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Tiergarten bangt um seinen Bus

Landratsamt möchte den Schulbus für Schüler reservieren / Ortschaftsrat wehrt sich
23. August 2004
Der Ortschaftsrat Tiergarten macht mobil: Mit Vehemenz sprach er sich gegen den Entschluss des Landratsamtes aus, die Mitfahrgelegenheit der Bürger in Schulbussen zu verbieten. Gerade ältere Menschen sind auf den Bus angewiesen.

Oberkirch-Tiergarten. Verärgert war Ortsvorsteher Konrad Papst in der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates. Anlass war die Entscheidung des Landratsamtes, ab kommendem Schuljahr keine Mitfahrmöglichkeit für die Allgemeinheit im Schulbus zuzulassen. Nicht nur die Entscheidung selbst sorgte für massive Kritik, auch die damit verbundene Informationspolitik der Kreisverwaltung rief Unverständnis hervor.
In einem Brief vom 16. Juli an das Busunternehmen, das den Schülerverkehr auf der Strecke Haslach-Tiergarten-Ringelbach-Oberkirch durchführt, wurde angekündigt, dass »aus rechtlichen und finanziellen Gründen keine Möglichkeit mehr« gesehen werde, »einen erneuten Antrag auf Zustimmung zur Mitnahme Dritter im Rahmen des Schülerbeförderungs-Vertrages mit der Stadt Oberkirch zuzustimmen«.
Die Firma hatte die Stadt Oberkirch darum gebeten, die Schulen und die Öffentlichkeit zu informieren. Er selbst, so Papst, habe zufällig von diesen Ereignissen gehört und das Thema auf die Tagesordnung gesetzt. Er zitierte aus dem Brief der Kreisverwaltung an das Busunternehmen, dass das Landratsamt befristet für das Schuljahr 2003/04 die »Mitnahme Dritter« auf dieser Strecke genehmigte, um Fahrtmöglichkeiten für die Allgemeinheit zu schaffen.
Laut einer Statistik der Kreisverwaltung sei das Angebot jedoch von Schülern ausgenutzt worden. Es wurden nämlich 1038 Kinderfahrscheine gelöst, aber nur 106 Fahrscheine zum Normaltarif. Diese Zahlen würden belegen, so das Landratsamt, dass Schüler das Angebot nutzten, um unter Umgehung der Satzungsbestimmungen Einzelfahrscheine für Fahrten mit dem Schulbus zu erwerben.
Konrad Papst betonte: »Wir haben jahrelang darum gekämpft, für unsere Bürgerinnen und Bürger eine Mitfahrgelegenheit zur Kernstadt zu erhalten«, rief er in Erinnerung, man könne diese nicht wieder aufgeben. Der Verkauf von Einzelfahrscheinen sei eine zusätzliche Einnahmequelle gewesen und gerade nicht motorisierte, ältere Menschen hatten dadurch die Chance, in die Kernstadt zu kommen.
Im Regen auf dem Rad
»Auf diese Weise wird keine einzige Monatskarte mehr verkauft«, kritisierte Hermann Hüger die Entscheidung des Landratsamtes. Schüler, die bislang mit dem Fahrrad fuhren und bei schlechtem Wetter den Schulbus nutzten, würden dann auch bei Regen mit dem Fahrrad unterwegs sein oder auf Fahrgemeinschaften der Eltern zurückgreifen.
Als völlig unverständlich bezeichnete er es, jetzt auch älteren Menschen keine Mitfahrgelegenheit zu geben. Wie Konrad Papst kritisierte auch Karlheinz Huber, dass immer mehr Läden und Filialen aus den Ortschaften verschwinden. Der öffentliche Personennahverkehr konzentriere sich aber auf wenige Hauptstrecken, der Querverkehr werde vernachlässigt.
Auch Martin Benz bemängelte, dass jetzt jede Mitfahrgelegenheit gestrichen wird. Einstimmig forderte der Ortschaftsrat, in Zukunft die Mitnahme Dritter wie bisher zu ermöglichen.

Autor:
Peter Meier

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