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Gutach

Fünfte Lesung von Peter Hagmeyer

Vorsitzender des Gutacher Obst- und Gartenbauvereins begeistert rund 40 Gäste
07. Dezember 2016
&copy Andreas Buchta

Peter Hagmeyer zieht mit seinen Lesungen jährlich immer mehr Gäste an. Zum fünften Mal wartete er mit heiteren, besinnlichen und nachdenklichen Geschichten und Gedichte auf.

Zum fünften Mal schon lud Peter Hagmeyer vom Obst- und Gartenbauverein in der Adventszeit zu seiner Lesung von Heiterem und Besinnlichem in das liebevoll festlich dekorierte Gasthaus »Krone« ein. Dabei überwog dieses Mal bei den Geschichten und Gedichten, die Hagmeyer das ganze Jahr mit Blick auf seine vielen Gutachern liebgewordene Lesung gesammelt hatte, deutlich das eher Besinnliche –bei dem gegenwärtigen Ausmaß an Krieg und Terror, wie es Hagmeyer formulierte, gar nicht anders denkbar.

Miteinander lebt's sichs besser

»Miteinander lebt sich's besser« war das Motto, das sich auf irgendeine Weise in allen Texten widerspiegelte. Mit an die 40 Gästen konnte die Lesung einen neuen Besucherrekord verzeichnen. Das ist kaum verwunderlich, eilt der Veranstaltung doch der Ruf voraus, dass die Beiträge mit viel Liebe und noch mehr Sorgfalt ausgewählt wurden. Die Lesung fing schon höchst verblüffend an, als ein Schulbub im dritten Schuljahr sein ganz eigens Verständnis des menschlichen Körpers offenbarte; für ihn ist der Mensch innen hohl, dass Essen und Trinken hineinpassen und es gibt für ihn männliche und gewöhnliche Menschen, zu denen er großzügig seine Oma und die Chinesen rechnet. Idylle pur offerierte Emil Bruckers Gedicht »Samstagabend« während das unerwartete Blumengeschenk eines alten Mannes auf dem Weg zum Friedhof an ein Mädchen eher nachdenklich stimmte.

Gottbegegnung

Und ein kleiner Junge meinte gar, er hab ein einer lächelnden alten Frau im Park Gott getroffen und diese glaubte, eine ebensolche Gottbegegnung erlebt zu haben. Ebenso nachdenklich stimmte die Geschichte vom türkischen Friseur, Herrn Murat, der in persönlichen Krisen stummen Zuspruch spendete oder die von Herrn Wohlieb in Susanne Niemeyers Text, der Zeit seines Lebens auf ein Zeichen von Gott wartete, diesen aber im Nachdenken darüber nicht stören wollte. Als exzellente Psychologin aber entpuppte sich eine Schülerin, die in einem Brief an ihre Eltern ihre schlechten Noten hinter Schilderungen von zum Glück nicht eingetretenen Katastrophen versteckte: »Ihr müsst die Sechs in Geschichte und die Fünf in Chemie in die richtige Relation setzen!« Die Hilfe bei schlechten Noten und einer gefälschten Unterschrift von seinen Eltern erfüllten Reinhard Mey lebenslang mit tiefer Dankbarkeit. Ein schönes Bild für Toleranz gegenüber andersartigen Menschen war die Geschichte mit hellen und dunklen, heilen und beschädigten Schokoküssen, ebenso die Erkenntnis, dass auch demente Menschen Wärme spenden können.

Menschliche Wärme

Von besonderer menschlicher Wärme an Weinachten zeugte die Geschichte von der Begegnung feindlicher Soldaten in den Ardennen, die in einer Art privatem Waffenstillstand ihre Waffen niederlegten und für eine Weile den Krieg fast vergaßen. »Ich denk’, es war ein gutes Jahr« hieß es mit Reinhard Mey zum Schluss. 
Mit großem Beifall bedankte sich das Publikum und Bürgermeister Siegfried Eckert in Reimform »für diese wundervolle Tradition«.
 

Autor:
Andreas Buchta

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