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Firma Streit stellt ihre »Arbeitswelt« vor

Arbeiten in einem Wohlfühlbüro: Streit Service & Solution geht neue Wege
05. März 2015
&copy Frank Müller&copy Frank Müller

Das Forschungsinstitut »Great Place to Work« gab Impulse, die Mitarbeiter entwickelten gemeinsam mit Fachleuten ihre »Streit-Arbeitswelt«, die jedem Besucher auf den ersten Blick vermittelt: Im Büro des Hausacher Unternehmens Streit Service & Solution macht die Arbeit Freude. Wir warfen einen Blick in diese faszinierende Bürowelt.

In der zweiten Etage des Gebäudes am Westeingang Hausachs teilt sich Rudolf Bischler, Chef der Firma Streit Service & Solution, ein Großraumbüro mit 63 Mitarbeitern. Oder anders ausgedrückt: Hier leben seit etwa einem halben Jahr 64 kreative Menschen in einer Arbeitswelt, die sicher ihresgleichen in der Ortenau sucht – und auf die der negativ besetzte Begriff »Großraumbüro« passt wie die Faust aufs Auge. 

Ein eintöniges, schwaches Gemurmel liegt zwischen dem Akustik-Teppichboden und den von der Decke abgehängten futuristischen Akustikelementen – dies alles wurde mit »Akustikpapst« Christian Nocke aus Oldenburg austariert. Denn ist das Grundgeräusch zu hoch, wirkt es störend, ist es zu niedrig, kann man hören, was Einzelne sprechen. Beides widerspricht der Workwellness, die die Firma Streit hier mit ihren Mitarbeitern lebt.

Rudolf Bischler empfängt seine Besucherin auf einem großen Ecksofa, einer gemütlichen Insel mitten in dieser Arbeitswelt. Der Blick schweift hinüber zum »Think-Tank«. Drei solcher »Denkzellen« aus schwarzwaldheimeligem Weißtannenholz sind auf der Fläche verteilt. Zwei dienen als Rückzugsräume für ein vertrauliches Telefonat, ein Gespräch oder für konzentrierte Einsamkeit: Hier darf niemand angesprochen werden. Ein dritter »Think-Tank« ist mit allen erforderlichen Anschlüssen und Bildschirm ausgestattet, er dient zur Arbeit im Rückzugsraum.

Wenn Rudolf Bischler an seinem Schreibtisch sitzt, ist er für alle ansprechbar. Dies gilt für alle Führungskräfte. Wessen Schreibtisch wo steht, das war ein intensiver Prozess, der in Workshops von den Mitarbeitern intensiv erarbeitet wurde. Wer kommuniziert mit wem am häufigsten? Wie sind die Abläufe? So nahm die Arbeitswelt mit den Planern der Partner-AG und in Zusammenarbeit mit der Firmen Vitra Gestalt an. »Wir haben die Mitarbeiter mitgenommen, nichts wurde übergestülpt«, verrät Bischler das Erfolgsgeheimnis und fordert zu einem Rundgang auf.

»Diese Arbeitswelt funktioniert nur mit Spielregeln, die sich alle Mitarbeiter gemeinsam gegeben haben«

Mitarbeiter sitzen konzentriert an ihren Schreibtischen, stehen an höhenverstellbaren Stehpulten oder diskutieren angeregt, aber leise miteinander. Zwei haben sich mit einer Tasse Kaffee in eine Art Koje zurückgezogen, ein anderer füllt im Bistro seine Wasserkaraffe auf. Eine solche Karaffe gehört zu jedem Schreibtisch – Kaffee und Essbares sind dort verbannt. Vergeblich sucht man auch einen Papierkorb. Das Papier wird zentral entsorgt und verschafft zwischen der Arbeit gesundheitsfördernde Bewegung – und weniger Müll. Der Weg zum Schredder ist durch eine Linoleumstraße vorgegeben, die so verlegt ist, dass niemand gestört wird.

Die Arbeit beginnt morgens an einem blitzsauberen Schreibtisch. Alle persönlichen Utensilien haben in einem tragbaren Toolkasten Platz, der nach der Arbeit im Schrank verschwindet. So steht jeder Arbeitsplatz jedem zur Verfügung, da nimmt sich auch der Chef nicht aus. »Diese Arbeitswelt funktioniert nur mit Spielregeln, die die Mitarbeiter gemeinsam festlegen«, sagt Rudolf Bischler.

1,5 Millionen hat die Firma in ihre Wellness-Arbeitswelt investiert. Wie kam es dazu? Rudolf Bischler spricht von einer »intensiven kulturellen Entwicklung« des Unternehmens in den vergangenen drei Jahren. In Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut »Great Place to Work« (»Großartiger Arbeitsplatz«) wurde eine anonyme Mitarbeiterbefragung durchgeführt. Neben Themen wie Glaubwürdigkeit, Stolz, Fairness und Respekt ging es hier auch um die Beurteilung des Arbeitsplatzes mit dem Ergebnis: verbesserungswürdig.

»Ihr habt bewertet, jetzt helft uns auch beim Verbessern«, reagierte die Geschäftsleitung. Heraus kam nach einem intensiven Prozess eine Büroetage, die Teamarbeit und Kommunikation genauso fördert wie Rückzug und Konzentration.

Drei gewichtige Gründe, weshalb Streit für die Workwellness 1,5 Millionen Euro in die Hand genommen hat

Drei gewichtige Gründe nennt der 60-jährige Geschäftsführer, warum er die 1,5 Millionen  Euro in die Hand genommen hat: »Nachweislich entscheiden heute Teams, die motiviert und kreativ zusammenarbeiten, über den Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens.« Wer sich bei der Arbeit wohl fühlt, leistet am meisten. Die Firma Streit konkurriere zudem mit ihren Top-Kunden um die besten Arbeitskräfte. »Die Löhne sind vergleichbar. Aber mit einem inspirierenden, motivierende Arbeitsumfeld lässt sich punkten!« Und nicht zuletzt gehört die Einrichtungsberatung zur Dienstleistung des Hauses: »Da empfiehlt es sich, zu leben, was man rät!«

Autor:
Claudia Ramsteiner

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