Offenburg. Der Jubilar, dessen außergewöhnliche Tenorstimme schon früh auffiel und in dessen Leben die Musik immer »eine der ersten Geigen spielte«, wuchs in der Zeller Straße in Offenburg auf – damals eine beschauliches, fast ländliches Quartier, in dem er »eine wunderbare Jugend verbrachte«. Praktisch vor der Haustüre ging er ins Schiller-Gymnasium, das er nach der zehnten Klasse verließ.
Es war das Jahr 1948, und der Umstand, dass sein Vater, ein Polizist, dem Verleger Franz Burda den Stempel für einen »Laisser-passer«-Schein für eine Reise nach Frankreich vermitteln konnte, verhalf dem jungen Helmut Lampert zu einer Lehrstelle als Repro-Fotograf. Er sollte bis zum Renteneintritt 42 Jahre später dem Burda-Verlag treu bleiben. Sowohl mit Senator Franz Burda als auch mit dessen Sohn Franz Burda arbeitete er eng zusammen. Als Ressortleiter, verantwortlich für Offenburg und Darmstadt, ging er in Rente. Die Tiefdruckerei in Offenburg war damals technisch führend, und in der Kunst, aus vier Farben genau den gewünschten Ton zu treffen, war Helmut Lampert ein As. Besonders wenn es um »den Augapfel des Chefs«, die Kunst-Zeitschrift PAN, ging, stimmte er sich persönlich mit Franz Burda ab.
Im Kirchenchor verliebt
Senator Franz Burda hatte viel Verständnis für Kunst und Musik, und als er den damals noch sehr jungen Helmut Lampert zum ersten Mal singen hörte, ermöglichte er ihm Gesangsunterricht. Die Musik war der beständige Leitfaden im Leben der Familie Lampert – das fing schon damit an, dass der Jubilar seine Frau Lieselotte, geborene Heydgen, im Kirchenchor Dreifaltigkeit, damals dirigiert von Professor Hermann Braunstein, kennenlernte. Auch Professor Braunstein blieb das außergewöhnliche Talent seines Tenors nicht verborgen, und er setzte ihn von Anfang an als Solisten ein. Hermann Lampert singt heute noch im Kirchenchor Dreifaltigkeit und im Figuralchor.
Er nimmt das Singen durchaus ernst, übt viel und beschäftigt sich mit alten Noten. Er spielt Konzertgitarre, und sein Gesangsrepertoire geht vom Kunstlied über das deutsche Volkslied – »bis zu Lumpeliedle«, schmunzelt seine Frau Lieselotte.
1959 wurde geheiratet, und dass die drei Söhne Daniel, Christian und Mathias alle Profi-Musiker wurden und heute zum Teil Musikprofessoren sind, erscheint nur folgerichtig. Auch die sechs Enkel und Enkelinnen, »je zwei in Freiburg, Frankfurt und München«, haben das »musikalische Gen« geerbt. »Unser Familienleben spielte sich singend ab«, erinnert sich Lieselotte Lampert.
Auch als Mitglied der »Schlaraffia«, bei der Kunst und Kultur ganz groß geschrieben werden, bringt der Jubilar sich musikalisch ein. Und nachdem er beruflich in der ganzen Welt unterwegs war, liebt Helmut Lampert heute seinen Balkon und den kleinen Garten in Offenburg, sein »drittes Wohnzimmer«, über alles.
Das schönste Geburtstagsgeschenk für Helmut Lampert zum 80. ist, dass er nach einer Hüftoperation endlich wieder ohne Schmerzen laufen kann – am liebsten auf das Podium bei einem anspruchsvollen Chorkonzert!
Der Gesang ist sein ständiger Wegbegleiter
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