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Rheinau-Helmlingen

Kieswerk in Helmlingen soll auch nach 2017 fortbestehen

Ortschaftsrat befürwortet Konzessionsverlängerung bis Ende 2021 / Abbautiefe bleibt bei 60 Meter unverändert
19. Mai 2017
&copy Thomas Hartmann

Am Helmlinger Baggersee sollen auch über 2017 hinaus Kies und Sand gefördert werden. Der Ortschaftsrat stimmte für eine Verlängerung der Abbaukonzession bis 2021. Breiter und tiefer als geplant wird der See dadurch aber nicht.

Der Helmlinger Kieswerkbetreiber soll nach dem Willen des Ortschaftsrates auch über 2017 hinaus innerhalb der bestehenden Uferlinie baggern dürfen. Das Gremium billigte am Mittwoch einstimmig den Antrag der Firma Edelsplitt- und Rheinkieswerk Helmlingen, die bislang auf Jahresende befristete Konzession bis Ende 2021 zu verlängern.

Der See hat innerhalb der Genehmigungsperiode, bis auf den Werksbereich, die genehmigten Abbaugrenzen erreicht. Um den vorhandenen Kies innerhalb der Wasserfläche abbauen zu können, ist eine Neuerteilung für die Restauskiesung und den Weiterbetrieb des Kieswerks erforderlich.

Joachim Corbe vom Ingenieurbüro Wald und Corbe erläuterte den Antrag, indem er die weitere Abbaumöglichkeiten mittels Saugbagger vorstellte. »Gegenüber dem Greifbagger ist mit dem Saugbagger ein genauerer Abbau möglich«, erklärte er. »Auf den Kieswerksbetreiber kommen Investitionen von fast einer Million Euro zu«, zeigte er auch den finanziellen Aufwand auf. Nicht überschritten werde dabei die bisher genehmigte Abbautiefe von 60 Metern. 

Noch viel zu holen

Grundlage für die Interimsgenehmigung für die Nachbaggerung war eine Untersuchung über abbaufähige Kiese und Sande unterhalb der bestehenden Feinsandauflage. Die neuartige »Sub-Buttom-Profiler-Messung« hat eine Lagerung von etwa 2,9 Millionen Kubikmeter Kiese und Sande ergeben. Joachim Corbe geht in seinem Gutachten von einem realistischen Abbau von 1,9 Millionen Kubikmeter aus, was bei zehn Jahren eine jährliche Leistung von 190 000 Kubikmetern Kiese und Sande bedeutet. Andreas Ness vom Ingenieurbüro IUS Weibel und Ness verneinte negative Auswirkungen für das Dorf. Zudem bestätigte er, dass es durch die schonende Abbauweise keine negativen Umwelteinflüsse gebe. 

»Wir wollen keinen Abbau an den Uferzonen, um Landunterspülungen zu vermeiden«, forderte Ratsmitglied Roland Schulz. »Durch die turnusmäßigen Seevermessungen werden die Böschungswinkel regelmäßig kontrolliert«, erklärte Stadtbaumeister Roland Mündel. Ortsvorsteher Manfred Kreß begrüßte die Investition: »Die Arbeitsplätze werden erhalten und die Ausgleichsmaßnahmen sind bisher immer erfüllt worden.«

Autor:
Thomas Hartmann

Hintergrund

Kein neuer Baggersee

Ursprünglich wollte der Helmlinger Kieswerkbetreiber künftig auch im Gewann Gayling Kies abbauen. Dazu sollte die Fläche im Zuge der Fortschreibung des Regionalplans entsprechend deklariert werden (wir berichteten). Doch damit spielten die übergeordneten Behörden nicht mit; sie verwiesen auf einen unverhältnismäßig hohen Flächenverbrauch im Vergleich zu anderen Abbaustätten entlang des Oberrheins. Zuvor hatte sich vor allem unter Landwirten und Naturschützern Widerstand geregt. Sie beklagten den Verlust landwirtschaftlicher Fläche und Eingriffe in die Natur. bru

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