Lahr. Weil die Landesgartenschau im Jahr 2018 Platz benötigt, muss sich die Firma Schneider Electric von einem Teil ihrer Parkplätze im Mauerfeld West trennen. Bis zu 250 Stellplätze will ihr die Stadt Lahr dafür weiter westlich und angrenzend an den Kleinfeld-Park im Schatten der Hochhäuser an der Römerstraße zur Verfügung stellen.
Am 17. Dezember hatte der Lahrer Gemeinderat die Offenlage des Bebauungsplanentwurfs beschlossen. Die Maßnahme stößt allerdings nicht erst seit der letzten Sitzung des Gremiums im alten Jahr auf Kritik. Bereits im November hatten sich Stadtverwaltung und Vertreter der Gemeinderatsfraktionen mit Anwohnern und Mitgliedern der Bürgergemeinschaft Dinglingen an einen Tisch gesetzt. Bei der Gelegenheit wurde auf die besondere Bedeutung des Parks und eines von ihm eingeschlossenen Sees hingewiesen.
Zwar spricht sich nicht nur die Grünen-Fraktion für den Erhalt des Parkgeländes aus, ihr Mitglied Claus Vollmer hatte aber im Rahmen der Gemeinderatssitzung gefordert, den Schneider-Parkplatz weiter gen Norden in Richtung Königsbergerring zu verschieben. Darin sieht nicht nur er, sondern auch Ulla Steiner, die sich als Anwohnerin der Römerstraße für den Erhalt dieses Naherholungsgebiets im Lahrer Südwesten starkmacht, einen entscheidenden Vorteil: Wesentlich mehr Bäume blieben erhalten.
Dabei geht es dem Grünen-Ratsmitglied und der Anwohnerin nicht nur um die alten Pappeln. Die seien zwar grundsätzlich erhaltenswert, so Vollmer, aber etwas ganz anderes treibt den Naturfreund an: Saatkrähen. Viele dieser Tiere nutzen den Kleinfeld-Park schließlich als Refugium. Vollmer befürchtet, dass sich die Vögel, wenn in ihren Rückzugsraum eingegriffen wird, wieder andere Plätze suchen – und zwar dort, wo sich Bürger von ihnen belästigt fühlen: in der Schwarzwaldstraße zum Beispiel.
Diskussionswürdig ist auch der See, um den ein Rundweg führt. Bei der jetzigen Planung der Stadtverwaltung würde dieser Weg am Ostufer zerschnitten. Vollmer und auch viele Anwohner hätten aber gern, dass er erhalten bleibt – eine Forderung, der sich auch die SPD anschließen kann. Zur Not, sagt der Grüne, würde er sich auch mit einer Verkleinerung des Sees zufriedengeben.
Beispiel Freiburg
Doch der See hat ein Problem: Das künstliche Gewässer aus den 70er-Jahren ist in keinem guten Zustand, »ziemlich runtergekommen«, sagt Vollmer, dem eine Sanierung am Herzen liegt. Stadtrat Jörg Uffelmann (FDP) hatte im Gemeinderat allerdings schon betont, dass zumindest für seine Fraktion derartiges nicht in Frage kommt: »Kein neuer Teich für 400 000 Euro. Da machen wir nicht mit!«, stellte er in der Sitzung klar.
Karl Langensteiner-Schönborn erklärte gegenüber dem Lahrer Anzeiger, die Stadt wolle von einem Ingenieur prüfen lassen, mit welchem Aufwand der See erhalten werden könnte.
Derweil verweist Ulla Steiner auf das Beispiel eines vergleichbaren Teichs in Freiburg: den Schlierbergweiher. Für 11 000 Euro sei im vergangenen Jahr eine Zirkulationsmaschine angeschafft worden, die seither das Wasser umwälzt. An den Kosten hätten sich die 120 anliegenden Wohnparteien beteiligt. In ihren Augen wäre das auch im Fall Lahrs ein gangbarer Weg.







