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Oppenau/Kniebis

Auch Freudenstadt plant Bau eines Weißtannenturms

Keine Konkurrenz der Türme / Oppenau sieht darin Ergänzung für eigenes Projekt
13. Januar 2015
&copy Simon Allgeier

Weißtannenturm der Zweite: Freudenstadt plant einen 30 Meter hohen Aussichtsturm auf der Alexanderschanze – nur wenige Kilometer vom vor der Vollendung stehenden Oppenauer Pendant auf dem Buchkopf. Eine Konkurrenz der Türme soll dadurch aber nicht entstehen, sind sich die Beteiligten einig.

Nur 30 Meter fehlen auf der Alexanderschanze, um einen Rundumblick über den Schwarzwald von 1000 Metern Höhe aus genießen zu können. Mit dem Bau eines Weißtannenturms will Freudenstadts Oberbürgermeister Julian Osswald die Höhendifferenz noch in diesem Jahr, spätestens aber 2016 überbrücken, wie er der Acher-Rench-Zeitung sagt. »Dass die Idee auch umgesetzt wird, ist sehr wahrscheinlich, sonst hätten wir sie nicht als Leuchtturmprojekt für die Leader-Bewerbung aufgelistet«, betont er. Neben dem Weißtannenturm zählt dazu auch eine Marktscheune in unmittelbarer Nähe zur bestehenden Kniebishütte. Wie der geplante 30 Meter hohe Turm, für dessen Bau laut Osswald bereits Geld im aktuellen Haushalt des Eigenbetriebs »Freudenstadt Tourismus« bereitgestellt wurde, soll auch die Scheune aus »dem heimischen Baustoff Weißtanne entstehen.

Dass in einer Entfernung von rund zwei Kilometern Luftlinie zur Kniebishütte derzeit gerade der 28 Meter hohe Weißtannenturm der Stadt Oppenau auf dem Buchkopf gebaut wird, will Osswald erst kurz vor Weihnachten erfahren haben. »Wir wussten nichts voneinander«, erklärt er. Sein Tourismusdirektor habe ihn unlängst über die bereits realisierten Pläne in Oppenau informiert. Einen Informationsfluss zwischen der badischen und der schwäbischen Seite des Schwarzwalds sei de facto nicht gegeben, begründet er dass die auch medial begleiteten Tätigkeiten auf dem Buchkopf für die Verwaltung der Stadt Freudenstadt so lange im Verborgenen blieben.

Aus der Presse erfahren

Eine Überraschung war es auch für Matthias Greilach, Geschäftsführer der Renchtal Tourismus GmbH, als er am Mittwoch aus der Presse von den Plänen Freudenstadts für den Bau eines Weißtannenturms erfahren hat. »Das wurde vorher nicht publik gemacht«, meint er, zeigt dafür jedoch auch Verständnis. Schließlich habe die Bewerbungen für die Aufnahme in das Leader-Förderprogramm jede Region für sich selbst verfasst und versucht, stichhaltige Konzepte zu finden und zu benennen. »Die Frage die mich nun umtreibt ist, wie wir die beiden Türme miteinander verknüpfen«, sagt Greilach. Im Vorfeld der Urlaubsmesse CMT in Stuttgart, wo die Nationalparkgemeinden an einem Gemeinschaftsstand ab Samstag vertreten sein werden, hätten sich die Geschäftsführer der Tourismuseinheiten zwar getroffen, das Thema Weißtannenturm sei jedoch nicht zur Sprache gekommen. Auf der CMT wolle er nun das Gespräch mit Freudenstadts Tourismusdirektor suchen.

Die Stadt Oppenau hat laut Kämmerer Uwe Gaiser von dem geplanten Turm auf dem Kniebis bereits im Laufe des vergangenen Jahres erfahren. »Wir begrüßen grundsätzlich alle Projekte, die geeignet sind den Tourismus voranzubringen, und sehen schon immer die Notwendigkeit, dass alle Akteure auf diesem Gebiet zusammen arbeiten«, erklärt er auf ARZ-Anfrage. Schließlich stünden die Türme nicht in Konkurrenz zueinander, »sondern sie ergänzen sich«. Sicherlich werde es, »so wie ich die Verantwortlichen im Bereich Tourismus kenne, eine zweckdienliche Bewerbung der Türme geben, jeder für sich und gemeinsam, zum Beispiel über den Naturpark«, meint Gaiser.

»Wie eine Perlenkette«

Auch Oberbürgermeister Julian Osswald blickt trotz der absehbaren Doppelung der Weißtannentürme auf kleinem Raum optimistisch in die Zukunft. »Ich glaube nicht, dass das für Oppenau ein Problem ist«, sagt er. Das Ziel der Gemeinden müsse sein, die Attraktivität der Region zu erhöhen. Dazu müssten sich die touristischen Angebote »wie eine Perlenkette an der Schwarzwaldhochstraße aneinanderreihen«. Derzeit verbringe ein Gast durchschnittlich 2,9 Tage im Schwarzwald. Diese Aufenthaltsdauer gelte es zu erhöhen. Sowohl Osswald als auch Greilach schließen eine Konkurrenzsituation der Türme aus. »Ich bin ein Verfechter der These, dass sich mehrere Angebote auf einem Raum eher befruchten als sich schaden«, hält Greilach fest.

Autor:
Simon Allgeier

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Kommentar

Konzept ist notwendig

Jede zusätzliche Attraktion ist geeignet, die Region, egal ob links oder rechts der Schwarzwaldhochstraße, touristisch interessanter zu machen. Da hat Freudenstadts Oberbürgermeister Julian Osswald recht. Wenn man aber schon mit dem großen Ganzen im Blick handeln und das Kirchturmdenken hinter sich lassen will, sollte man auch über den Tellerrand hinausblicken, sich informieren und die eigenen Vorhaben kommunizieren. Genau das passierte offensichtlich aber nicht. Wie der Oppenauer Weißtannenturm seine ihm angedachte Funktion als Alleinstellungsmerkmal erfüllen kann, wenn sich um ihn herum weitere Türme gen Himmel recken, ist eine Herausforderung für die Tourismusexperten. Fraglicher jedoch ist, wie die Förderung zweier nahezu identischer Türme auf so kleinem Raum aus ein und demselben Topf gerechtfertigt wird. Das sollte eigentlich nur möglich sein, wenn dahinter ein wirklich schlüssiges Gesamtkonzept für die Region steckt. Andernfalls wäre die massive Aufrüstung mit Türmen ein klarer Fall von Steuerverschwendung.
@ Wie ist Ihre Meinung? Schreiben Sie an simon.allgeier@reiff.de

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