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Wolfach

Angelo Busam ist Deutschlands bester Glasmacher-Auszubildender

Ein bodenständiger Überflieger: Der 21-jährige Offenburger hat sein Handwerk in der Dorotheenhütte Wolfach gelernt
19. Dezember 2015
&copy Tobias Lupfer&copy Jens Schicke

Angelo Busam ist Deutschlands bester Nachwuchs-Glasmacher: Am Montag wurde der 21-Jährige, der sein Handwerk in der Wolfacher Dorotheenhütte gelernt hat, von der IHK bei der Nationalen Bestenfeier in Berlin geehrt.

Seit Kindertagen fasziniert die Kunst des Glasmachens Angelo Busam. In der Dorotheenhütte Wolfach hat der 21-jährige Offenburger das Handwerk in den vergangenen zweieinhalb Jahren von der Pike auf gelernt – mit überragendem Erfolg: Am Montag wurde er in Berlin bei der Nationalen Bestenehrung des Deutschen Industrie- und Handelskammertags als Deutschlands bester Glasmacher-Auszubildender ausgezeichnet.

Selbst Barbara Schöneberger gratuliert

Für seine Besten lässt sich der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) nicht lumpen: Moderiert wurde die Feier im Maritim Hotel abermals von Barbara Schöneberger, Laudator war Bundesjustizminister Heiko Maas, und natürlich gratulierte DIHK-Präsident Eric Schweitzer höchstpersönlich zu den überragenden Prüfungsergebnissen. »Es war ganz nett«, sagt Busam im Nachgang über die Feier. »Aber ich muss das nicht unbedingt haben.« Der 21-Jährige ist bodenständig. Und so gut das Zeugnis ist: Die tatsächliche Arbeit zählt für Glasmacher mehr als eine Auszeichnung auf Papier. »Die Feuerprobe kommt immer, wenn man in die Hütte kommt und die Pfeife in der Hand hat.«

Etwa ein Jahr vor dem Abitur, das er am Grimmelshausen-Gymnasium in Offenburg gemacht hat, stand für Busam fest: Er will Glasmacher werden. Begeistert hatte ihn das Handwerk schon viel früher: »Ich war als Kind ein paar mal mit meinen Eltern im Bayrischen Wald.« Während die Eltern, die heute in Fessenbach das Hotel »Traube« betreiben, dort an den Glasmachern recht schnell vorbeigingen, blieb Angelo Busam stehen und schaute gespannt zu, wie aus der rot glühenden Masse filigrane Kunstwerke wurden.

Abschlussprüfung besser als beim Abitur

Jahre später ist er der beste Nachwuchs-Glasmacher der Republik. »Ich bin schon mit dem Anspruch rein, dass ich’s besser machen will als beim Abitur«, lacht Busam beim Gedanken an die Prüfung – dass es aber so gut läuft, damit hatte er selbst nicht gerechnet.

Titel hin oder her: »Ohne Praxiserfahrung geht in unserem Beruf gar nichts.« Die will er nun erst einmal noch in Wolfach sammeln – auch wenn Dorotheenhütten-Chef Ralf Müller seinem Spitzen-Auszubildenden alle Möglichkeiten für Auslandsaufenthalte offengehalten hat. »Die Kollegen sind der Oberhammer«, lobt Busam das Team. Und über deren Tipps freue er sich immer.

Traum: Irgendwann nach Kanada, Schweden oder Italien

Einen Zeitplan hat er nicht, irgendwann hofft er aber doch, im Ausland einmal neue Inspiration sammeln zu können: Kanada, Schweden oder Italien reizen ihn. »Das wäre ein Traum, da mal hin zu kommen – und wenn’s nur für einen Monat als Praktikum ist.« Gerade in die für ihre Kunst bekannte Glasmacher-Hochburg Murano in Italien aber sei es sehr schwierig hineinzukommen.

Angst, mit seiner eher untypischen Berufswahl aufs »falsche Pferd« gesetzt zu haben, hat Busam nicht: »Alles, was rar und selten wird, das findet auch Abnehmer. Deshalb glaube ich schon, dass die Branche auch Zukunft hat.«

Autor:
Tobias Lupfer

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