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Kinzigtal

Keine Schließung: Volksbank Kinzigtal behält Filialnetz

20. März 2017
&copy Tobias Lupfer

Alle elf aktuellen Standorte bleiben im neuen Filialkonzept, das die Volksbank Kinzigtal am Montag in Wolfach vorstellte, erhalten. Allerdings werden vier Filialen, technisch besser ausgerüstet als bislang, zu reinen Selbstbedienungsstellen ohne Personal.

Vor zwei Jahren startete die Volksbank Kinzigtal intern die Neustrukturierung ihres Filialkonzepts – am Montag wurde das Ergebnis in der Wolfacher Zentrale vorgestellt. »Was uns ganz wichtig ist: Wir schließen keine Filialen, sondern wir widmen um«, betonte Vorstandssprecher Martin Heinzmann. Konkret heißt das: Die Geschäftsstellen Gutach, Schenkenzell, Rötenberg und Peterzell werden künftig zu reinen Selbstbedienungsstellen (SB-Stellen).

Drei Filial-Typen

»Wir wollen erreichbar sein im Geschäftsgebiet«, hob Vorstand Oliver Broghammer hervor – man sei auch weiter flächendeckend vertreten, so, wie der Kunde es möchte und die Bank es leisten könne. »Das Thema Filialkonzeption hat nichts mit dem Thema Fusion zu tun.« Begonnen habe man die Bestandsaufnahme zur Neukonzeption im März 2015, bevor die Fusion Thema wurde. Gleichwohl seien beides Schritte, um Kosten zu senken. 

Drei Arten von Filialen gibt es künftig: Die großen Voll-Service-Filialen, die mittleren Basis-Service-Filialen und die kleinen SB-Stellen. »Wir werden massiv in Technik investieren«, sagte Broghammer. Mit der würde die Volksbank in den SB-Stellen sogar mehr Funktionen bieten als bisher. Dass eine gewisse Hemmschwelle bei der Nutzung von Automaten vorhanden sei, wisse man – die wolle man aber mit SB-Schulungen abbauen.

Zentraler Baustein im Konzept: Service-Terminals und Cash-Recycler. Beide Gerätetypen wurden bereits in den großen Filialen getestet und sollen künftig in allen Filialen vorhanden sein. Die Terminals sollen alle Online-Banking-Funktionen in der Filiale bieten, von Überweisungen über die Einrichtung von Daueraufträgen bis zur Einsicht der Kontoauszüge. An den Cash-Recyclern kann Bargeld abgehoben und eingezahlt werden. Wer seine Überweisung trotzdem lieber auf Papier einreichen wolle, könne auch das weiterhin tun, erklärte Heinzmann: die Briefkästen der SB-Stellen würden täglich geleert.

500-mal im Jahr habe ein Kunde bundesweit im Schnitt Kontakt mit seiner Bank – nur ein Mal davon persönlich in der Geschäftsstelle. Ausschlaggebend für die Neukonzeption seien Besucherfrequenz und Umsatz der Filialen gewesen, erläuterte Axel Moosmann, Leiter des Privatkunden-Bereichs. Mit Blick auf die Zahlen der Gutacher Filiale resümierte Heinzmann: »80 Prozent der Anfragen, die da kommen, können sie auch elektronisch regeln.« Der tatsächliche Service gehe durch die Umstrukturierung nicht verloren. »Ein Stück Dorfgeschichte fällt weg«, konstatierte Heinzmann. »Aber das ist nicht Aufgabe einer Bank, die Dorfhistorie aufrecht zu erhalten.«

Sechsstelliger Betrag

Mittelfristig soll durch die Neukonzeption »ein sechsstelliger Betrag« eingespart werden, sagte Heinzmann – zunächst koste sie aber. »Die großen Effekte liegen in den Personalkosten«, ergänzte Broghammer. Kein Mitarbeiter soll im Zug der Umstrukturierung entlassen werden – wie bisher schon sollen aber etwa durch Ruhestand frei werdende Stellen nicht neu besetzt werden. Die Mitarbeiter aus den künftigen SB-Stellen kommen in den nächstgelegenen Voll-Service-Filialen unter.

Autor:
Tobias Lupfer

Hintergrund

Die neue Filialstruktur

Die Elemente des Filialkonzepts auf einen Blick. Die Service-Öffnungszeiten bleiben – dort, wo Personal vor Ort ist – unverändert.

  • Voll-Service-Filialen: Haslach, Hausach, Wolfach, Schiltach und Alpirsbach. Sie bieten Briefkasten, Service-Terminal, Kontoauszugdrucker, Münzrollgerät, Geldausgabeautomat, Cash-Recycler und je zwei Service-Mitarbeiter für den SB-Bereich. Wolfach, Schiltach und Alpirsbach bieten außerdem Nachttresore.
     
  • Basis-Service-Filialen: Steinach und Oberwolfach. Sie bieten Briefkasten, Nachttresor, Service-Terminal, Abwurftresor, Cash-Recycler und je einen Service-Mitarbeiter für den SB-Bereich.
     
  • SB-Stellen: Gutach, Schenkenzell, Rötenberg und Peterzell. Sie bieten Briefkasten, Service-Terminal und Cash-Recycler. In Gutach und Peterzell werden die Volksbank-Automaten in den Räumen der bisherigen Sparkassen-Filialen mit aufgestellt. In Schenkenzell und Rötenberg bleiben die bisherigen Filialen.
     
  • Umstellungstermine SB-Stellen: Rötenberg wird zum 1. Juli umgestellt, Gutach und Schenkenzell beide zum 1. September. In Peterzell wird erst zum 1. Januar 2018 umgestellt.
Kommentar

Positiv überrascht

Von Tobias Lupfer

Die Filialkonzeption der Volksbank ist schlüssig. Positive Überraschung: Die erwarteten Standortschließungen bleiben aus, die Automaten sichern weit mehr als die Bargeldversorgung.

Sicher: Wenn die vertraute Bankfiliale plötzlich nur noch Automaten statt Personal beherbergt, ist das eine Umstellung. Das Service-Angebot muss sich aber auch rechnen – und da lässt die Kundenfrequenz keine Zweifel: Am Schalter steht man heute wohl ungefähr so oft wie in der Telefonzelle.

@ Wie ist Ihre Meinung? Schreiben Sie an tobias.lupfer@reiff.de 

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