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Zweiter Wahlgang nötig

Bürgermeisterwahl in Friesenheim ohne Sieger

Erik Weide liegt mit rund 45 Prozent der Stimmen vorn / Wahlbeteiligung bei rund 52 Prozent
24. Januar 2016
&copy Matthias Jundt&copy Matthias Jundt&copy Matthias Jundt&copy Anja Rolfes

Die Bürgermeisterwahl in Friesenheim endete vorerst ohne Sieger: Am Sonntag erhielt im ersten Wahlgang Erik Weide mit rund 45 Prozent die meisten Stimmen, gefolgt von Julian Christ mit rund 34 Prozent und Rafael Mathis mit rund 19 Prozent. Die Entscheidung fällt somit beim zweiten Wahlgang am 14. Februar.

Von einer Wahlbeteilung von knapp 77 Prozent wie vor exakt 40 Jahren konnten die Bürgermeisterkandidaten am Sonntag nur träumen. 52,53 Prozent der Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab. Bei der Verkündung des Ergebnisses gestern Abend in der Aula der Werk­real- und Realschule sorgte das für leichte Buh-Rufe unter den gut 200 interessierten Bürgern, die gekommen waren, um zu erfahren, wer der nächste Mann im Chefsessel des Rathauses wird.

Erst einmal wird es keiner der drei ernsthaften Kandidaten. Denn keiner holte die absolute Mehrheit, keiner schaffte den Sprung über die 50 Prozent. Dieser Trend zeichnete sich bereits zur Halbzeit ab. Um 18.27 Uhr wurde das Ergebnis auf die beiden Leinwände geworfen, nachdem acht von 17 Wahllokalen in der Großgemeinde ihre Stimmen ausgezählt hatten. Da lag Erik Weide (41 Jahre, Ottenheim) mit knapp 46 Prozent vorne, gefolgt von Julian Christ (28, Stuttgart) mit rund 34 Prozent und Rafael Mathis (33, Kippenheim) mit rund 19 Prozent. 

An diesem Ergebnis sollte sich auch zum Schluss nicht viel ändern. Um 18.50 Uhr trat Armin Roesner, amtierender Bürgermeister und Wahlausschussleiter, vor die Menge. Er machte es spannend und rollte das Feld von hinten auf. Sonstige Kandidaten erhielten 0,11 Prozent – das sind Menschen, deren Namen von Wählern unter die vier Kandidaten geschrieben worden waren. Michael Eckardt, der Vertreter der Nein-Idee aus Hannover, bekam 35 Stimmen von 5491 – das sind 0,64 Prozent. Daraus folgt: Fast alle Wähler fanden immerhin, dass es drei gute ernsthafte Kandidaten sind, die Bürgermeister von Friesenheim werden wollen. Die Wahl zwischen dem Trio fiel nicht so eng aus, wie es so mancher im Vorfeld vermutet hatte. Erik Weide holte 45,21 Prozent der Stimmen, Julian Christ 34,61 Prozent und Rafael Mathis 19,42 Prozent.

»Ich freue mich über das Ergebnis«, sagte Erik Weide, der gleich bekräftigte, auch im zweiten Wahlgang antreten zu wollen. »Ich werde noch mal Vollgas geben.« Die anderen beiden Kandidaten müssen das Ergebnis dagegen erst einmal verdauen. »Ich werde im Kreis der Familie beraten, wie es weitergeht«, sagte Julian Christ, betonte aber auch gleich: »Ich kann mir sehr gut vorstellen, erneut anzutreten.« Es seien schließlich nur 600 Stimmen Unterschied zwischen ihm und Erik Weide. Rafael Mathis will ebenfalls erst »über das Ergebnis schlafen und dann überlegen, ob und wie es weitergeht«, sagte er dem Lahrer Anzeiger.

Allzu viel Zeit dürfen sich Christ und Mathis nicht mit dem Überlegen lassen. Bis Mittwoch, 27. Januar, 18 Uhr, müssen sie sich entschieden haben. Dann endet die Frist für die Bewerbung für den zweiten Wahlgang, der am Sonntag, 14. Februar, stattfinden wird. Es können sich übrigens auch neue Bewerber melden, sagte Roesner. Neben Weide ist jetzt schon sicher, dass Michael Eckardt weitermacht. »Natürlich ziehe ich nicht zurück«, sagte er dem Lahrer Anzeiger, der ihn am Abend telefonisch zu Hause erreichte.

 

Der Wahlabend im Liveticker

 

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Autor:
chs/maj/aro

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Kommentar

Wo sind  die Wähler?

Dass es kein Kandidat im ersten Wahlgang geschafft hat, ist wenig überraschend. Es sind drei gute, drei starke Kandidaten. Ob alle drei weitermachen, das wird sich entscheiden. Überraschend oder fast schon erschreckend war hingegen die Wahlbeteiligung. 52,53 Prozent – das ist nicht viel. Dabei ist es gerade die Kommunalpolitik, auf die die Menschen vor Ort noch eher Einfluss nehmen können als auf die »große« Politik in Stuttgart oder Berlin. Fühlen sich die Bürger in Friesenheim zu wohl? Oder war ihnen die Aus-Wahl zu groß? Konnten sie sich bei drei Kandidaten für keinen entscheiden? Das war einer der Gründe, der – neben der berühmten Politikverdrossenheit – am Sonntagabend genannt wurde. Sollte da was dran sein und ein Kandidat gibt auf, dann müsste die Beteiligung beim zweiten Wahlgang am 14. Februar hin die Höhe schnellen. Ich bin gespannt! 

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anja.rolfes@reiff.de

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