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Hausach

Kinzigtäler Landwirte klagen Landwirtschaftsminister ihre Sorgen

Peter Hauk zu Gast bei der Kreisversammlung des BLHV im Hausacher Osterbach
20. März 2017
&copy Claudia Ramsteiner&copy Claudia Ramsteiner&copy Claudia Ramsteiner

Bei der Kreisversammlung des BLHV mit Stallbesichtigung auf dem Vollmerhof in Hausach-Einbach nutzten die Landwirte die Gelegenheit, Landwirtschaftsminister Peter Hauk auf Unstimmigkeiten bei der Förderung und bei (künftigen) Gesetzen hinzuweisen.

Am Schluss der gut zweistündigen Diskussion mit dem Landwirtschaftsminister Peter Hauk am Freitag im Osterbach stand eine Demo: Der Vize-Kreisvorsitzende des BLHV Paul Buchholz zeigte mit einem Güllefass mit Seitenverteiler, wie immens wichtig dieser an Hanglagen ist – und wie schief Gesetzgeber liegen können, wenn sie Verordnungen wie die neue Düngeverordnung, die noch diesen Monat erlassen werden soll, am Schreibtisch produzieren.

◼ Sondergenehmigung Düneverordnung:

Gerade Ulrich Schmider, der mit neun Kühen und einem Bullen in Mutterkuh-Haltung 13 Hektar Grünland vor der Bewaldung bewahrt, wäre auf seinen Steilflächen vm Verbot des Gülleverteilers betroffen. Die Landwirte forderten von Hauk eine Sondergenehmigung für Steillagen. 

◼ Ungerechter Ausgleich für Steillagen:

Schmiders Felder machten auch die Ungerechtigkeit der Ausgleichszulage für Steillagen deutlich. Laut Buchholz gibt es die nämlich erst ab einer Höhenlage von 600 Metern – die sichtbar steilen Felder im Osterbachtal liegen auf rund 500 Metern Höhe und fallen damit durch den Rost. »Es gibt halt geiles und steiles Grünland«, bemerkte Buchholz. Es sei immens wichtig, die Förderprogramme so zu richten, dass der Bau von Ställen wie die des Vollmerhofs noch möglich sind, »solche bräuchten wir mehr, um die Tallage offen zu halten«, betonte der Kreisvorsitzende Ulrich Müller.

◼ Schlepper-Problem auf der B33:

Er brachte ein weiteres großes Problem aufs Tapet: Gerade nach trockenen Sommern wie müssen Kinzigtäler Landwirte ihr Winterfutter in der Rheinebene zukaufen. Die B 33 sei aber nun als Kraftfahrstraße ausgewiesen und damit für Schlepper tabu. Dass die Traktoren aus dem Kinzigtal nun durch Ohlsbach und Offenburg fahren müssen, sei ein Problem, das dringend einer Lösung bedürfe.

◼ Bürokratiemonster »Leader«:

Die »Leader«-Förderung geißelte Ulrich Müller als Bürokratiemonster. Wer einmal einen Antrag gestellt habe, stelle keinen mehr. Bei ihrem Wunsch, Grenzsteinfestlegung wieder über BZ-Verfahren zu fördern, stießen die Landwirte jedoch auf Granit. »Der Grenzstein ist ein Instrument von vorgestern«, befand Hauk. 

◼ Verschleppte Auszahlung der Fördergelder:

Hauk versprach auf die Klagen der Landwirte, dass die Auszahlungen der Fördergelder nun wieder pünktlicher erfolgen. 2016 sei ein Sonderfall gewesen, weil es bei der Entscheidung zur Digitalisierung noch gar keine Programme gegeben habe, deren Einrichtung sei »unter Last« erfolgt, was zu erheblichen Pannen geführt habe.

◼ Japanknöterich auf die EU-Liste:

Die BLHV-Vorsitzende von Oberharmersbach Anja Jilg bat dringend darum, den Japanknöterich in die EU-Liste invasiver Arten aufzunehmen, um die Bekämpfung voranzutreiben. Ihre Befürchtung, Äcker mit weniger als 330 Bäumen pro Hektar würden künftig als Grünland eingestuft, konnte Hauk zerstreuen. Niemand habe mit der neuen Codierung beabsichtigt, den Status zu ändern: »Acker bleibt Acker«. 

◼ Mehr Bejagung der Wildschweine:

Jürgen Armbruster aus Oberwolfach störte sich an den »Akteuren, die sich nicht ans Grünlandumbruchverbot halten«: Die Wildschweine würden zu sehr geschützt, forderte er eine ganzjährige Bejagung. Hauk stimmte ihm zu: Man müsse den Mut aufbringen, angesichts der zunehmenden Wildschweinpopulation auch in die weiblichen Bestände einzugreifen. 

◼ Kläranlagen:

Auf den Hinweis des Wolfacher BLHV-Vorsitzenden, dass die auslaufenden Genehmigungen ihrer Kläranlagen den »Bauern in den Außenbereichen den Halz zudrücke«, versprach Hauk, sich um die konkreten Fälle zu kümmern. Die Landtagsabgeordnete Sandra Boser (Grüne) verwies darauf, dass es mehr Spielräume gebe, dies aber »vom Landratsamt Ortenaukreis wohl  sehr strikt behandelt werde«.

Autor:
Claudia Ramsteiner

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