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Interview

DJ BoBo startet mit Show »Mystorial« seine Zeitmaschine

Schweizer Künstler geht mit neuem Programm auf Tournee und gibt die ersten drei Vorstellungen im Euopa-Park
14. Dezember 2016
&copy Michael H.Sinn

DJ BoBo, der bekannte Schweizer Künstler, startet am 13. Januar 2017 seine »Mystorial-Tour«. Die Tournee zum 25-Jährigen Bühnen-Jubiläum beginnt im Europa-Park.

 DJ Bobo nimmt die Zuschauer bei seiner »Mystorial-Tour« mit auf eine Zeitreise. Im Gespräch mit der Mittelbadischen Presse gibt der 48-jährige Künstler Einblicke  in sein Leben als erfolgreicher Musiker und Privatmann. 

Sie sind seit 25 Jahren auf der Bühne – wie fühlt sich das an?
DJ BoBo: Als wäre es erst gestern gewesen. Man hat das Gefühl – Hallo – es ging doch gerade erst los. Es fühlt sich sehr frisch an. Ich habe das Glück, dass uns die Leute seit 25 Jahren begleiten. Wir hatten nie einen Karriereknick. Wir durften immer live in großen Hallen spielen und dürfen das immer noch. Das ist schon ein cooles Gefühl.

Welche Auswirkungen hat das auf Sie?
DJ BoBo: Da wird man schon sehr selbstsicher und freut sich auf jede Tour. Und investiert auch viel Geld in eine Tour, weil man weiß, es funktioniert. Und dann steigt die Qualität der Tour. Es ist ein gutes Gefühl, wenn man sagen kann: »Ich gehe auf Jubiläumstour und ich weiß, es wird die größte Tour, die ich je hatte«. 

Was hat sich über die Jahre verändert?
DJ BoBo: In erster Linie, die Qualität. Die ganze Branche ist unglaublich professionell geworden. Während man früher Boxen und ein paar Lampen aufgebaut hat, ist heute alles auf einem sehr hohen Sicherheits- und Qualitätslevel angekommen. Die Techniker haben mehr als 120 Leute auf der Tour dabei. Und es sind nicht mehr irgendwelche besoffenen Jungs, die irgendwelche Kisten herumschieben. Auch da ist alles qualitativ hochstehend geworden.

Wie war das früher?
DJ BoBo: Früher hattest du ein paar Jungs gehabt, denen musstest du dann erstmal die Schnapsflasche wegnehmen. Es war einfach alles sehr viel wilder. Heute ist das auf einem sehr hohen Präzisionslevel und es wird auch mehr von den Leuten erwartet. Du kannst nicht mehr den lustigen bunten Abend machen und ein paar Hits spielen. Das Qualitätslevel hat sich sehr verändert.

Was sind Ihre persönlichen Highlights der vergangenen 25 Jahre?
DJ BoBo: Konzerte in anderen Kulturen. Beispielsweise in der Mongolei oder Sri Lanka, wo wir keine einzige legale CD verkauft haben. Und dann kommst du da hin, die Menschen sprechen kein Englisch, singen aber alle deine Songs. Das ist so ein tolles Erlebnis, wenn andere Kulturen oder Völkergruppen deine Musik verinnerlichen und mitsingen. Da bekommt der Weltverbesserer DJ BoBo schon feuchte Augen. 

Sind Sie vor Auftritten noch nervös?
DJ BoBo: Ja. Es hat sich verändert im Lauf der Jahre. Früher war es »Oh, hoffentlich bin ich gut genug«. Dann kam »Ich bin cool, ich kann alles«. Das ist dann die Zeit, in der du denkst, du bist Gott und kannst über Wasser gehen. Und dann wird man demütig und freut sich extrem, dass man live spielen darf. Weil man sieht, die ganzen Kollegen um dich rum, gibt es nicht mehr. Und jetzt ist die Phase, in der ich unglaublich viel Vorfreude habe und bin dann wie ein kleiner Junge. Man möchte dem Publikum zeigen, woran man drei Jahre gearbeitet hat, sprich, was man ihnen mitbringt. Das nervöse  ist die Vorfreude.

Sie sind einer der wenigen Künstler aus der Eurodance-Zeit, die heute noch Erfolg haben. Woran liegt das?
DJ BoBo: Ich hoffe natürlich, dass ich immer versucht habe, mich neu zu erfinden. Da steht zwar DJ BoBo darüber, aber darin ist jedes Mal ein bisschen ein neues Paket. Wir machen deshalb auch größere Pausen zwischen den Tourneen. Mindestens zwei Jahre. 

