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"Massachusetts": Musical in Offenburg

Das Publikum feierte die "Italian Bee Gees"

13. Februar 2017
&copy Ulrich Marx&copy Ulrich Marx&copy Ulrich Marx

Eine Hommage an die Bee Gees und ein Konzerterlebnis war das Musical »Massachusetts« in der Offenburger Oberrheinhalle am Freitag. Es begeisterte alle diejenigen, die die Musik der Erfolgsband über Jahrzehnte begleitet hat.

 Sie räumten ab: Das Publikum in der Offenburger Reithalle klatschte, stand auf und sang mit, als die »Italienischen Bee Gees« die größten Hits der unvergessenen Brüder Gibbs spielten. Der Disko-Hit »Night Fever« lockte die Zuschauer ebenso aus der Reserve wie »Stayin’ alive« oder »How deep is your love«. »Spicks and Specks«, das 1966 den Startschuss zur großen Karriere gab, eröffnete das Konzert am Freitag in der Oberrheinhalle. Walter, Davide und Pasquale Egiziano schlüpften so überzeugend in die Rolle der drei Brüder Gibbs, dass man nichts vermisste. Haare, Kostüme und Fotos der Originale zauberten das passende Flair. Kein Wunder, dass die italienischen Brüder den Segen der Bee Gees als Tribute-Band hatten: Ihre Stimmen deckten die gesamte Bandbreite der Originale ab. Und die auf die Kostüme abgestimmten Gitarren spielten sie virtuos.
Apropos: Nichts verlernt hat auch Vince Melouny, der von 1967 bis 1969 als Leadgitarrist den Erfolg der Band mitbegründete. Im schwarzen Anzug kam er auf die Bühne, eher ein bisschen schüchtern, aber beim Spiel große Klasse. Als Sänger wurde er von den Engiziano-Brüdern begleitet, die einen leicht hallenden Background für ihn bildeten.

Bee-Gees-Veteranen
Zwei weitere Bee-Gees-Veteranen begleiten die Tournee: Dennis Byron und Blue Weaver. Der Keyboarder gab Einblicke, wie der berühmteste Hit »Night Fever« entstand. Er hatte aus dem Radio eine Melodie im Kopf und spielte damit herum – das Intro stand. Bei seiner Aufgabe aus der guten, alten Zeit schien er richtig aufzublühen, »Spielfreude« ist hier der richtige Ausdruck. 
Schlagzeuger Bryon, gleichzeitig Stückeschreiber und Produzent, nahm wieder am Drumset Platz. Außer mit seinem Spiel begeisterte er auch mit Anekdoten, die er in einem Buch zusammengefasst hat. Eingebettet waren die Songs in ein Musical unter dem Titel »Massachusetts«. 

Im Museum
Die Begegnung der fünf naseweisen Jugendlichen, die in einem abgelegenen Haus strandeten, bot die Möglichkeit, die unglaubliche Karriere der Bee Gees zu beleuchten. Denn im Museum – oder vielmehr Archiv –, das Mr. Jones darin eingerichtet hatte, ließen sich nicht nur die zahlreichen Tonträger bestaunen, die damals die Musik auch zu einem haptischen Erlebnis machten. Peter Clös konnte so einfließen lassen, dass die Bee Gees ungefähr 240 Millionen Platten verkauft haben und fünf Hits gleichzeitig in den Charts hatten – ebenso wie die Beatles. Dennoch wurden sie bei all ihrem Erfolg und ihrer Beliebtheit von Kritik und Kollegen nicht ernst genommen. So soll sich der Erzählung nach John Lennon nicht einmal umgedreht haben, als er Barry vorgestellt wurde, sondern nur in hohem Falsett »Schön dich zu treffen« gesagt haben. 
Diese hohen Stimmen waren übrigens ein Kniff, um im Geschäft zu bleiben – ebenso wie die Zusammenarbeit mit Dolly Parton, Diana Ross, Barbara Streisand oder Celine Dijon. Deren Hit »Immortality« sang Laura Ugolini, die seit 2005 mit den Italian Bee Gees tourt.

Die Mischung aus Infos zu den Erfolgsmusikern und vielen Hits begeisterte das Publikum: Es feierte die »Auferstehung« ihrer Lieblinge mit frenetischem Applaus und begeisterten Pfiffen, sodass »Barry« Walter Egiziano so spontan lachte, dass er kurz vom Singen abgelenkt war.

Autor:
Bettina Kühne

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