Offenburg. Große, leer herumstehende Pappkartons, sperrige Metallschränke, freiliegende Stromkabel: Alex Müller begann seinen Sachstandsbericht über das Gifiz-Strandbad am Mittwochabend im Technischen Ausschuss mit dem Schlimmsten zuerst. Denn was die Mitarbeiter der Technischen Betriebe (TBO) am Gifiz-Strandbad im Jahr 2011 als Hinterlassenschaften der früheren Pächter vorfanden, war offenbar nicht nur »eine wenig befriedigende Situation«, wie es Müller formulierte, sondern mitunter auch gefährlich.
Bis 2011 hatten die Pächter Strandbad und Restaurant zugleich betrieben. Inzwischen sind beide Bereiche an verschiedene Pächter vergeben, und anders als zuvor gibt es keine Zuschüsse mehr durch die Stadt. Dafür sind die TBO nun für den Unterhalt von Grünflächen und Strand zuständig. Und für deren Sanierung: Bereits 2012 wurden 136 000 Euro investiert, unter anderem in einen behindertengerechten Zugang zum See und eine neue Toranlage.
In diesem Jahr solle der »Investitionsstau« weiter aufgearbeitet werden, erläuterte Müller dem Gremium. Rund 150 000 Euro sind für die verschiedenen Maßnahmen (siehe Kasten: »Was geplant ist«) veranschlagt. Wichtigstes Projekt ist ein neuer Steg. Im Herbst soll dann ein »Entwicklungskonzept Gifizareal« vorgestellt werden.
»Gut investiert«
Von den Mitgliedern des Ausschusses gab es Lob für das Vorgehen von Stadtverwaltung und TBO. Nicht nur die Verkehrssicherheit sei eine kommunale Aufgabe, »sondern die Arbeiten gehen darüber hinaus«, betonte CDU-Fraktionschef Kurt Feger. »Man sieht, dass 2012 gut investiert wurde«, lobte er. »Das sind gute und wichtige Maßnahmen«, sagte Heinz Hättig (SPD), der allerdings auch auf die Fehlplanung »Kinderbecken« hinwies – ein Fall, der sogar im »Schwarzbuch der Steuerzahler« gelandet war.
»Es ist gut, dass wir vor der Saison wissen, was los ist«, sagte Uta-Maria Klingenberger (Grüne). »Da können wir absolut zustimmen«, kommentierte Thomas Bauknecht (FDP). Er wies auch darauf hin, dass es nicht das Ziel sein könne, »die Begehrlichkeiten der Pächter zu befriedigen«.
Zu viele Baustellen?
Skeptisch äußerten sich die Räte lediglich zur »Dreifachbelastung« von Strandbad-Pächter Dirk Hesse, der auch Strandbäder in Achern und in Schuttern betreibt. »Wird da nicht eine der Baustellen vernachlässigt?«, fragte Wolfgang Schrötter (Freie Wähler). Bürgermeister Oliver Martini entgegnete: »Er hat uns schriftlich versichert, dass das keine Auswirkungen auf das Gifiz-Strandbad hat.« Außerdem fänden regelmäßig Kontrollen statt, wie das Strandbad personell besetzt sei.
Noch unklar ist, ob der neue Steg zum See wieder aus Holz sein wird, was am Mittwoch der ein oder andere bemängelte. TBO-Chef Alex Müller versicherte immerhin: »Wir haben bis zum Beginn der Badesaison im Mai einen Steg, der verkehrssicher ist.«
Neuer Steg soll im Mai stehen
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