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Gutach

Freilichtmuseum Vogtsbauernhof blickt auf gute Saison zurück

Museumsangebot zieht immer mehr Gruppen an / Vorschau auf Saison 2017
07. November 2016
&copy Claudia Ramsteiner&copy Claudia Ramsteiner

Das Schmuddelwetter am Sonntag konnte die Sonnenscheinbilanz, mit der das Museumsteam auf eine gute Saison 2016 zurückblickte, nicht beeinträchtigen. Wie immer beschloss das Freilichtmuseum Vogtsbauernhof seine Saison am Abend des ersten Novembersonntags.
 

Mit rund 220 000 Besuchern konnte das Freilichtmuseum Vogtsbauernhof die Besucherzahlen des Vorjahres halten. Das war schon mal eine gute Nachricht der Geschäftsführerin Margit Langer in ihrer Rede bei der Saisonabschlussfeier am Sonntagabend vor dem Hippenseppenhof. Denn selbstverständlich ist das nicht. »Jede Generation stimmt mit den Füßen darüber ab, welche Museen sie will und welche nicht«, sagte später der wissenschaftliche Leiter Thomas Hafen.

1700 thematische Gruppenführungen und Lernerlebnisse

»Wie ein Museum in der sich ändernden Gesellschaft aussehen soll, sagt und niemand. Wir müssen und Jahr für Jahr entscheiden, an welchen Themen wir festhalten, und welche neuen Themen wir erschließen wollen«. Dass das gerade im Bereich von Schulklassen- und Gruppenführungen gut geklappt hat, beweist der Zuwachs um zwölf Prozent in diesem Bereich. Rund 800 Lernerlebnisse für Schülergruppen und 900 thematische und interaktive Führungen für Erwachsene haben dazu beigetragen. Und vielleicht auch ein wenig der museumseigene Bahnhalt. Immerhin reisten im zweiten Jahr seines Bestehens schon 15 Prozent der Besucher mit der Bahn an, bemerkte Margit Langer.

Stolz schwang mit, als sie darauf verwies, dass die Zahlen von keinem anderen Freilichtmuseum im Land erreicht werden, und dass das Museum als Eigenbetrieb des Ortenaukreises das Jahr 2016 mit schwarzen Zahlen abschließen werde. 
Stolz und Dank

Dank an Team, Honorarkräfte und Handwerker

Zum Stolz gesellte sich der Dank an das gesamte Verwaltungs-, Service- und Handwerkerteam des Museums, an die museumspädagogische Honorarkräfte, die Landfrauen der Region und an die mehr als 50 Handwerkerinnen und Handwerker, die tagtäglich das traditionelle Handwerk im Museum aufleben ließen. 

Die große Besucherschar sei auch ein Auftrag, sprach Thomas Hafen von der Verpflichtung, den Erhalt der kulturgeschichtlichen Denkmale als originären Auftrag nicht zu vergessen, aber auch die Herausforderung zu meistern, »weiterhon so spannend zu sein, dass sich ein Besuch auch zum zweiten, dritten, vierten und fünften Mal lohnt«. Die 33 Aktionssonntage zum Thema »Schatzkiste Schwarzwald« mit Sondervorführungen, Vorträgen und offener Werkstatt für Familien haben auch 2016 dazu beigetragen. 

Dass dies auch in der Saison 2017 so sein wird, verhieß sein Ausblick (siehe »Stichwort«). Denn neben dem Aufbau und Innenausbau des neuen Museumsgebäudes »Schlössle von Efringen«, das zum Saisonstart 2018 für die Besucher geöffnet werden wird, gibt es ab 26. März 2017 viel Spannendes zum Thema »Heimat.Zeiten« zu erleben. 

Autor:
Claudia Ramsteiner

Stichwort

Saison 2017 überschrieben mit »Heimat.Zeiten«

»Von Zeit zu Zeit müssen wir uns fragen, was Heimat für uns bedeutet, wieviel wir davon brauchen und wohin uns die Suche nach ihr führen soll«, führte Thomas Hafen in seine Vorausschau ein. Bei der Suche helfen wird der vermutlich bekannteste Künstler der Region, der Offenburger Stefan Strumbel. Er wird sich 2017 die Unterführung zum Museum vornehmen: »Das wird nicht dem traditionellen Schwarzwaldbild und nicht jedem Geschmack entsprechen«, warnte er, dass die Auseinandersetzung mit der Heimat immer wieder aufs Neue geführt werden müsse.
Zwei Türen werden sich im nächsten Jahr erstmals öffnen: Das Hermann-Schilli-Haus wird ab Juli 2017 erstmals für alle Museumsbesucher zugänglich sein: Mit einem neuen Seminarraum und einer Wohnung im Stil der 1980er-Jahre.

Der zweite Teil der »Baustelle Heimat« wird eine Sonderausstellung in sieben Containern sein, in der es ausgehend von der aktuellen Flüchtlingssituation um historische Ein- und Auswanderepisoden gehen wird und darum, »dass die Kulturlandschaft Schwarzwald seit jeher in der lage war, fremdländische Einflüsse integrierend in sich aufzunehmen«. Die Sonderausstellung »Keine Heimat mehr – Geschichten von Flucht und Heimkehr« wird vom Radweg aus ohne Eintritt erreichbar sein. 

Stichwort

Weihnachtsmarkt am 3. Adventswochenende

Der Weihnachtsmarkt im Schwarzwälder Freilichtmuseum in Gutach alljährlich am dritten Adventswochenende ist mit seinem stimmungsvollen Ambiente inmitten der prächtigen Kulisse der historischen Schwarzwaldhöfe und mit seinem Angebot aus viel heimischem Traditionshandwerk wohl einer der schönsten der Republik. 

Nach dem Saisonabschluss am Sonntag öffnet das Freilichtmuseum von Freitag, 9. Dezember, abends bis Sonntag, 11. Dezember, nachmittags, noch einmal seine Pforten. Mehr als 40 Aussteller werden dabei sein, darunter auch viele heimische Handwerker mit regionalen Produkten und mit Vorführungen wie etwa die Schäppelmacherin, der Besenbinder, die Strohschuhmacher oder der Drechsler.

Regionale Vereine und Bewirter bieten weihnachtliche Leckereien und Schwarzwälder Spezialitäten an. Außerdem feiert der »Schwarzwälder Kirschstollen« seine Premiere.

Ein Rahmenprogramm mit Mitmachaktionen für Kinder und Familien erwartet die Besucher am Samstag und am Sonntag. Gerade die Bastelangebote, die den Markt begleiten, lassen Familien den Weihnachtsmarkt im Freilichtmuseum oft den ganzen Tag genießen. 

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