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Gengenbach / Diersburg

»Eine Geste der Versöhnung«

Dreharbeiten im zauberhaften Baden für Teil zwei der schwäbischen Komödie »Die Kirche bleibt im Dorf«
16. Juli 2014
&copy Marc Faltin&copy Marc Faltin

Gestern war Gengenbach mal wieder Schauplatz von Dreharbeiten – diesmal für den zweiten Teil der deutschen Erfolgskomödie »Die Kirche bleibt im Dorf«. Dafür wurde die Volksbank zur »Reichenbacher Kreditanstalt«, am Alten Kaufhaus entstand zudem für einen Tag ein italienisches Eiscafé namens »Venezia«.

Gengenbach. Die Hollywoodschen Dreharbeiten für »Charlie und die Schokoladenfabrik« 2005 und im Dezember 2013 für die »ZDF-Weihnachtsfeier mit dem Bundespräsidenten« erforderten den größten Aufwand der zahlreichen Film-Teams, die in den vergangenen Jahren Gengenbach und die Altstadtkulisse als idealen Schauplatz einstuften. Auch die »Fortune Cookie Filmproduction« mit Sitz in Hamburg betrieb gestern reichlich Aufwand, um drei Szenen für Teil zwei der Komödie »Die Kirche bleibt im Dorf« zu drehen. Der Klosterparkplatz war für Technik-Lastwagen reserviert, das Gemeindehaus St. Marien wurde zur Kantine.
20 Schauspieler und 60 Mitarbeiter bilden jenes Team, das in Hamburg 16 und im Badischen 21 Drehtage auf dem Programm hat. Das Drehbuch schrieb erneut Ulrike Grote, die zudem Regie führt und selbst im Scheinwerferlicht sitzt. »Es ist großartig hier in Gengenbach, die Altstadt unglaublich hübsch, dazu all die zuvorkommenden Menschen«, schwärmt die gebürtige Bremerin, die in Pforzheim, an der Grenze zwischen Baden und Württemberg, aufwuchs und lacht: »Dass wir erneut einen schwäbischen Film im Badischen drehen, ist eine Art Friedenskonferenz.«
Von einer »Geste der Versöhnung« spricht schmunzelnd Natalia Wörner, die zur deutschen Beletage ihrer Branche zählt und wie ihre Kolleginnen mit den anderen Hauptrollen in oder um Stuttgart herum geboren ist, die erneut zu ihren Wurzeln zurückkehren. Karoline Eichhorn und Julia Nachtmann amüsieren sich in der Kaffeepause ebenfalls schwäbelnd über die vermeintliche Rivalität zwischen Württemberg und Baden, die vielleicht noch in der Welt des Fußballs bestehe. Wie sonst könnten sich Schwäbinnen derart sauwohl hier in badischen Gefilden fühlen? Sie sind dankbar, dass Produktionsleiterin Beatrice Hallenbarter und Ulrike Grote mit Gengenbach ein solch »wunderschönes Städtchen« als Quartier und Schauplatz für den filmischen Ausflug der Häberles auserkoren haben, die einfach mal ausbrechen wollen aus dem tiefstprovinziellen Alltag, der übrigens im nahen Diersburg an fünf Drehtagen eingespielt wird. Dort ist das Team heute, Mittwoch, letztmals im Einsatz, bevor der Tross nach Emmendingen weiterzieht.
»Des Kräutergärtle« hinter der Stadtkirche lobt Karoline Eichhorn ausdrücklich im Dialekt über den grünen Klee, Natalia Wörner rühmt die Spazierwege rund um Gengenbach und Sabine Hahn, natürlich ebenfalls Schwäbin, zeigt sich angetan vom Kapellenbergle und Ritter auf dem Röhrbrunnen. »Zauberhaft ischs«, lächelt die äußerst lebenserfahrene Schauspielerin entzückt. »Dieses Gengenbach bleibt uns auch deshalb ewig in Erinnerung«, sagt Natalia Wörner, »weil wir zusammen im Sebästchens beim Sportverein am Sonntag das WM-Finale angeschaut haben.« Die dortige »Superstimmung«, so Julia Nachtmann, »passt zu uns«. Und »der Zusammenhalt unserer Weltmeister auch«, freut sich Karoline Eichhorn.
Mit »Superstimmung«
Die Stimmung im Team sei, sagt Ulrike Grote, »sogar noch besser als 2012 beim ersten Teil«. Was nicht zuletzt mit Gengenbach und den »hervorragenden Unterkünften« zu tun habe. Wohlfühlambiente spiele eine wichtige Rolle. Denn »wir haben beim Dreh einen Zwölf-Stunden-Tag, und das fünf oder sechs Tage in der Woche«, verdeutlicht Natalia Wörner eine andere Form des Aufwands auch für die Zeit in der badischen Idylle. Mehr als drei Minuten von »Täterätää«! Die Kirche bleibt im Dorf 2« spielt in Gengenbach – oder Unterreichenbach, wie es im Drehbuch steht. Ulrike Grote lacht, als sie vom Zufall erfährt, dass die größte Ortschaft Gengenbachs ausgerechnet Reichenbach heißt. Dass an der Volksbank gestern ein großes Schild »Reichenbacher Kreditanstalt« hing, solle einen möglichen Vorwurf der Schleichwerbung, so Beatrice Hallenbarter, vermeiden. Denn bei einer längeren Szene auf dem Marktplatz sei im Hintergrund dieses Gebäude zu sehen. Der Teufel steckt auch für die Filmemacher im Detail, die gottfroh sind über das rechtzeitig schöne Eiscafé-Wetter. Die Unwetter am Wochenende hätten die eine oder andere Drehplanänderung und Improvisation erfordert.
Am wichtigsten aber, so Ulrike Grote, sei es, »dass die Leute im Kino wieder großen Spaß haben.« Und mit mehr als einer halben Million Besuchern bis Jahresende platzierte sich Teil eins auf Platz 15 der meistgesehenen deutschen Kino-Produktionen 2012. Im Sommer 2015 könnte das nächste Erfolgskapitel folgen.

Autor:
Marc Faltin

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