Offenburg hat diese Woche allen Grund zu feiern. Am Montag ist es nach jahrelangem Kampf gelungen, das über der Stadt schwebende Damoklesschwert zu beseitigen. Die A3-Antragstrasse der Bahn ist beerdigt, die Stadt kann jetzt wirklich aufatmen! Die 25 Häuser entlang der Bahnstrecke müssen nicht abgerissen werden, die mindestens sieben Jahre dauernde Baustelle mitten durch die Stadt bleibt den Bürgern erspart, der Lärm wird sich nicht potenzieren, wenn Güterzüge statt auf zwei auf vier Gleisen durch den Bahngraben brettern. Es ist ein Sieg des Bürgerwillens! Es ist ein Sieg der Vernunft! Und es ist ein Erfolg der Beharrlichkeit, mit der die Bürgerinitiative Bahntrasse mit stetem, konsequentem Protest und im Konsens mit der regionalen Politik für die Bürgerrechte der Stadt einsteht! Klar ist die Finanzierung des Tunnels noch offen. Das harte Ringen darum, wer bezahlt, hat längst begonnen. Jetzt bleibt zu hoffen, dass Bund und Land nicht überreizen, indem sie sich den Schwarzen Peter endlos hin- und herschieben. Die Stadt Offenburg und die BI stoßen heute Vormittag mit den Bürgern auf den Etappensieg an. Zu recht mit Sekt. Offenburg kann stolz sein, auf das, was es auf dem langen Weg hin zu einem Tunnel bereits erreicht hat!
Verwaltungen haben ja die unangenehme Angewohnheit, sich gerne in weltfremdem Beamtendeutsch zu artikulieren. Ob es einfach nur Unfähigkeit ist, Dinge verständlich auszudrücken, oder Absicht, Sachverhalte zu verschleiern, soll nun an dieser Stelle zweitrangig sein. Fest steht, dass sich in der Verwaltungsvorlage zum Technischen Ausschuss diese Woche eine ganz besonders schöne Amtsdeutsch-Blüte fand. TBO-Chef Alex Müller formulierte folgendermaßen: (...) Die TBO haben damit begonnen, den Investitionsstau aufzuarbeiten und somit das Strandbad dauerhaft zu attraktivieren...« Doch bevor die Vorlage ans Volk verteilt wurde, ist irgendwem aufgefallen, dass es dieses Wort gar nicht gibt. Kurzerhand wurde es durchgestrichen und durch die normale Formulierung »attraktiver zu machen« ersetzt. Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung! Am Rande: »Attraktivieren« gehörte zu den Lieblingswörtern des ehemaligen Hauptamtsleiters von Wolfach, Siegfried Scheffold. Der ist heute in Hornberg Bürgermeister. Es hat seiner Karriere also nicht geschadet!
Durbach hat dieser Tage dagegen zweifelhafte Karriere gemacht. In einem fernen Bundesland namens Nordrhein-Westfalen, wo die Menschen eher Bier statt Wein trinken, stand die herrliche Durbacher Reblandschaft Modell für einen Werbeprospekt für württembergischen Wein. Das Blättchen des Supermarktes »Hit« schickte der in Meschede lebende Durbacher Wolfgang Schulze an OT-Mitarbeiter Volker Gegg. Nicht nur, dass die Durbacher Pfarrkirche St. Heinrich darin nach Württemberg verlegt wurde, auch der Preis für eine Flasche Rotwein entspricht in keinster Weise den Durbacher Qualitätsmaßstäben und entlockte den Winzern nur ein Naserümpfen.
Wir wollten unseren Augen nicht trauen, doch diese Woche wurden tatsächlich gleich drei Personen auf einem Leihrad der Firma Nextbike gesichtet, die dazu noch aussahen wie Touristen! Der Durchruch für die Leihfahrräder?
Unfreiwillig zum Vorboten auf Ostern wurde diese Woche Dieter Benz, VizeVorsitzender des TC Rammersweier. Auf dem Original-Foto der Hauptversammlung hatten sich Hasenohren hinter seinem Kopf verirrt. Doch mithilfe moderner Technik haben wir sie ihm für den Artikel (elfte Lokalseite) wegretuschiert! Also, schon mal Frohe Ostern!
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