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Kinzigtal

Gemeinsamer Vater des Glaubens

Christen und Muslime feiern in der Haslacher Moschee / Nächster »Kanzeltausch« ist am Sonntag
02. Mai 2012
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Der »Kanzeltausch« zwischen der türkisch-islamischen Gemeinde und der Evangelischen Kirchengemeinde Haslach hatte seinen Auftakt am Sonntagabend in der Moschee in der Schleifmattstraße. Viele türkische Muslime und Christen beider Konfessionen füllten die Moschee.

Haslach. Der Vorsitzende der türkisch-islamischen Gemeinde Nurullah Durmus betonte in seiner Begrüßungsansprache die guten Kontakte zwischen Muslimen und Christen in Haslach. Sie seien bestimmt durch ein friedliches, gutes Miteinander, das geprägt sei durch gegenseitige Achtung der Religion des anderen. Sowohl der evangelische Pfarrer und Religionslehrer Hans-Michael Uhl aus Hausach als auch Imam Ilhan Cakir von der Haslacher Moschee hielten Ansprachen und zitierten Texte aus dem Koran und der Bibel. Drei junge Türkinnen sangen spirituelle muslimische Lieder. Merican Durmus übersetzte die Ansprachen und Texte gekonnt sowohl ins Türkische als auch ins Deutsche.

Keine Konkurrenz

Thema der Ansprachen war die Rolle Abrahams, der als Ibrahim auch für Muslime als ein Vater des Glaubens gilt. Sowohl die Bibel als auch der Koran sehen in Abraham/Ibrahim den Freund Gottes, der ein Beispiel wurde, wie Gott den Menschen zum Ziel führt, wenn er sich ihm anvertraut. Pfarrer Uhl hob in seiner Ansprache hervor, dass Deutsche und Türken gesegnet seien durch den gemeinsamen Glaubensvater Abraham. Da gebe es keine Konkurrenz; denn sowohl Muslime als auch Christen seien Abrahams Kinder und also Kinder Gottes.

Vertrauen gebildet

Der »Kanzeltausch« sei das Ergebnis vieler Jahre beharrlicher Vertrauensbildung. Die Christen im Raum Haslach dürften froh sein, dass die Muslime im christlichen Kinzigtal ganz selbstverständlich ihre eigene Moschee haben.

Für Imam Ilhan Cakir ist die Familie Abrahams ein Vorbild für die ganze Menschheit. Er betonte in seiner Ansprache, dass gerade in der heutigen Zeit, in der Rassismus und Diskriminierung aus verschiedenen Gründen leider zugenommen habe, das Vorbild des Abraham sehr wichtig sei. »Durch die Liebe Gottes, wie sie uns Abraham verheißen hat, werden Hass, Feindseligkeit, Gewalt und Diskriminierung von uns ferngehalten. Wenn wir den Frieden Gottes, den Gott Abraham und seinen Nachkommen versprochen hat, erhalten wollen, sollten wir gerecht leben.« Gerechtigkeit sei ein universales Prinzip und ein Garant für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das friedlichen Zusammenleben der Religionen.

Der »Kanzeltausch« wird am Sonntag, 6. Mai, um 19 Uhr in der evangelischen Stadtkirche in Haslach fortgesetzt.

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Autor: 
Manfred Hildenbrand

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