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Wolfach

Oberforsträtin Silke Lanninger verlässt Wolfacher Revier

»Ich gehe nicht leichten Herzens«
11. Januar 2017
&copy Andreas Buchta

Seit 13. Dezember 2010 ist sie für das Amt für Waldwirtschaft für den Forst im Altkreis Wolfach zuständig, nun heißt es Abschied nehmen: Ab Montag wechselt die Oberforsträtin Silke Lanninger für ein Jahr in die Führungsakademie des Landes nach Karlsruhe.

Am Mittwoch lud die Oberforsträtin Silke Lanninger zu einem Abschiedsgespräch in ihren Amtssitz im Wolfacher Schloss ein. Sie wurde für ein Jahr vom Landesministerium für ländlichen Raum und Verbraucherschutz an das Staatsministerium abgeordnet. 

Die 43-jährige Oberforsträtin war in einer Region, die in etwa das Gebiet des Altkreises Wolfach umfasst, für 28 000 Hektar Wald zuständig und arbeitete mit elf Forstbetriebsgemeinschaften zusammen. »Langweilig wurde mir da nie«, sagt sie lachend und erwähnt, dass sie mitunter auch mal an bis zu 20 Themengebiete ein einem Tag gearbeitet habe.

Die promovierte Oberforsträtin Silke Lanninger, die am 18. Mai 1973 in Simmern im Hunsrück geboren wurde und in Göppingen und Freiburg beruflich tätig war, ist seinerzeit gerne nach Wolfach gekommen. Sie schätzt diese Gegend, in welcher der Wald für die Kommunen und die Waldbauern einen so hohen Stellenwert hat, und sie liebt das Zusammenspiel von Ökologie und Betriebswirtschaft bei ihrer Arbeit. 

Bei der Waldwirtschaft geht es vor allem um Menschen

»Ich stelle mein Wissen zur Verfügung, den Wald zeitgemäß und nachhaltig zu bewirtschaften«, erklärt sie. Besonders gerne sei sie mit Beratungen auf den Höfen tätig, denn, so ihre Grundüberzeugung, wirtschaftliche Höfe nutzten der Region am meisten. Dabei habe sie es immer mit interessanten Menschen zu tun gehabt; überhaupt gehe es bei der Waldwirtschaft nicht nur um Bäume, es gehe vor allem um Menschen.

Gewiss, auch Auseinandersetzungen und Reibereien blieben da nicht aus, erinnert sie sich. Damit könne sie umgehen, denn wenn man so gar keinen Widerstand spüre, dann habe man womöglich etwas falsch gemacht. Nur wenn ihren Mitarbeitern, die allesamt gute Arbeit verrichteten, übel nachgeredet werde, das bringe sie auf.

Auch etliche Lieblingsplätze mit Aussichten und schönen Waldbildern gebe es in ihrem Revier. Sie könne sie gar nicht alle aufzählen: Den Spitzfelsen in Wolfach etwa oder den Hexenlandeplatz, den Königwald in Oberwolfach oder die Breit-ebene in Hofstetten.

»Was hast du doch für einen tollen Job!«

Nein, leichten Herzens gehe sie nicht, verrät Lanninger. Sie lasse etwas zurück, was sie als »schönen beruflichen Abschnitt im Leben« bezeichnet. 

Manchmal sei sie an diesen schönen Plätzen gestanden und habe bei sich gedacht: »Was hast du doch für einen tollen Job!« Der Wechsel von Offenland und Wald mache die Schönheit der Gegend aus, stellt sie fest. Und diesen Wechsel zu erhalten, dafür macht sie sich stark. Aufforstungen hält sie da für kontraproduktiv – oft sei sie die letzte, verzweifelte Möglichkeit, das Land zu bewirtschaften. 

Den Zustand des Waldes bezeichnet die Oberforsträtin als derzeit »gut bis befriedigend«. Die zu geringen Niederschläge setzten ihm zu. Der Holzmarkt sei stabil und stehe einer guten Nachfrage gegenüber. Und die Säger-Infrastruktur stimme: »Das meiste Holz wird nicht weiter als 100 Kilometer gefahren.«

Team übernimmt kommisarisch die Leitung

Und was wünscht sich Silke Lanninger bei ihrem Weggang? Sie wünsche sich, dass der Wald nicht nur als ein »stehendes Bretterlager« gesehen werde, sondern dass ihm und den ihn bewirtschaftenden Menschen große Wertschätzung entgegengebracht wird.

Bis die Nachfolge von Silke Lanninger im Forstbezirk geklärt ist, wird übrigens ihr Team kommissarisch die Leitung übernehmen.

Autor:
Andreas Buchta

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