Lahr. Die Ausgangslage der Gesprächsrunde auf dem Bahnsteig war unumstritten: Der Lahrer Bahnhof ist alles andere als zeitgemäß, er ist ein Sanierungsfall, ein »Schandfleck« wie viele in Lahr behaupten. Bahnhofsunterführung und Bahnsteigüberdachung sind überaltert und heruntergekommen. Es gibt keine barrierefreien Zugänge zu den Bahnsteigen, das Parkplatzangebot ist alles andere als ausreichend. Anwohner beklagen sich über Lärm und zugeparkte Grundstücke, Bahnreisende sind entnervt von der langen Parkplatzsuche, das Erscheinungsbild des Bahnhofs schlägt sich vor allem in den Abendstunden in einem zumindest subjektiv empfundenen Sicherheitsdefizit nieder. Trotzdem, als 2008 deutlich mehr als 100 Millionen bereitgestellt wurden, um die Sanierung von 60 Bahnhöfe in Baden-Württemberg anzugehen, stand Lahr nicht einmal auf der Agenda.
Bei Besuchern glänzen
Mit dem Zuschlag für die Landesgartenschau 2018 hat sich das geändert. Die Bahn will wie die Stadt bei den Besuchern glänzen; die Zusage, die der Bahn-Konzernbevollmächtigte für Baden-Württemberg, Eckart Fricke, bei seiner Bahnhofsbesichtigung am Mittwochnachmittag abgab, war deshalb keineswegs neu. Die eigenen Pläne sollen zügig mit der Stadt abgestimmt werden, damit spätestens 2015 das Genehmigungsverfahren eingeleitet werden kann. 2016 soll dann mit den Baumaßnahmen begonnen werden. Bei dem Vor-Ort-Termin im Rahmen seiner »Bahnhofstour« mit dem Bundestagsabgeordneten Peter Weiß (CDU) knüpfte Fricke deshalb auch nahtlos an ein erst wenige Tage zurückliegendes Gespräch mit Vertretern der Stadt Lahr an.
Neben Ilona Rompel, der Fraktionsvorsitzenden der CDU im Gemeinderat, und Stadtrat Klaus Ackermann (CDU) waren Bürgermeister Guido Schöneboom, Christof Etter und Michael Kleinthomae vom Stadtplanungsamt mit dabei. Fricke erläuterte kurz, was von Bahnseite gemacht wird: Die Bahnsteige werden auf 55 Zentimeter über Gleisniveau angehoben, um Gehbehinderten und Rollstuhlfahrern den Einstieg zu erleichtern. Es wird behindertengerechte Fahrkartenautomaten und ein Leitsystem für Blinde geben. Die Bahnsteigüberdachung wird komplett erneuert, westlich und östlich der Gleisanlage werden Lärmschutzwände errichtet. Klar ist auch: Es wird eine barrierefreie Unter- oder Überquerung mit einer Verbindung zur Westseite des Bahnhofsareals geben, wo die Stadt zusätzliche Parkplätze für Pendler anlegen will.
Bis 2013 soll eine Studie vorliegen, in der die Vor- und Nachteile einer 7,50 Meter hohen Brücke oder einer neuen Unterführung gegeneinander abgewogen werde. In beiden Fällen ist eine behindertengerechte Ausstattung mit Rampen und Aufzügen vorgesehen.
Auf jeden Fall sollen laut Fricke auch Lärmschutzwände errichtet werden. Im Verlauf des Gesprächs wurde aber auch deutlich, dass deshalb die Weiche mitten auf dem Bahnhof verschwinden muss. Eine deutliche Absage erteilt Eckart Fricke jeder Befürchtung, die Bahnhofssanierung könnte mit den Plänen zum Ausbau der Rheintalbahn verknüpft werden.







