebenssituation vieler Bauernhofkatzen, denn noch immer lassen zu wenige Landwirte ihre Tiere kastrieren. Diese sind oft mit Parasiten wie Flöhen und Würmern befallen oder an Katzenseuche, Katzenschnupfen und eitrigen Augen erkrankt. »Ohne menschliche Fürsorge verenden die Tiere qualvoll. Das Elend verbunden mit hohen Tierarztkosten für unseren Verein wäre überhaupt nicht nötig, wenn alle Tierhalter ihren Verstand einschalten würden und ihre Katzen kastrieren ließen«, bemerkt Loni Rinkenauer. Die Tierschützer haben auch kein Verständnis für Argumente wie »eine Kätzin sollte einmal Junge bekommen«, »die Kinder sollten so etwas mal miterleben« oder »unsere Feriengäste finden die kleinen Katzen zum Spielen so süß«. Es gebe keine Begründung, die die Katzenvermehrung rechtfertige. Bessere Zusammenarbeit Das sieht auch Heike Mayer vom Tierschutzverein Kinzigtal so. »Die Situation mit wilden Katzen läuft aus dem Ruder«, gibt es derzeit in Wolfach einen aktuellen Fall.
Sie wünscht sich zudem eine bessere Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden, denn gerade Kastrationsaktionen könne der Tierschutzverein nicht allein tragen. Und auf kranken Katzen bliebe man in der Regel sitzen, denn die wolle niemand haben. Vielen verantwortungslosen Katzenbesitzern sei anscheinend auch nicht bewusst, dass einige Katzenkrankheiten auf den Menschen übertragen werden können. »Die Tiere sich selbst zu überlassen ist nicht nur verantwortungslos,
sondern schon grob fahrlässig. Wir sehen viel zu oft solch erkrankte Katzen und wissen nicht, was schlimmer ist: die leidenden Tiere, die wir gesund pflegen und vermitteln müssen, oder der verantwortungslose Katzenbesitzer«, sagen die
Tierschützer unisono und bitten darum, »nicht wegzusehen, sondern als Tierhalter Verantwortung zu zeigen und die Katzen kastrieren zu lassen. »Wir haben nur kleine Ressourcen, auf die wir nicht unerschöpflich zurückgreifen können«, sind die Finanzen zudem ein Problem, weshalb die Vereine ihren treuen Mitgliedern und Tierliebhabern dankbar sind, die ihnen Spenden zukommen lassen. »Ansonsten wäre unsere ehrenamtliche Arbeit nicht durchzuführen«, bedanken sie sich auf diesem
Weg auch bei den »Pflegeeltern«, von denen ständig welche gesucht werden. Wer sich für den aktiven Tierschutz interessiert, ist außerdem zur »Stammtischrunde« des Tierschutzvereins Hornberg eingeladen, Informationen unter • 0 78 33 / 64 90, • 0 78 35 / 63 46 44 oder unter • 01 60 / 97 70 14 16.
Auffangstation
Der Tierschutzverein Kinzigtal sucht händeringend nach einem Haus im Raum Hausach, Haslach oder Fischerbach, das er gern als Katzen-Auffangstation erwerbenwürde, um einen noch besseren Tierschutz gewährleistenzu können. Der Immobilienmarkt sei derzeitleergefegt, bitten die Verantwortlichen alles anzubieten. Infos unter • 01 51 / 15 61 94 29.







