Offenburg. Als Hildegard Kraus in Cisiec in Schlesien geboren, verbrachte Hildegard Zittlau die ersten Jahre nach dem Krieg in Österreich, wo sie auch die Grundschule besuchte. In Offenburg ging sie auf die Anne-Frank- und ab 1953 auf die damals neue Eichendorffschule. Der Schwalbenweg, in dem die Familie wohnte, war eine der ersten Straßen im neuen Stadtteil Albersbösch. Ab 1955 besuchte sie die Handelsschule und erlernte bei der Firma Günter Spinner den Beruf der Einzelhandelskauffrau. Die Offenburger kennen die immer gut gelaunte Frau vor allem vom Imbisstand ihrer Schwester Katharina Dietz, in dem sie ab 1965 30 Jahre lang tätig war.
Rudolf Zittlau stammt aus Schutterwald. Dass er gleich nach der Volksschule zu arbeiten begann, war die Entscheidung seiner Eltern. »Ich habe den Burgerwaldsee ausgebaggert«, erinnert er sich schmunzelnd an seine Arbeit beim Kieswerk Uhl. Bei der Bundeswehr, wo er ab 1961 Wehrdienst tat, konnte er eine Ausbildung antreten und wurde Sanitätshelfer. Darauf, dass er die Prüfung »mit Bravour« bestand, ist er heute noch ein wenig stolz.
In gewisser Weise verhalf »der Bund« ihm zum Eheglück: Nachdem er beim Tanzen im Riedle in Zell-Weierbach seine spätere Frau kennengelernt hatte, beeindruckte er sie mit der feschen Uniform, in der er »wie ein General« aussah, so stark, dass ein Jahr später geheiratet wurde. Da Hildegard Zittlau der Schönstatt-Bewegung verbunden war, kam als Kirche nur die Schönstatt-Kapelle in Oberkirch in Frage. 1963 kam Tochter Manuela, 1965 Tochter Petra zur Welt, und zwei »liebenswürdige Schwiegersöhne« und die Enkel Timo, Marco, Sabrina und Saskia feiern heute mit.
Die Offenburger kennen Roland Zittlau als Chef des Burda-Sportclub-Hauses, das er von 1963 bis 1974 leitete. Als er aus gesundheitlichen Gründen aufhörte, blieb er der Firma Burda treu und arbeitete im Repro-Archiv. Wann immer »der Senator« prominente Gäste hatte, half er. Roland Zittlau teilte die Jagdbegeisterung seines Arbeitgebers und begleitete dessen Jäger auf die Pirsch. So zieren einige mächtige Geweihe das »Jägerstüble« im Garten des Hauses der Eheleute Zittlau.
Besonders freut die beiden, dass ihr langjähriger Pfarrer Arnold ihren Goldhochzeits-Gottesdienst heute um 14.30 Uhr im »Josefskirchle« in Hildboltsweier hält.
Uniform verhalf zum Eheglück
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