Die ersten Kontakte waren eher geschäftlicher Natur. Als Mitarbeiter eines amerikanischen Sport-
ausrüsters hatte der Oberschopfheimer Rolf Gramer einst Markus Miller, damals Torwart des Karlsruher SC, kontaktiert. Heute ist eine Freundschaft entstanden, wobei sich Miller sicher ist: »Früher oder später hätten wir uns sowieso kennengelernt.« Schließlich war auch Gramer ein erfolgreicher Torwart in der Region. Am Freitag nun besuchte Miller, inzwischen Torwart bei Hannover 96, mit seiner Familie den Kumpel in Oberschopfheim.
Relativ unerkannt: Selbst die kurze Trainingseinheit auf dem Kunstrasenplatz bemerkten nur einzelne Zaungäste. Ansonsten stand das Wochenende im Zeichen der Familie, ein Ausflug in den Europa-Park war dabei ein Muss für seine zwei Buben.
Selbst die Fernsehübertragung der EM-Spiele konnte die beiden »Kastenmänner« am Freitagabend nicht vom Grill weglocken. »Wir sitzen draußen und unsere Kinder sitzen drinnen vor dem Fernseher«, stellte Gramer schmunzelnd fest. Ansonsten ist die Europameisterschaft natürlich schon Thema. Beide tippen auf die DFB-Elf als Titelträger.
Doch wie geht es sportlich bei Miller weiter? Nach einer Auszeit will er wieder angreifen um die Torwartposition bei seinem Club Hannover 96. Kein leichtes Unterfangen, wie er selbst weiß: »Mit Ron-Robert Zieler habe ich die deutsche Nummer drei vor mir!« Zunächst einmal seine eigene Leistung abrufen, ist daher die Devise für den gebürtigen Allgäuer, der 2007 mit dem KSC in die Bundesliga aufstieg und 183 Spiele für die Fächerstädter in der ersten und zweiten Bundesliga absolvierte.
Am 26. Juni beginnt das Mannschaftstraining bei Hannover 96. Doch sein persönlicher Trainingsplan ließ nur eine einwöchige Pause zu. Sozusagen als Hausaufgaben wurden ihm Laufprogramme mitgegeben. »Das persönliche Vorbereitungsprogramm richtet sich auch stets nach den Einsatzzeiten während der Saison«, erklärt Miller.
Eine Leidenschaft wurde bei ihm dieser Tage gerade wieder geweckt. Nachdem er bereits im Alter von 18 Jahren den Motorradführerschein erworben hat, erstand er sich nun mit 30 sein erstes Motorrad. Doch durchstarten möchte er in erster Linie auf dem grünen Rasen.
Markus Miller und Rolf Gramer – wenn aus Arbeit Freundschaft wird
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