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Gutach

Neues Leben für das Traditionsgasthaus »Linde«

Erfahrene Hoteliersfamilie Phillipps will zurück ins »Ländle« / Kooperation mit Kurt Mosetter
17. November 2016
&copy Claudia Ramsteiner

Die künftigen Besitzer des Gutacher Traditionsgasthauses »Linde« betreiben derzeit noch ein Hotel in der Lüneburger Heide. Die Familien Phillipps hoffen, dass sie im April die »Linde« wieder öffnen können.

»Gestern Abend haben die künftigen Besitzer der ›Linde‹ die Vereinbarung unterschrieben«, gab Bürgermeister Siegfried Eckert bei der Vereinsversammlung am Dienstagabend erfreut bekannt, dass bald wieder Leben einziehen wird in das historische Gasthaus neben der Kirche. Bekanntlich hat der Gemeinderat im Juni beschlossen, das mehr als 300 Jahre alte Gasthaus zu kaufen und es gemeinsam mit der LBBW zu vermarkten mit dem Ziel, dass es als Wirtshaus und Hotel in die Zukunft geführt wird.

Dies ist nun bereits innerhalb weniger Monate gelungen. Künftiger Besitzer ist die erfahrene Hoteliersfamilie Phillipps, die derzeit noch einen Landgasthof mit Hotel in der Lüneburger Heide betreiben. Den Grund, weshalb sie nach Gutach kommen wollen, beschreibt Marc Phillipps im Telefongespräch mit dem Offenburger Tageblatt in einem Wort: »Heimat!«

Schwabe mit Schwarzwälder Wurzeln

Er ist Schwabe mit Schwarzwälder Wurzeln und möchte mit seiner Frau Iris, seinem Sohn Andreas und dessen Lebensgefährtin Anja zurück in den Süden. »Dass wir die ›Linde‹ gefunden haben, war wie ein Sechser im Lotto«, erzählt Marc Phillipps. Schon seit mehreren Jahren seien sie auf der Suche nach einem geeigneten Objekt in Baden-Württemberg. Bei einer Reha im Schwarzwald habe er die einschlägigen Immobilienseiten durchgeschaut. 

Sie seien unangemeldet einfach mal hingefahren, seine Frau habe das alte Gasthaus gesehen und sofort gesagt: »Des isches«. Nach vielen weiteren Fahrten nach Gutach, Besichtigungen, Kalkulationen und Verhandlungen ist sich nun die ganze Familie sicher: »Des isches«. Daran sei auch Bürgermeister Eckert »nicht ganz unschuldig«, so einen rührigen Bürgermeister hätten sie noch nie erlebt, freut sich Phillipps, gerade in dieser Gemeinde ein Hotel zu eröffnen. 

Suche nach Personal

Am 15. Dezember, wenn möglich noch früher, wollen die Senioren Marc und Iris Phillipps nach Gutach kommen und das Gasthaus für die Eröffnung vorbereiten. Die 22 Gästezimmer müssen renoviert werden, und die Eröffnung eines Hotels verlange eine riesige Latte an Maßnahmen von neuem Briefpapier über eine Homepage, Versicherungen, Lieferantensuche bis zur Rekrutierung von Personal: »Wir brauchen Beiköche, Küchenhilfen, Leute für den Zimmerservice«, listet Marc Phillipps auf.

Eine gute Nachricht für alle Kegler: Die Kegelbahn soll ebenfalls wieder öffnen – damit kennen sie sich aus, ihr Landgasthof Puck hat ebenfalls eine Kegelbahn. Auch die Sauna werde man möglichst bald schon wieder herrichten. Lediglich das Schwimmbad sei so desolat, dass an eine Inbetriebnahme höchsten mittelfristig zu denken sei. 

Eine ganz neue, für Gutach sicher gewinnbringende Kooperation bahnt sich zwischen den neuen Besitzern und Kurt Mosetter an. Der Gutacher Arzt und Therapeut, der seine Hauptpraxis in Konstanz hat, plant nun zwei »Gesundheitswochen«, eine im Frühjahr, eine im Herbst, in seinem Heimatdorf. »Mit den Ernährungsrichtlinien des Herrn Mosetter haben wir überhaupt keine Probleme«, sagt Phillipps, man sei sehr schnell übereingekommen, diese Gesundheitswochen gemeinsam anzugehen.

Eröffnung im April?

Bürgermeister Siegfried Eckert ist glücklich, dass sein Ziel schon so schnell erreicht werden konnte. Die Gemeinde müsse nun noch ihre Hausaufgaben machen und die Brandschutzmaßnahmen, die bereits im August 2015 gefordert worden waren, einleiten – die seien Bedingung für eine Konzession. Den Lindengarten werde die Gemeinde behalten, man habe den neuen Wirtsleuten aber die Option eröffnet, auch diesen nutzen zu können. 

Familie Phillipps hofft, zum April die »Linde« wieder öffnen zu können. Für ihren »Landgasthof Puck« in der Lüneburger Heide gebe es bereits Interessenten. Ob die »Linde« dann wieder 286 Jahre lang im Besitz derselben Familie bleiben wird, bleibt abzuwarten. 

Autor:
Claudia Ramsteiner

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