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Nach Sparkassen-Entscheidung

Schließt auch die Gutacher Volksbank-Filiale?

Vorstand dementiert Schließungsgerüchte nicht und kündigt fürs Frühjahr 2017 Entscheidung an
05. Dezember 2016
&copy Claudia Ramsteiner

Die Schließung der Sparkassen-Filiale in Gutach und eine drohende Schließung der Volksbank-Geschäftsstelle waren heiß diskutierte Themen in der Pause des Jahreskonzerts der Trachtenkapelle am Samstagabend.

Dass die Sparkasse Haslach-Zell ihre Filiale in Gutach schließt, sorgte für Unverständnis in der Bevölkerung, beim Gemeinderat und bei Bürgermeister Siegfried Eckert, der dies in der Pause des Jahreskonzerts am Samstagabend als »schlechteste Nachricht des Jahres« bezeichnete. Immerhin habe die Sparkasse in Gutach einen sehr hohen Marktanteil. 

Eckert habe drei intensive Gespräche mit dem Vorstand geführt – und beim dritten Gespräch zumindest noch die Minimallösung erkämpft, dass in Gutach weiterhin  Beratungen nach Terminabsprache geboten werden. »Mir ist das einfach zu schnell gegangen, ich hatte um eine Übergangslösung gebeten«, so Eckert, den man selten so »sauer« erlebt.

»Die aktuelle Zinspolitik bringt Geschäftsmodelle in Bedrängnis«

Dies ist umso verständlicher, als auch die Gutacher Filiale der Volksbank in Gefahr ist. Dies wollte Vorstand Martin Heinzmann auf Anfrage gestern weder bestätigen noch dementieren. Tatsache sei, dass auch die Volksbank bereits mehrfach über die enorm gestiegenen Herausforderungen im Bankgeschäft berichtet habe und offen und transparent mit diesen Themen umgehe. »Die aktuelle Zinspolitik der EZB und die gestiegene Regulatorik bringen Geschäftsmodelle, die teilweise seit weit über 100 Jahren funktionieren, in Bedrängnis«, so Heinzmann.

Die Volksbank Kinzigtal sei gerade intensiv mit der Fusion mit Triberg beschäftigt, das sei »im Hintergrund noch viel mehr Arbeit, als man im Vordergrund sieht«. Dass die Volksbank »ihre Filialstrukturen überdenke« sei bereits kommuniziert worden, und es gebe halt »große und kleine Filialen«. Es braucht keine große Fachkenntnis, um Gutach nicht zu den großen zu zählen.

95 Prozent erledigen klassische Servicetätigkeiten online 

Der Schließung der Sparkassenfiliale nun damit zu begegnen, die Gutacher Geschäftsstelle zu erhalten und damit einem Mitbewerber Kunden abzuwerben sei wegen der hohen Kosten für die IT und die Immobilie betriebswirtschaftlich nicht unbedingt sinnvoll. Mittlerweile würden bereits 95 Prozent der klassischen Servicetätigkeiten online oder  mobile durchgeführt. Die Volksbank werde im Frühjahr ihre Entscheidung mitteilen, versprach Heinzmann.

Bürgermeister Eckert nährt noch einen Hoffnungsfunken

Bürgermeister Eckert nährt immer noch den Hoffnungsfunken, dass es eine gute Entscheidung für das Dorf werde. Schließlich lebt der Vorstand selbst im Ort und habe ihm mitgeteilt, dass »Gutach direkt im Herzen des neuen, fusionierten Volksbankgebietes liege«. Dass die Volksbank so gut unterwegs sei, liege ja auch an der Bindung zur Bevölkerung.

»Mich ärgert, dass Schwarz-Weiß-Denken«, sagte Gemeinderat Thomas Albrecht bei der Diskussion in der Konzertpause. Man könne sich ja auch eine Öffnung von zwei Tagen vorstellen. »Damit schwindet wieder ein Stück Lebensqualität auf dem Land, das frustriert«, so Albrecht. Seine Ratskollegin Renate Wasmer befürchtet, dass auch die Kinder die Bindung an die örtlichen Geldinstitute verlieren, wenn sie am Weltspartag nicht mehr ihr Sparkässle zur Bank bringen: »Dann sind die heimische Sparkasse und Volksbank eine von vielen Internetbanken und sie werden sich die mit den geringsten Kontogebühren heraussuchen«, so Wasmer. 

Autor:
Claudia Ramsteiner

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