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Gutach

Werner Kenngott hinterlässt viele Spuren im Land

Gutacher Künstler ist in der Nacht zum Freitag gestorben
08. November 2016
&copy Karl Kovacs

Werner Kenngott ist tot. Der bekannte Gutacher Künstler erlag seiner schweren Krankheit in der Nacht zum Freitag. Die Trauerfeier ist heute, Dienstag, um 14.30 Uhr in der katholischen Kirche in Gutach. Werner Kenngott wurde 82 Jahre alt.
 

Die Region hat einen kreativen Künstler verloren, der Gutacher Kunstverein einen wertvollen Mitstreiter, die Gutacher Malerkolonie eines ihrer leidenschaftlichsten Mitglieder  und viele Gutacher einen guten Freund: Der weit über Gutachs Grenzen hinaus bekannte Künstler Werner Kenngott erlag in der Nacht zum Freitag seiner schweren Krankheit.
 

Der gebürtige Kehler erlebte die Bombardierung Straßburgs – an seinem zehnten Geburtstag wurde seine Familie durch einen Treffer obdachlos. Der Vater war im Krieg, die Mutter flüchtete mit den Kindern nach Alpirsbach zu ihren Eltern. Dort erlernte der junge Werner den Beruf des Malers. Alles, was mit Gestalten zu tun hatte, begeisterte den jungen Mann. Er hungerte nach Techniken, Materialien und Möglichkeiten, sein Talent auszuleben. 

Wanderjahre in der Schweiz

Es folgten Wanderjahre in der Schweiz. »Es ist gut, wenn man mal aus dem Tal kommt«, erzählte er gern - und wie er jedes »Fränkli« für die Meisterschule sparte. An der Meisterschule für Gestaltung in Stuttgart fand er das Rüstzeug für seine künstlerische Zukunft. Schon lang war ihm klar, dass er »mit dem kleinen Pinsel sein Brot verdienen wollte«. 

1959 nahm Werner Kenngott eine Meisterstelle in Gutach an. Hier lernte er Helga Müller kennen, 1961 wurde geheiratet, bald stellten sich zwei Kinder ein, der Klarinettespieler trat in die Gutacher Trachtenkapelle ein, Gutach wurde ihm zur Heimat. Ein Jahr nach der Hochzeit machte er sich mit einem eigenen Malerbetrieb selbständig. Für die Ernährung seiner Familie brauchte er den »großen Pinsel« noch eine Weile.

Viele Zeugnisse seines Könnens

Bald stießen Architekten und Bauherren aus ganz Südbaden auf Werner Kenngott. Er gestaltete außergewöhnliche Fassaden, entwarf aufwendige Wirtshausschilder, und über Jahrzehnte sorgte er für die wunderschön bemalten Masken der Wolfacher Narrenzunft. Im Kinzig- und Gutachtal sind noch viele Zeugnisse seines Könnens zu finden – wie etwa die Malerei auf der Fassade des Hornberger Rathaus-Nebengebäudes oder am Gasthaus »Tannhäuser«. Wenn er seine Inspiration gefunden hat, sprudelten die Ideen »wie aus einer angebohrten Quelle«. 

Werner Kenngott ist immer ein mit Freuden Lernender geblieben – und das galt nicht nur für die Malerei. Regelmäßig besuchte er auch noch im Alter an der PH in Freiburg Vorlesungen über Philosophie und Theologie. 

Seit mehr als 20 Jahren Mitglied der Gutacher Malerkolonie

Er ist seit 1995 war Werner Mitglied der Gutacher Malerkolonie, sorgte bei jeder ihrer Ausstellungen mit seiner Vorliebe für Strukturen und kräftige Farben für Akzente.   
Als sich 2004 in Gutacher der Kunstverein Hasemann-Liebeich gründete, war Werner Kenngott nicht nur unter den Gründungsmitgliedern, er arbeitete auch bis vor zwei Jahren im Vorstand mit, unterstützte den Verein mit außergewöhnlicher Tatkraft und war auch die treibende Kraft bei der Gestaltung der Adventsfenster am Krämerhaus. Viele Jahre spielte er die Klarinette in der Trachtenkapelle, war dort ein freundschaftlicher Kamerad für alle Musikergenerationen.

Trauerfeier am heutigen Dienstag

Die Trauerfeier ist heute, Dienstag, um 14.30 Uhr in der katholischen Kirche in Gutach. Die Urnenbeisetzung erfolgt im engsten Famillienkreis. 

Autor:
Claudia Ramsteiner

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