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Kehl

Klimaschutz: Nahverkehrskonzept soll Durchbruch bringen

Kehler Klimaschutzmanagerin Lea Unterreiner legt Sachstandsbericht vor
20. März 2017
&copy Stadt Kehl

In Sachen Klimaschutz hat Kehl noch einen langen Weg vor sich: Das ist das Fazit von Kehls neuer Klimaschutzmanagerin, das sie am Mittwochabend im Gemeinderat zog.

Kehls neue Klimaschutzmanagerin Lea Unterreiner hat am Mittwoch im Gemeinderat ihren ersten Sachstandsbericht zum 2013 beschlossenen städtischen Klimaschutzkonzept abgegeben. Ziel dieses Konzepts ist es, Treibhausgase zu reduzieren, um so den fortschreitenden Klimawandel aufzuhalten. Damit beteiligt sich Kehl an dem von der Bundesregierung ausgegebenen Ziel, die Emission von Treibhausgasen in den nächsten Jahrzehnten um 80 bis 95 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken. 

Im Rahmen eines »klimapolitischen Leitbilds« ist es unter anderem Aufgabe Unterreiners, die Kehler und ihre Unternehmen zu sensibilisieren. Wie es im Bericht der Klimanagerin heißt, gibt es noch viel zu tun: So sei die Zahl der Fotovoltaikanlagen aufgrund bundespolitischer Auswirkungen seit 2013 kaum gestiegen. Um das Ziel zu erreichen, müssten bis 2030 Anlagen mit einer Gesamtspitzenleistung von 15,5 Megawatt peak (MWp) installiert werden. Deshalb schreibe das Gebäudemanagement ständig Dachflächen zur Solarnutzung aus. Zur Förderung im privaten Bereich sei bisher noch nichts unternommen worden. 

Außerdem könne die Nutzung industrieller Abwärme nicht realisiert werden, obwohl dem die Stadt durch den Neubau von Nahwärmenetzen entgegen wirke. Unterreiner erwähnt hier die Gründung der Wärmgesellschaft Kehl für die Versorgung von Diakonie Kork und Richard-Wagner-Straße. Weitere Nahwärmenetze seien in Planung.  

Auch vom im Leitbild formulierten Ziel, im Bereich nachhaltiger Mobilität den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2030 um 15 Prozent zu reduzieren, sei man noch entfernt. Man erwarte sich aber vom Nahverkehrskonzept einen positiven Effekt. Erfolge könne man dagegen bereits im Bereich energetischer Sanierungen vorweisen, außerdem verweist Unterreiner auf das Pilotprojekt »Energieeffizienzgenossenschaft Straßenbeleuchtung«, in dessen Rahmen mehrere Straßen mit stromsparenden LEDs ausgestattet werden sollen. Dazu fänden bereits die ersten Abstimmungsgespräche statt.

WWF-Aktion »Earth Hour«

Im Rahmen der Sensibilisierung von Privathaushalten soll in den Monaten September und Oktober im Rathaus die Aktion »Ihr Haus unter der Klimalupe« stattfinden. Außerdem will die Stadt am 25. März wieder an der WWF-Aktion »Earth Hour« teilnehmen: Für eine Stunde wird hier symbolisch die öffentliche Beleuchtung abgestellt. Von Mitte August bis Anfang November soll es außerdem eine Ausstellung im Ufo (Rheinvorland) geben, die das Thema »Energiewende« erklärt.

Zur Sensibilisierung von Unternehmen plant Unterreiner für Mittwoch, 23. März, von 17 bis 20 Uhr in der Kehler Stadthalle eine Informationsveranstaltung, bei der es um Energieeffizienz geht. Die  Kompetenzstelle Energieeffizienz (KEFF) der Region Südlicher Oberrhein informiert über Betriebs-Effizienz-Checks, außerdem werden gelungene Beispiele aus der Praxis vorgestellt, teilt die Stadtverwaltung mit. Der Eintritt ist kostenfrei, Anmeldungen sind unter •07 61/15 10 98 0 und alexandra.jung@keff-bw.de, möglich. Ferner hegt die Klimaschutzmanagerin den Plan, das Straßburger Hafenprojekt »Ecologie industrielle« auch auf den Kehler Hafen auszuweiten und so auch eine erste grenzüberschreitende Klimaschutzmaßnahme auf den Weg zu bringen.

Autor:
Martin Egg

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