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Einbrecherbande aus Rumänien in Offenburg verurteilt

Diebe suchten sich in der Abenddämmerung ihre Ziele aus / Durch Routinekontrolle aufgeflogen
11. Februar 2016
&copy Marc Mudrak

Das Amtsgericht Offenburg hat drei Mitglieder einer Diebesbande zu Haftstrafen verurteilt. Das Trio aus Rumänien hat im August 2015 sechs Einbrüche im Raum Kehl und Gengenbach verübt. Ein 28-Jähriger muss für zweieinhalb Jahre ins Gefängnis, ein 30-Jähriger und ein 38-Jähriger für je dreieinhalb Jahre.

Richterin Ute Körner verurteilte die drei Männer am Dienstag wegen schweren Bandendiebstahls. Die Taten geschahen im Offenburger Umland zwischen dem 21. und 28. August 2015. Das Trio erbeutete Gegenstände im Gesamtwert von 20 000 Euro und richtete einen Sachschaden von insgesamt 14 500 Euro an. Gefasst wurden die Räuber auf der Rückfahrt in ihre rumänische Heimat am 31. August auf der A 6 bei Ansbach in Bayern. Dort gerieten sie mit Teilen der Beute in eine Routinekontrolle der Polizei. Seither saßen sie in Untersuchungshaft.

Die drei Männer – sie kannten sich seit Kindestagen aus ihrem Dorf in Rumänien – gestanden die Taten, widersprachen sich jedoch in Einzelheiten. Als sie am 18. August in Richtung Deutschland aufbrachen, habe der Vorsatz bestanden, hier Einbrüche zu begehen, sagten der 30-Jährige und der 38-Jährige. Der 28-Jährige stritt dies ab. Er habe geglaubt, in Deutschland einen Arbeitsplatz anzutreten.

Offenburg und das Umland waren wohl kein zufälliges Ziel des Raubzugs. »Andere Diebe in Rumänien haben uns gesagt, dass es hier viele nicht alarmgesicherte Häuser gebe«, sagte der 38-Jährige. Bei den Aussagen der Angeklagten wurde auch deren Vorgehensweise bei den Einbrüchen deutlich. »Wir sind tagsüber oder in der Abenddämmerung herumgefahren und haben uns umgeschaut«, berichtete der 38-Jährige. »In den Häusern, in denen kein Licht brannte, haben wir geklingelt. Wenn niemand öffnete, sind wir eingebrochen.« Sie hätten gezielt nach abgelegenen Anwesen gesucht.

Zwei Raubzüge

Im Raum Kehl brachen sie so in zwei Wohnhäuser und in eine Garage ein. Sie erbeuteten unter anderem Schmuck, Technikgeräte und Alkohol. Die zweite Tour führte sie nach Gengenbach. Dort brachen sie in drei Wohnhäuser ein, von denen allerdings eines ein unbewohnter Neubau war. Dabei stahlen sie unter anderem Fernseher, Besteck und Parfüms. Die Einbrüche erfolgten über Fenster und Türen, welche die Männer aufbrachen.

Die Beute sollte wohl unter den Dreien aufgeteilt werden. Einen Teil des Diebesguts wurde schon mit einem Paket nach Rumänien geschickt. Richterin Körner ging davon aus, dass das Trio in wechselnder Besetzung eingebrochen ist. Der 28-Jährige beharrte jedoch darauf, er habe immer im Wagen gewartet. »Ich hatte kein Geld und war abhängig von den beiden anderen«, sagte er. Nur deshalb habe er mitgemacht. Der 38-Jährige sagte, er habe Geld für eine Augenoperation gebraucht und aus diesem Grund den Raubzug unternommen. Diese Begründungen ließ die Richterin nicht gelten.

Die beiden Älteren der Diebesbande sind vorbestraft und waren erst kurze Zeit vor dem Raubzug durch das Offenburger Umland aus dem Gefängnis freigekommen – sie waren in Dänemark wegen einer Einbruchserie, bei der auch ein Mann ums Leben kam, zu Haftstrafen verurteilt worden.

Mit dem Strafmaß von dreieinhalb Jahren für den 38-Jährigen und den 30-Jährigen blieb das Gericht vier Monate unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die zweieinhalbjährige Haftstrafe für den 28-Jährigen wurde nicht wie vom Verteidiger gefordert zur Bewährung ausgesetzt. Seinen Fall bewertete das Gericht als minderschwer – er war nicht vorbestraft.

Harte Worte an das Trio

Bei der Urteilsverkündung fand Richterin Körner harte Worte für die drei Männer. »Sie offenbaren ein gewaltiges Maß an krimineller Energie«, sagte sie an die Adresse des 28-Jährigen. Den mehrfach vorbestraften 30-Jährigen bedachte sie mit den Worten: »Bei Ihnen ist Hopfen und Malz verloren.« Dem 38-Jährigen sagte sie, er hätte das Geld für die Fahrt nach Offenburg besser für die Augenoperation verwendet.

Autor:
Marc Mudrak

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