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Wissensdurst mit Brief und Siegel

Zertifikat macht Goldscheuerer Don-Bosco-Kindergarten zum »Haus der kleinen Forscher«
23. Juni 2012
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Als erster Kehler Kindergarten darf sich der katholische Kindergarten Don Bosco in Goldscheuer »Haus der kleinen Forscher« nennen. Das Zertifikat wurde nun übergeben.

Kehl-Goldscheuer. Wie entsteht ein Gewitter? Wie bekommt man verschmutztes Wasser wieder so sauber, dass man es sogar trinken kann? Was passiert, wenn man ein Bündel Wunderkerzen ins Wasser taucht? Solchen und anderen Fragen gehen die Kinder im katholischen Kindergarten Don Bosco in Goldscheuer schon seit Jahren nach. »Kinder haben einen natürlichen Wissensdrang«, weiß Kindergartenleiterin Silvia Krämer. Und diesen Forscherdrang macht sich das Team zunutze.

Seit die Stadt Kehl 2008 Netzwerkpartner der Stiftung »Haus der kleinen Forscher« wurde, ist auch der Kindergarten Don Bosco mit von der Partie. Regelmäßig experimentieren die Erzieherinnen mit den Kindern. Inzwischen nehmen vier von ihnen regelmäßig an Workshops teil. Im Kindergarten gibt es eine »Forscher-Ecke«, wo sich die Kinder einmal in der Woche mit ihren Fach-Erzieherinnen treffen und selbst etwas ausprobieren können. Kleinere Experimente werden in den Gruppen gemacht. Im »Le Vaisseau« in Straßburg, wo Kinder Wissenschaft und Technik spielerisch entdecken, sind die Don-Bosco-Kinder regelmäßig zu Gast.

Mindestens zweimal im Jahr stehen vertiefende Projekte zu Themen aus Naturwissenschaft, Mathematik und Technik auf dem Plan, etwa das »Steine-Projekt«. »Das lief über acht Wochen«, erzählt Silvia Krämer. »Ein Mädchen hatte mal einen Stein gefunden und gesagt: Das sei ein Meteorit. Das wurde zum Anstoß, sich mit dem Thema ›Steine‹ zu beschäftigen.« Es wurde viel experimentiert; eine Steine-Ausstellung wurde zusammengestellt, die im Eingangsbereich zu besichtigen ist; auch ein Ausflug zum Goldscheuerer Kieswerk gehörte dazu. Solche Exkursionen helfen den Kindern, einen Bezug zum Thema herzustellen, sagt Silvia Krämer: »Man holt die Kinder in ihrer eigenen Erfahrungswelt ab.«

Teil der Bewerbung

Die Vorstellung dieses Steine-Projekts war auch Teil der Bewerbung um die Zertifizierung als »Haus der kleinen Forscher«. Und die überzeugte nun auch das Prüfungskomitee der Stiftung in Berlin. Am Freitag konnte Susanne Linnenberg von der Stadt Kehl als Vertreterin der Stiftung das entsprechende Zertifikat überreichen. Gefeiert wurde dieser Tag im Kindergarten mit einem »Forscher-Tag«, in dessen Verlauf die Kinder verschiedene Stationen durchlaufen mussten, wo kleine Experimente zu den vier Elementen Wasser, Feuer, Erde und Luft aufgebaut waren. Da konnten sie sehen, wie man verschmutztes Wasser wieder sauber bekommt, wenn man es durch eine Filter-Anlage aus verschiedenen Kieselsteinen und Sanden gießt, oder wie man mit Erde sogar schreiben und malen kann.

Auch Brigitte Clemens von der katholischen Gesamtkirchengemeinde Kehl war stolz auf das Zertifikat. Und die Kinder sind mit Begeisterung dabei. Das Zertifikat gilt übrigens nur für zwei Jahre. Dann muss man sich erneut bewerben. »Für uns heißt das: Dranbleiben und weitermachen«, sagt Silvia Krämer: »Aber die Ideen für weitere Experimente gehen uns bestimmt nicht aus.«

Die Idee zur Bildungsinitiative entstand 2006. Mit der Helmholtz-Gemeinschaft, der Siemens AG und der Stiftung von SAP-Gründer Dietmar Hopp gründete die Unternehmensberatung McKinsey & Company das »Haus der kleinen Forscher«, eine gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Berlin. Mittlerweile gilt sie als die größte Frühbildungsinitiative. Kinder sollen dabei die Welt der Mathematik, Naturwissenschaft und Technik selbst entdecken. Denn heute haben Kinder draußen kaum noch Freiräume, um selbst etwas auszuprobieren. Die Stiftung arbeitet mit lokalen Partnern wie der Stadt Kehl zusammen. Inzwischen machen 20 von 21 Kehler Kindergärten beim Programm mit. Für das Zertifikat (Geltungsdauer zwei Jahre) kann sich eine Einrichtung frühestens nach neun Monaten Mitarbeit beim Fortbildungsprogramm bewerben. Voraussetzungen:

Regelmäßige Experimente

Mindestens zwei Erzieher, die regelmäßig zweimal jährlich an Fortbildungen teilnehmen

Mindestens zwei größere Projekte zu Themen aus Naturwissenschaft und Technik pro Jahr.

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Autor: 
Michael Müller

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