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Gutach

Trauer um Gutacher Hebamme Irmgard Heinzmann

Sie hat in ihrem Leben 2028 Kindern auf die Welt geholfen
19. Januar 2017
&copy Susanne Heinzmann

Irmgard Heinzmann, die als Hebamme drei Generationen von Gutacher und Kinzigtäler Kindern auf die Welt geholfen hat, lebt nicht mehr. Sie wurde 91 Jahre alt und ist am Dienstagabend im Oberwolfacher Pflegeheim friedlich eingeschlafen.

Irmgard Heinzmann war vor allem den Kinzigtäler Frauen über Generationen ein Begriff, half sie doch mehr als 2000 Kindern als Hebamme auf die Welt. Ja, man kann sagen, Irmgard Heinzmann brachte drei Generationen Gutach- und Kinzigtäler zur Welt. Und ihr Beruf war auch ihre Welt. 

Zunächst ging Irmgard Heinzmann die weiten Wege in die Gutacher Seitentäler zu Fuß. War’s zur Geburt oder zu den Besuchen der Frauen im Wochenbett und zur Säuglingspflege. Als sie sich dann ein Motorrädle leisten konnte, fuhr sie bei Wind und Wetter vom Mosenmättle über die Grub und das Kinzigtal bis wieder nach Gutach zurück. In der Isetta fühlte sie sich nach eigener Aussage dann bereits wie eine Königin, da man nicht nass wurde. 

Vielen Frauen eine wichtige Ratgeberin

Kinder, vor allem kleine Kinder, wurden von ihr bis ins hohe Alter begutachtet und geschätzt. Meist lag sie auch mit mehr als 90 Jahren noch richtig mit Alter, Gewicht und Entwicklungszustand. Auch nach ihrer aktiven Laufbahn als Hebamme war Irmgard Heinzmann vielen Frauen noch eine wichtige Ratgeberin. 

Doch nicht nur in ihrem Beruf ging Irmgard Heinzmann auf, auch ihre Familie war ihr stets wichtig. Mussten ihre eigenen Kinder oft der anderen wegen hinten an stehen, so war sie doch für ihre Enkelkinder immer zur Stelle, wenn sie gebraucht wurde. 

Glaube und Kirche war ein wichtiger Baustein in ihrem Leben

1995 starb ihr Mann, Schuhmachermeister Karl Heinzmann, den sie bis zu seinem Tod gepflegt hatte. Als sie wieder mehr Zeit für sich hatte, fuhr sie mit dem Auto zu den für sie interessantesten Gottesdiensten im Kinzigtal. Glaube und Kirche, auch kontroverse Diskussionen mit und über Pfarrer und ihre jeweiligen Ansichten und Predigten blieben bis zuletzt ein wichtiger Baustein in ihrem Leben. 
Lange gehörten auch Besuche bei ihrer Schwester in Herrenberg in ihren jährliche Zyklus. Als Mittelpunkt der Familie konnte man Irmgard Heinzmann bis ins hohe Alter bezeichnen, interessiert an allem, was in Gutach und Umgebung passierte. Sie genoss die nahezu täglichen Besuche ihrer Familie und vieler Bekannter in Oberwolfach und war immer bereit für ein lebhaftes Gespräch.  

Beerdigung am Samstag

Irmgard Heinzmann wurde am Stefanstag 1925 in Gutach auf dem Knappenacker als jüngste von drei Geschwistern geboren und ist Gutach fast ihr ganzes Leben treu geblieben. Ihre Jahre in einem Nürnberger Haushalt zählten allerdings auch immer zu ihren »Glanzlichtern«. 1948 legte Irmgard Heinzmann ihr Examen als Hebamme in Tübingen ab und seither war ihr Beruf für sie die Erfüllung. 
Die Gutacher Hebamme Irmgard Heinzmann am Samstag um 14 Uhr auf dem Gutacher Friedhof beigesetzt.
 

Autor:
Susanne Heinzmann

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