Was ist der Grund?
DJ BoBo: Diese Zeit brauche ich, um nicht ausgebrannt zu sein. Und dieser Hunger, immer wieder auf Tour zu gehen. Das ist dann kein Müssen, sondern ein »ich will das«. Und ich glaube, das ist der Schlüssel. Das Publikum weiß, wenn der auf Tour kommt, dann ist das was Neues. Er spielt nicht nur seine alten Hits, sondern er überlegt sich ein Bühnendesign und plant ganz neue Shows.

Sie sind quasi eine männliche Madonna – komplett neu erfunden.
DJ BoBo: Das ist ein schönes Kompliment. Madonna hat das gleiche Problem wie ich, sie kann auch nicht singen. Oder eben nicht so gut. Wir sind beide sehr limitiert. Also müssen wir uns neu erfinden. Ein bisschen zumindest.

Sie bezeichnen sich selbst ja auch als Handwerker.
DJ BoBo: Ja, ein bisschen schon. Ein kreativer Handwerker. Das ist bei der schreibenden Zunft doch auch so. Ihr lernt immer mehr und müsst mehr können als noch vor zehn Jahren. Und das ist in der Musik ebenso. 

Hören Ihre Kinder Ihre Musik?
DJ BoBo: Meine Tochter ist zehn. Die ist schwer begeistert. Vor allem von der Bühnenshow. Mein Sohn wird 14 Jahre. Da ist Papa nicht mehr so cool. Er hört lieber Eminem und 2Pac. 

Was beeindruckt ihn daran?
DJ BoBo: Er hört sehr auf die Texte und fragt mich dann: »Papa, warum schreibst du nicht solche Texte?« Dann erkläre ich ihm, dass es ein wenig unglaubwürdig ist. Ich komme aus der wohlbehüteten Schweiz, was soll ich denn von Gangster-Rappern schreiben und wie ich abgeknallt werde. Das glaubt mir keine Sau.

Liegt der Show-Schwerpunkt immer noch auf dem Tanzen – immerhin bezeichnen Sie ihre Fans als den »King of Dance«.
DJ BoBo: An den wichtigen Stellen wird immer noch getanzt, aber nicht mehr wie vor 20 Jahren. Mit 
48 muss man auch an seine eigene Glaubwürdigkeit denken. 

Gibt es bei »Mystorial« Lieblingssongs?
DJ BoBo: Ein paar lehnen sich an Mowtown-Songs an. Und natürlich der Opening-Track »Mystorial«. Das ist eine richtige Hymne geworden.

Wie entstanden die Songs des neuen Albums?
DJ BoBo: Zuerst stand der Titel – »Mystorial«. Und wir wußten, wir machen eine Zeitreise mit einer Zeitmaschine. Das war die Grundvoraussetzung. Das gab mir die Freiheit, musikalisch überall hinzureisen – in die Zukunft ebenso wie in die Vergangenheit. 

Können sich die Fans auch wieder auf ein gigantisches Bühnenspektakel freuen?
DJ BoBo: Ja. Sogar eines, das sich vor den Augen des Publikums verwandelt. Die Bühne, die Kostüme und wir werden sich verwandeln von 
40 vor Christus über 1870 Paris und in die 1990er-Jahre. Und alles wird so aussehen, wie damals. So eine Zeitmaschine ist schon etwas cooles. Und wenn man dann auch noch die ganze Bühne verändern kann, durch die Technologie des Video-Mappings macht das doppelt Spaß.

Gibt es Spielstätten, auf die Sie sich besonders freuen?
DJ BoBo: Natürlich auf die Exotischen. Wo es keine Vorverkaufsstellen gibt und man nicht weiß, ob es was wird oder nicht. Und auf den Europa-Park.

Warum?
DJ BoBo: Der Park ist seit mehr als 20 Jahren unser Partner. Und seit 15 Jahren redeten die Familie Mack und ich immer wieder über eine Halle, in der man die ganze Bühne aufbauen kann. Mit den ersten Shows eröffnen wir nun die neue Arena. Der Park öffnet extra für uns an drei Tagen. 

Show »Mystorial«, Freitag, 13. Januar, 20.30 Uhr, Samstag, 14. Januar, 20.30 Uhr, und Sonntag, 15. Januar, 14 Uhr. Karten gibt es unter www.djbobo.ch und http://www.europapark.de/de/park/veranstaltungen/mystorial

Autor:
Florence Anne Kälble

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