Startseite > Kultur > Kultur Regional > Nachteule startet zu Höhenflug
Madeline Juno aus Offenburg-Griesheim

Nachteule startet zu Höhenflug

Hoffnungsvolle Nachwuchssängerin präsentiert erste CD »The Unknown« / Sie schreibt ihre Lieder selbst
26. September 2013
&copy Ulrich Marx
Die Sängerin kommt aus der Ortenau und startet momentan voll durch. Durch ihren Plattenvertrag bei Universal Music erfüllt sich für die 18-jährige Griesheimerin ein Traum.

Nachwuchssängerin Madeline Juno im Interview

Alle Achtung: Madeline Juno hat einen Plattenvertrag mit Universal und jetzt ihre erste CD beim Label herausgebracht. Dabei ist die Liedermacherin gerade mal 18 Jahre alt und lebt in Offenburg-Griesheim.

Offenburg. Madeline Juno strahlt. Seit die 18-Jährige aus Offenburg-Griesheim den Plattenvertrag bei Universal hat, weiß sie: »Es geht nicht bald los, sondern es ist so weit.« Handfestes Zeichen für die zarte Liedermacherin ist dafür die erste CD, die jetzt unter dem Titel »The Unknown« erschienen ist. Dabei ist der längst nicht mehr aussagekräftig: Ein selbst gemachtes Video wurde bei Facebook über 200 000-mal geklickt.

Wohl auch von ihrem heutigen Produzenten aus Hamburg, der das Mädchen unter Vertrag nehmen wollte. Sie hatte gejubelt, erinnert sich Madeline, aber »meine Mutter traute der Sache nicht«. Sie hatte Bedenken, es dauerte ein bisschen, bis sie das Angebot als seriös akzeptierte. Und mal wieder hatte sich die zierliche Teenager-Tochter durchgesetzt.

Ein öffentliches Bekenntnis für ihren Willen – mit ihren Worten: »Mut und Stärke« – ist der wuschelige Löwenkopf, der auf ihrem rechten Innenarm prangt. »Das ist auch mein Sternzeichen«, verrät sie. So besonders lange trägt sie dieses Tattoo noch nicht, das linke ist einige Jahre älter. Vier ineinander verwobene Eulen. Schwalben, die für Freiheit stehen, findet Madeline albern. Lieber den Nachtvogel, »denn ich bin selbst nachtaktiv«. Zudem gefallen ihr und ihrer Familie die Eulen aus Harry Potter. Also: »Die vier Eulen symbolisieren meine Eltern, meinen Bruder und mich.«

Ersteren hat sie ihr Talent zu verdanken, meint die Liedermacherin. Schließlich spielt Mama Piano und Papa Schlagzeug. Und der Bruder, der ebenfalls mit den Sticks wirbelt, gab ihr einen echten Karriere-Kick: Die Zimmer wurden getauscht, Madeline bekam im Keller ihr eigenes Reich.
Das nutze sie, um zu jeder Tages- und vor allem Nachtzeit Musik zu machen: »Nachts schreibe ich meine Songs, das ist sehr intensiv.« Sie genieße das immer, die Ruhe, die Konzentration. Die Nacht sei ideal für kreative Dinge und bringe die richtige Stimmung mit für ihren Musikstil, den sie »Heart-Core«, also zu Herzen gehend, nennt.

Seit sie 13 ist, spielt sie Gitarre und singt. Wie man technisch an die Songs herangeht, hat ihr mittlerweile auch jemand gezeigt. Und sie hat eine interessante Gitarre ergattert, ein Schmuckstück aus sogenanntem Zebraholz. »Erst hat sie mir nicht gefallen«, erinnert sie sich. Als sie dann mit ihrem Vater den Laden nochmals betrat, war sie plötzlich hin und weg von der Ibanez-Gitarre, die sie nun begleitet. Vier Jahre arbeitete sie an ihrem Album, aber es gab Unterstützung: »Es war immer alles da: Ich musste nur in diese Familie hineingeboren werden.«

Eines ihrer Themen erklärt sie schlicht und mit fast kindlichem Charme: »Als junges Mädchen verliebt man sich...« Und es wird schwierig. Dass auch ihr Verhältnis zu ihren Klassenkameraden nicht immer unbelastet war und sie schlecht Anschluss fand, steht in ihrer Promotion-Mappe, »zu klein, zu zierlich, zu schüchtern«. Mittlerweile ist die Schulzeit aber um und die Musik längst der Beruf für die nach wie vor schmächtige 18-Jährige.

Dazu gehört auch, dass ihre Songs inzwischen im Radio laufen. »Surreal«, kommentiert sie das. Und: »Man bekommt das selbst ja fast nicht mit, aber die Rückmeldungen kommen.«
Romanautorin

Übrigens: Nicht nur ihre Lieder schreibt Madeline selbst, sie versucht sich auch an Romanen. Einer war bereits fertig, ein zweiter angefangen, dann stürzte die Festplatte des Rechners ab. »Leider hat man nichts mehr retten können«, erzählt sie. Sie fasst mit ihren Händen Richtung Augen: »Es gab bittere Tränen über den Verlust.« Aber mittlerweile, so die 18-Jährige, hat sie neuen Mut gefasst und arbeitet an ihrem nächsten Buch, »etwas zwischen Krimi und Mystery« – getreu ihrem eigenen Song »Do it again«. Darin besingt sie das Scheitern und das Wiederaufstehen. Wichtig: Alles mit der gleichen Intensität noch mal zu tun – selbst wenn erneut Rückschläge drohen könnten.

