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Kehl

16 Monate: Trambau geht weiter

Mitte Juni beginnt der zweite Bauabschnitt / Planer rechnen mit Beeinträchtigungen des Verkehrs
19. Mai 2017
&copy Stadt Kehl&copy Erwin Lang&copy Erwin Lang

Der Bau der Tramstrecke geht Mitte Juni weiter. Am Donnerstagabend wurden die geplanten Abläufe im Rahmen eines Informationsabends vorgestellt. Die Verwaltung versuchte, Bürger und Vertreter von Handel und Gewerbe noch einmal auf das Projekt einzuschwören. Sie warben für Toleranz bei unvermeidbaren Belastungen während des Baus.

Die grenzüberschreitende Tram bis zum Kehler Bahnhof ist in Betrieb genommen, jetzt kommt der zweite Abschnitt der Tramstrecke zum Kehler Rathaus an die Reihe. Am Donnerstag stellte Ingenieur Michael Knopf vom Büro Obermeyer aus Karlsruhe die verschiedenen Bauphasen vor. Bevor er mit seinen Ausführungen begann, versuchten Oberbürgermeister Toni Vetrano und Baubürgermeister Harald Krapp, die Anwesenden »ins Boot zu holen«.
Möglicherweise werde es auch im jetzt anstehenden zweiten Bauabschnitt zu Hürden kommen, sagte OB Vetrano. Vor allem die nicht eingeplanten Grenzkontrollen hätten während des ersten Abschnitts »Kummer bereitet«. Der OB warb für Verständnis: »Wir betreiben eine Stadtentwicklung, die nicht selbstverständlich ist für eine Stadt in der Größenordnung von Kehl.«

Harald Krapp versprach, die Öffentlichkeit und speziell die von den Maßnahmen Betroffenen »so gut wie möglich und ständig auf dem Laufenden« zu halten. Ziel sei es, etwaige Probleme direkt zu lösen. Erste Ansprechpartnerin soll hierbei Bianca Marzloff sein, die ihr Büro in der Tourist-Info hat. Sie soll dann in Absprache mit den beteiligten Baufirmen nach Lösungen suchen. Diese sind künftig in einem Baustellenbüro vor Ort, das auf dem Läger installiert wird. Zusätzlich wolle man ein »Begleitgremium« von zehn bis 15 Personen bilden, an dem auch Bürger beteiligt werden.

Weiter warb Krapp mit dem guten Start des Tramverkehrs: »Es fahren verdammt viele Leute mit der Tram – mehr als wir es uns je erträumt haben.« Der weitere Bau, so räumte er ein, sei »nicht ohne Einschränkungen möglich«.
Die Bauzeit für den nächsten Abschnitt wird der Verwaltung zufolge 16 Monate betragen. Bauplaner Michael Knopf zeigte den rund 100 Anwesenden acht Teilpläne und ging jeweils auf die problematischen Punkte ein. Denn ja nach Phase wird es Engpässe und Sperrungen geben, die Umleitungen nötig machen. Besonders komplex und herausfordernd sei beim Bau die Neuverlegung von Gas- und Wasserleitungen, die zum Beispiel in der Großherzog-Friedrich-Straße nötig sein wird.
 
Start Mitte Juni

Die erste Bauphase beginnt Mitte Juni 2017 mit einem Schwerpunkt an der B 28 im Bereich der Läger-Kreuzung (Abzweigung Carl-Benz-Straße). Die Oberländerstraße ist jetzt bereits Einbahnstraße und gewährt den Zugang zur Hauptstraße, während auf der Großherzog-Friedrich-Straße ab Höhe Rheinstraße nur noch Richtung Läger gefahren werden kann – wie es auch sein wird, wenn die Tram schließlich fährt.

Auf der B 28 wird der Durchgangsverkehr nach Angaben der Planer immer fließen können – aber jeweils nur auf einer Spur. Im Bereich rund um den Läger-Festplatz wird es über den gesamten Zeitraum verschiedene Sperrungen und Änderungen der Verkehrsführung geben. Hier soll jeweils eine gute Beschilderung die wichtigsten Alternativrouten anzeigen.

Aus den Zuhörer-Reihen kamen verschiedenste Anliegen und Hinweise. Etwa aus dem Einzelhandel die Bitte, möglichst lange die Zufahrt zum City Center oder zum Centrum am Markt zu gewährleisten. Auch die Hafenzufahrt war Thema. Sie soll immer über die Carl-Benz-Straße möglich sein. Anwohner hatten Fragen, die teils so ins Detail gingen, dass der Ingenieur passen musste und Gerlinde Ulrich von der Verwaltung antwortete. Befürchtungen drehten sich zudem um den Schwerlastverkehr und die Mehrbelastung  durch die Sperrung der Rheinbrücke bei Rheinau-Freistett. Diese kommt nach aktuellem Stand jedoch erst von Juni bis August 2018. Zuhörer äußerten sich skeptisch zur geplanten Verkehrsführung. Ingenieur Knopf versicherte, das hierfür beauftragte Partnerbüro habe »alles im Griff« und bat um Vertrauen.

Nach der ersten Bauphase verlagern sich die baulichen Schwerpunkte Richtung Großherzog-Friedrich-Straße. Recht früh wird auch am Busrendezvous gearbeitet. Zuletzt wird dann im Bereich zwischen Läger und Hochschule gearbeitet, auch dort gibt es für einige Wochen Sperrungen.

Die Gleisbauarbeiten sollen Ende August 2018 beendet sein, bis September sollen alle Baustellen verschwunden sein und der rund zehnwöchige Probebetrieb der Tram beginnen. Das Weihnachtsgeschäft 2018 soll gesichert sein.
Die Detailpläne werden auf der Homepage der Stadt unter www. kehl.de ausführlich erläutert.

Autor:
Florian Würth

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