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Gutach

Gutacher Landwirte diskutieren mit dem Bürgermeister

"Gemeinde trifft ..." lautet eine neue Veranstaltungsreihe in Gutach, bei der die Land- und Forstwirte am Donnerstag den Auftakt übernahmen
04. Februar 2017
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Wo im jeweiligen Bereich der Schuh drückt, das ist Gutachs Bürgermeister Siegfried Eckert ein Anliegen, der dafür in diesem Jahr eine neue Diskussions-Veranstaltungsreihe gestartet hat.

Wo der jeweilige Schuh drückt, das möchte Bürgermeister Siegfried Eckert in diesem Jahr bei ganz konkreten Diskussionsrunden erfahren, die am Donnerstagabend mit »Gemeinde trifft Land- und Forstwirtschaft« an den Start gingen. 
»Viele Junge haben Verantwortung übernommen, es gibt einen großen Zusammenhalt und einen guten Mix. Wir sind gut aufgestellt, das ist der Schlüssel des Erfolgs«, lobte der Bürgermeister zu Anfang. Eine wichtige Schlüsselperson sei dabei Förster Frank Werstein. Dieser hob insgesamt das »große Engagement« der Gutacher Landwirte hevor. Den Abend hatte Eckert unter den Oberbegriff Offenhaltung gestellt, die ihn seit 14 Jahren begleite und für alle Lebensqualität bedeute. Außerdem dankte er dafür, dass es kaum Aufforstungsanträge gebe. Die Prämie dafür nannte Werstein grundsätzlich »unglücklich«. Dieser hofft zudem darauf, dass das BZ-Verfahren weitergeht.

Anerkennung gewünscht

»Die Landwirte halten keine Flächen offen, sondern produzieren gute Lebensmittel«, äußerte sich Jürgen Aberle. Es gehe daher um eine Produktion und er liege mit dieser Haltung manches Mal im Clinch mit den Berufskollegen. »Man soll uns produzieren lassen«, sprach er sich für eine finanzielle Unterstützung über die Grundsteuer A aus. Diese in Zusammenhang mit der Besamungszulage war dann einige Zeit Thema. Die innerörtliche Verteilung der Gelder gehe die EU nichts an, zeigte sich Aberle »enttäuscht«. Außerdem fordert er generell mehr Anerkennung für die Arbeit der Landwirte.Die gebe es aber vonseiten der Bürger durchaus, so der Bürgermeister. Er erläuterte, dass von 23 500 Euro Grundsteuer A rund 16  000 Euro Besamungszulage an die Landwirte zurückgegeben wurden. Allerdings würden nicht alle diese Zulage abrufen. »Was gibt es für eine andere Möglichkeit?«, gingen Gemeinderat Peter Wälde und sein ehemaliger Kollege Martin Moser auf die schwierige Suche nach einer Lösung ein. Die Besamungszulage sei der Königsweg gewesen. Es sei nicht möglich gewesen, die männlichen Tiere mit einzubeziehen und über die Steillagen sei es auch nicht gegangen. Eine andere Lösung habe es nicht gegeben. Es gebe Gesetze, die der Normalbürger nicht begreife, so der Tenor.

Immer mehr Flächen werden zugebaut

Dass von den Autofahrern bei Behinderungen durch Baustellen rücksichtslos über Umwege und in die Wiesen gefahren, immer mehr Flächen entlang der Täler zugebaut werden und die Ortskerne gleichzeitig aussterben, waren weitere Diskussionspunkte. Hierbei wurde auch auf den schon länger leer stehenden Gutacher Edeka-Markt verwiesen. 
Wichtig sind den Landwirten die Hundetoiletten, die ein Großteil der Hundehalter aber annehmen. Aberle wies auf die gefährliche Infektion mit allen Auswirkungen bis zum Tod der Kühe hin, wenn sie durch das Fressen der Hundehaufen einen Virus erwischen. 

Sorgen, dass der Förster weggenommen wird

Sorgen machen sich die Landwirte zudem über den Strukturwandel, dass die Zeit für Nebenerwerbslandwirte häufig ein Problem sei und wie die bäuerlichen Betriebe wohl bis in fünfzehn Jahren aussehen. Denn die Lebensgrundlage werde ihnen mehr und mehr genommen. Vorschläge waren beispielsweise eine Huf- oder Klauenprämie für diejenigen, die Tiere über den Winter halten, oder Förderungen denen zu bringen, »die was machen«. Die Gutacher Landwirte treibt ferner die Angst um, »Trümpfe zu verspielen«, und dass ihnen der Förster weggenommen werden könnte. Gedanken machen sie sich überdies, was die Telekom für die Seitentäler plant. 

Peter Hauk kommt

Zu diesem Thema sind alle in die kommende Gemeinderatssitzung am Mittwoch, 8. Februar, eingeladen, in der ein Vertreter der Telekom referiert. Außerdem besucht demnächst Landwirtschaftsminister Peter Hauk die Gemeinde, dem man im kleinen Kreis einige ganz konkrete Fragen stellen will.

Autor:
Petra Epting

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