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Kehl

Bergungsarbeiten für zerbrochenen Frachter angelaufen

Unglücksfrachter "Klipper" wird zersägt
17. Februar 2016
&copy Sven Kimmig&copy Sven Kimmig&copy Sven Kimmig.&copy Martin Egg&copy Martin Egg

Die niederländische Spezialfirma Hebo hat mit den Bergungsarbeiten am im Kehler Hafen gesunkenen Unglücksfrachter »Klipper« begonnen. Für den Hafen bedeutet dies weiterhin Einschränkung im Schiffsverkehr.

Der am 26. Januar gesunkene Frachter »Klipper« wird im Lauf dieser Woche im Kehler Hafenbecken 2 geborgen. Bereits am Dienstag – die Kehler Zeitung berichtete – fanden dazu Vorbereitungen statt. 
Die Bergung übernimmt die niederländische Spezialfirma Hebo Maritiemservice mit deutschem Sitz in Duisburg. Der dafür notwendige Schwimmkran und ein Leichter – ein Schiff ohne Antrieb, das als Ladungsbehälter dient – waren dafür fünf Tage lang unterwegs. Wegen des hohen Wasserstands kam das Bergungsteam mit einem Tag Verspätung an. 

Der viele hundert Tonnen schwere Frachter, dessen Hülle bei einem Beladungsvorgang gebrochen war, wird in drei Teile zersägt. Dabei sei es aus versicherungstechnischen Gründen sehr wichtig, die »Bruchstelle« nicht zu beschädigen, da sonst die Unglücksursache nicht geklärt werden könne, erklärte gestern ein Hebo-Mitarbeiter der Kehler Zeitung. 

Kette an Haken

Der erste Schnitt wird kurz hinter dem Fahrerhaus gemacht. Um für einen reibungslosen Arbeitsablauf zu sorgen, hat ein Taucher bereits Vorrichtungen am Schiffsbug angebracht. Um ihn durchzusägen, wird eine 20 Zentimeter durchmessende Eisenkette um den Frachter gelegt. Die Enden der Kette werden an den Kranhaken befestigt und wie eine Säge hin und her bewegt – bis der Rumpf zerteilt ist. 

Die 500 Tonnen schwere Schredderschrott-Ladung war zuvor mit Hilfe eines Elektromagneten aus dem Laderaum des Frachters befreit worden. Sie soll an ihren ursprünglichen Eigentümer zurückgegeben werden. »Aufgrund der geringen Sichtmöglichkeit war das wirklich eine tolle Leistung des Kranführers«, bewertete Uli Stichler, der stellvertretende Hafendirektor, die 20-stündige Aktion, in deren Rahmen auch Öl und Diesel aus dem Wrack gepumpt und Leitungen verschlossen wurden. Weil nach wie vor die Gefahr besteht, dass im Schiff verbliebene Reste durch Beschädigungen in den Rhein fließen, liegt immer noch eine Ölsperre im Hafenbecken. Eine am Unglücksort installierte Technik sorgt momentan dafür, dass das schon verunreinigte Hafenwasser vom Öl getrennt wird. 
Durch die Bergungsarbeiten ist der Verkehr im Hafenbecken derzeit nur eingeschränkt möglich: Einfahrende Schiffe müssen sich zunächst anmelden, damit der mit Stahlseilen an den Hafenbeckenufern befestigte Kran verschoben werden kann. Will ein Schiff passieren, muss das Stahlseil zuvor ins Wasser abgelassen werden. 

Der Hebebock war laut dem Hebo-Mitarbeiter die vergangenen fünf Monate dauerhaft in Antwerpen im Einsatz und wurde von Rotterdam über den Rhein bis nach Kehl verschifft. Er wird gewöhnlich vor allem für den Brücken- oder Schleusenbau benötigt –  überall dort also, wo der Landgang erschwert ist.

Der Frachter soll so schnell wie möglich geborgen werden. Schwimmen wird er wohl nie wieder, stattdessen soll er in Holland verschrottet werden. 

Autor:
Renée Arnold

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