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»Fisch gibt’s nicht alle Tage«

Fischmarkt auf dem Marktplatz begeistert angenommen / Spezialitäten aus dem Norden nachgefragt
15. Oktober 2012
Zufriedene Händler wie Kunden und hanseatisches Flair unter einem Himmel, der sich gnädig zeigt: Bei einer Zwischenbilanz kann der vierte »Hamburger Fischmarkt« auf dem Offenburger Marktplatz als Erfolg verbucht werden.

Offenburg. Das Geschäft auf dem Hamburger Fischmarkt teilt sich in zwei Hälften: Da sind zunächst die Stände, an denen die maritime Köstlichkeit direkt zum Verzehr angeboten wird wie bei Fabian Haase: Ausgebacken und mit Bratkartoffeln serviert, ist bei ihm Schellfisch verzehrfertig zu haben.

Ein junges Paar überlegt noch. »Wir sind nur zufällig hier, gegessen haben wir noch nicht – Fisch gibt es nicht alle Tage.« Die Entscheidung bereits getroffen hat ein Paar aus Neuried, das sich den Fisch schmecken lässt: »Wir sind Fischesser.« Und wie im hohen Norden üblich, gibt es keinen Wein, sondern ein herbes Bier dazu. »Wir komm’ aus Hamburch, wir bring’ Bier mit«, sagt Fabian Haase mit norddeutschem Zungenschlag, nach seiner »Weinempfehlung« gefragt. Insgesamt ist er sehr zufrieden damit, dass der »Hamburger Fischmarkt« so gut angenommen wird und das »Publikum so nett« sei. Auch Mario Traber hat eine Fischspezialität dabei, deren Ursprung weit im Norden liegt, wenn er selbst auch aus Elzach kommt. Sein Stand, an dem nach skandinavischer Art »Flammlachs« zubereitet wird, fasziniert schon wegen der markanten Feuerstelle, an der zu beiden Seiten die Lachshälften an Weißbuchenscheiten hängen und langsam durchgegart werden. »In der Einöde hängt man den Lachs an einen Baum«, erklärt er die Entstehungsgeschichte der Zubereitungsart, die den Fisch saftig lässt. Der achtjährige Tobias Eismann aus Reichenbach bei Lahr, mit der ganzen Familie auf dem Fischmarkt unterwegs, betrachtet sich das Spektakel fasziniert. Ganz unerfahren ist er in Sachen Fischzubereitung nicht, denn sein Opa ist im Angelverein und räuchert seine Fische sogar selbst. Allerdings wohnt der in Sachsen-Anhalt und ist daher nicht immer verfügbar. Ob er seinem Opa die rustikale Zubereitungsart empfehlen werde? »Hmmm«, da schaut der junge Mann ein bisschen skeptisch.Der markante zentrale Punkt, das große Schiff, bringt einen authentischen Farbtupfer auf den Offenburger Markt. Fehlt nur die Meeresbrise. In der Nähe sitzen Sancha, Caroline und Alicia aus Ohlsbach und Durbach. Die 15-jährigen Freundinnen sind zum ersten Mal auf dem Fischmarkt, haben Calamares probiert und sind geteilter Meinung. Aber die Pommes mit Mayo sind lecker, da herrscht Einigkeit.Krabben zum PuhlenEin Paar aus Ringsheim betrachtet fasziniert die Auslagen bei Klaus Moritz, der frischen Fisch anbietet. »Wir haben eine Spazierfahrt gemacht und sind gar nicht gezielt hier her gekommen, aber wir essen viel Fisch und machen öfters an der Nordsee Urlaub. Und hier gibt es die Krabben zum Selbstpuhlen.« Ob sie das denn können? »Na klar doch. Man kann alles lernen.«Klaus Moritz selbst ist zufrieden mit dem badischen Publikum. »Die lassen sich gern beraten, nehmen auch Mal einen Fisch mit, den sie noch nicht gekannt haben und probieren ein neues Rezept aus.« Und im Gegensatz zu seinem Kollegen hat er eine Weinempfehlung parat: »So streng ist das heute doch ohnehin nicht mehr. Ein trockener Weiß- oder Rotwein geht immer zu Fisch.« Der Fischmarkt gastiert bis Sonntag, 21. Oktober, jeweils von 10 bis 21 Uhr auf dem Marktplatz in Offenburg.

Autor:
regina heilig

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