Derzeit ist Madeline allerdings auf Erfolgskurs. Das Album ist da, Live-Auftritte werden folgen. Sie ist fest davon überzeugt, dass schöne Zeiten anrechen: »Man arbeitet jahrelang auf etwas hin, jetzt ist es eingetroffen – es geht nicht bald, sondern los: Wahnsinn.«

Autor: 
Bettina Kühne

Weitere Artikel aus der Kategorie: Kultur regional

Kabarett in der Illenau Achern: Barbara Ruscher
18. April 2015
Übermuttis mit Ökobewusstsein und iPhone verliebte Männer gehen Barbara Ruscher gewaltig auf den Keks. Ihr Programm »Panierfehler! Ein Fischstäbchen packt aus« entpuppte sich als bunte Comedy-Wundertüte, deren kabarettistische Bestandteile leider bescheiden ausfielen.
Akkordeonale in Offenburg
18. April 2015
Für die siebte Auflage der »Akkordeonale« hat der Niederländer Servais Haanen wieder ein Ensemble zusammengestellt, das die weltweite Präsenz des Akkordeons in fast allen Musikstilen unter Beweis stellt. Das Konzert in Offenburg wartet vor allem im zweiten Teil mit einer reizvollen Klangreise auf.
Künstlerkreis Ortenau
17. April 2015
Unter dem Titel »Verborgene Schätze aus der Ortenau« zeigt der Künstlerkreis Ortenau hochkarätige Kunstwerke aus Sammlungen in der Region. Am Sonntag, 19. April, 11 Uhr, wird die Schau im Artforum eröffnet.
»The Black Rider« kommt in die Oberrheinhalle
16. April 2015
Mit »Black Rider« von William S. Burroughs, Tom Waits und Robert Wilson kommt am Mittwoch, 22. April, die rockige Version des »Freischütz« auf die Bühne der Oberrheinhalle. Tom-Waits-Fan Edgar Common erzählt, warum.
Wortspiel-Lesung: Klaus Modick
15. April 2015
Offenburg (ug). Die lange Osterpause hat dem »Wortspiel« nicht geschadet. Das ungebrochene Interesse der Zuhörer an Autorenlesungen bestätigte sich am Montagabend.
Wortspiel 2015: Nino Haratischwili
14. April 2015
Nino Haratischwilis Roman »Das achte Leben (Für Brilka)« erzählt die Geschichte einer Familie in Georgien von Beginn des 20. Jahrhundert bis heute. Von Kritikern wird der Roman hoch gelobt, manche sprechen bereits von einem Jahrhundertwerk.
Kehl
13. April 2015
Das Theater der 2 Ufer Kehl und das Elsässische Kulturzentrum Straßburg haben am Freitag in einem Pressegespräch ihre Zusammenarbeit bekanntgegeben. Gemeinsame Projekte stehen bereits fest.
Ganes in der Offenburger Reithalle
13. April 2015
Der Musik von Ganes haftet eine betörende Aura an, obwohl sich das Trio aus den Dolomiten im Bereich der Popmusik bewegt. Gut zwei Jahre nach ihrem ersten Auftritt in Offenburg verzauberten die drei Wassernixen am Freitag erneut das Publikum in der Reithalle.
Wortspiel 2015: Fouad Laroui
11. April 2015
Im Rahmen der Offenburger Literaturtage »Wortspiel« stellen wir die Autoren und ihre Bücher vor. Fouad Laroui erzählt in »Die alte Dame in Marrakesch« vom Aufeinanderprallen der Kulturen.
Ausstellung in Oberkirch: Heinz Schultz-Koernig
07. April 2015
Fünfzig Bilder aus fast fünfzig Jahren. Der Oberkircher Maler und Kunstpädagoge Heinz Schultz-Koernig, der in diesem Jahr 70 Jahre alt wird, zieht in seiner Ausstellung »Zeichen und Konstruktion« im Alten Rathaus in Oberkirch die Bilanz seiner künstlerischen Arbeit.
Museum für neue Kunst Freiburg
04. April 2015
Das Museum für neue Kunst in Freiburg feiert mit der Ausstellung »30+30 retro/perspektiv« sein 30-jähriges Bestehen.
Puppenparade Ortenau 2015
04. April 2015
Viele ausverkaufte Vorstellungen und ein beifallfreudiges Publikum: Die Puppenparade hat ihren kleinen und großen Zuschauer wieder viel Freude bereitet. Und es hat sich unter den Erwachsenen herumgesprochen, dass das Festival mehr bietet als nur Kasperletheater für die Kinder.
Kultursommer Gengenbach 2015
04. April 2015
Einen lustigen Kultursommer versprechen die Veranstalter in diesem Jahr in Gegenbach. Das Sahnehäubchen zum Abschluss der am 13. Juni beginnenden Reihe ist das »Pop & Poesie«-Konzert von SWR 1 am 18. Juli.

Videos

Das Shadok - Straßburg eröffnet seine erste Digitalfabrik

Das Shadok - Straßburg eröffnet seine erste Digitalfabrik

  • Impressionen vom Kehler Ostermarkt

    Impressionen vom Kehler Ostermarkt

  • Matthias Schweighöfer im FORUM Offenburg

    Matthias Schweighöfer im FORUM Offenburg

  • HITRADIO OHR Partynacht in Offenburg

    HITRADIO OHR Partynacht in Offenburg

  • Chicago in Stuttgart - Leserfahrt der Mittelbadischen Presse

    Chicago in Stuttgart - Leserfahrt der Mittelbadischen Presse