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Achern

Acherner SPD-Räte sähen Campingplatz-Verpachtung kritisch

Für Patrik Schneider und Markus Singrün ist der Platz ein Aushängeschild der Stadt, der nicht unbedingt auf den freien Markt gehört
07. März 2017
&copy Heidinger

Die Acherner SPD-Stadträte Patrik Schneider und Markus Singrün äußern sich zur Berichterstattung in der ARZ über Pachtinteressenten für den Acherner Campingplatz (ARZ vom 2. März: »Interessenten für Campingplatz«) in einer Stellungnahme.
Schneider und Singrün seien erstaunt über den Bericht gewesen, er habe auch zu Verunsicherungen geführt, wie besorgte Rückfragen aus der Bevölkerung gezeigt hätten.

Die SPD-Räte sehen in dem städtischen Campingplatz eine Chance für die Stadt, wie es in der Stellungnahme heißt. Er sei ein wichtiger Baustein in der Touristik. Einer Verpachtung sei bisher nie zugestimmt worden. Vielmehr sollte die Stadtverwaltung eruieren, ob und zu welchen Konditionen dieser Platz überhaupt vermietet werden könnte, heißt es weiter: »Die Entscheidung darüber ist aber im Gemeinderat so noch lange nicht ausdiskutiert und schon gar nicht entschieden worden.«
Bislang beschere der Campingplatz jährliche Überschüsse, die das Defizit der angrenzenden Badestelle ausgleichen würden, so die Räte.

Prekäre Verhältnisse?

Besonders beunruhigt seien Schneider und Singrün über die Sicherheit der Arbeitsplätze. Ein neuer Pächter, befürchten sie, würde »mit befristeter Saisonarbeit und Mindestlöhnen mehr aus dem Campingplatz holen«. Prekäre Arbeitsverhältnisse scheinen vorprogrammiert, heißt es. Bislang seien die Beschäftigten dort aber über kommunale Arbeitsverträge abgesichert. »Diese nun dem freien Markt ohne wirtschaftliche Not zu opfern, scheint uns ein falscher vorauseilender Gehorsam« formulieren die SPD-Räte.

Ruhe und Planungssicherheit werde wohl erst eintreten können, wenn die Zukunft der Bauruine des benachbarten Seehotels endgültig geklärt ist, heißt es weiter. 

Förderverein gründen?

Die beiden Räte schlagen in ihrem Schreiben vor, einen Förderverein zu gründen, der die Organisation und Finanzierung des Campingplatzes in die Hand nimmt. Da wäre Großweier gefragt, »denn das ist ihr Tafelsilber«. Eine Erhöhung der Campingplatzgebühren für Dauercamper und Reisende, etwa um einen Euro pro Nacht, würde das Volumen erhöhen und könnte für Investitionen eingesetzt werden, meinen die SPDler.

Ihnen wäre wichtig, solche Vorschläge als gangbare Alternativen zu prüfen – in der Öffentlichkeit. Schließlich sei dieser Platz ein Aushängeschild für die Stadt, die sich ja als Eingangstor zum Schwarzwald verstehe und auf der Route der europäischen Fernstraßen einen zentralen Übernachtungspunkt darstelle.

Autor:
Matthias Heidinger

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