03.01.2013

Gefällter Baumriese im Winterschlaf

Zeller Mammutbaum wartet auf Verwertung
Die Reste des Mammutbaums aus Zell a. H. lagern nach dem Blitzeinschlag 2011 im Bauhof.

Zell a. H. (dr). Mit der Fällaktion im November 2011 ist der Mammutbaum in Zell a. H. buchstäblich von der Bildfläche verschwunden. Der mächtige Stamm lagert seither im Bauhof, je nach Witterung sogar tiefgefroren. Ob er als Kunstwerk wieder zurückkehren wird, entscheidet sich im Januar.

Der erste Schmerz ist überwunden, die Zeller haben sich offensichtlich damit abgefunden, dass eins ihrer Wahrzeichen nicht mehr das Stadtbild prägt. Am 8. August 2011 traf der Blitz den über 100 Jahre alten Baum, er musste gefällt werden.

Der rund 20 Meter lange Stamm wurde im Bauhof gelagert, auch im Hinblick darauf, dass er eventuell Grundlage für ein Kunstwerk sein könnte. Nur noch ein Baumstumpf erinnert auf dem Platz bei der Volksbank daran, dass hier einmal ein 32 Meter hoher Baumriese stand. Der Platz selbst liegt zum Großteil auf Gelände der Volksbank und die wollte das weitere Vorgehen eng mit der Stadt abstimmen.

Um es vorwegzunehmen: Die letzte Entscheidung, ob der Mammutstamm als Kunst wieder in die Stadt zurückkehrt, ist noch nicht getroffen. Zwischenzeitlich startete die Volksbank unter Landschaftsplanern einen Ideenwettbewerb zur Platzgestaltung. Dessen Ergebnisse werden Mitte Januar mit der Stadt besprochen. Ob auf einem neuen Platz der alte Mammutbaum in irgendeiner Form eine Rolle spielen wird, ist noch ergebnisoffen. Dies betonen sowohl Volksbank als auch Stadt.

Zells Bürgermeister Hans-Martin Moll sieht das Ganze pragmatisch: »Um den Stamm überhaupt künstlerisch bearbeiten zu können, muss festgestellt werden, wie tief der Riss durch den Blitzschlag ins Holz reicht«.

Teil des Kunstwegs?

Wäre der Stamm zu bearbeiten, könnte sich die Stadt ein finanzielles Engagement vorstellen. »Als Teil des ständigen Kunstweges«, so Moll. Fest steht laut Bürgermeister aber, dass es am Stadteingang sicher kein 20 Meter hohes Kunstwerk geben wird.

Moll weiter: »Falls keine ganz überzeugende Idee für eine neue Art der Verwendung kommt, dann wird der Stamm wohl in Einzelteilen verwertet. Und sei es als Tischplatten«. Die Natur setzt allen Überlegungen allerdings ihre Grenzen. Laut Rathaus ist der Stamm »noch halbwegs in Ordnung«. Jedem dürfte aber klar sein, dass dies nicht ewig so bleibt. Zumal der Baum im Freien gelagert wird.

Besiegelt dürfte übrigens das Schicksal der Baumwurzel sein, die durch Baufhof und Stadtgärtnerei Mittelpunkt eines schmucken Ensembles wurde. Der Wurzelstock muss entfernt werden, da er irgendwann zu faulen beginnt.

Ruh Dietmar

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