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Offenburg

Schwule und Lesben demonstrieren gegen Homophobie

Rund 100 Teilnehmer setzten am Samstag in der Innenstadt ein Zeichen für mehr Toleranz
29. Februar 2016
&copy Lukas Habura

Unter dem Motto »Stoppt Homophobie« demons­trierten am Samstag in der Offenburger Innenstadt rund 100 Menschen. Sie waren dem Aufruf von Stefan Kornmeier gefolgt, der die Kundgebung privat organisiert hatte.

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29.02.2016 - Ortenau Aktuell

 Rund 100 Teilnehmer zogen bei einer Demonstration am späten Samstagnachmittag vom Marktplatz aus durch die Innenstadt, um auf die Diskriminierung von Homosexuellen aufmerksam zu machen. Sie sei immer noch ein großes Thema in der Gesellschaft, so der Initiator der Demo Stefan Kornmeier (21) aus Friesenheim. Er hatte im Alleingang über Zeitungen und Internet dazu aufgerufen, sich gegen Homophobie stark zu machen. Laut ihm war es die erste Veranstaltung dieser Art in Offenburg. Homophobie – dieser Begriff bezeichnet eine feindlich oder abwertend auftretende soziale Erscheinung gegenüber gleichgeschlechtlicher Liebe. 

Ein Stand mit Info-Material und bunten Luftballons war auf dem Marktplatz platziert, das Lokal »Tabu Gayclub« aus Offenburg hatte einen Musikwagen aufgebaut, der später den Zug mit lauter Tanzmusik anführte. Nur zögernd füllte sich der Platz, kaum jemand von den Passanten wusste zunächst, um was es geht. Das erklärte sich durch den Auftritt der bekannten Drag Queen Dita Whip aus Freiburg, die in ihrem Statement deutlich machte, wie schwierig es für Menschen sei, außerhalb einer Norm, der Heterosexualität, zu leben und zu lieben. Stefan Kornmeier hatte zuvor eine Denkminute für die ermordete junge Frau aus Legelshurst angeregt. 

Die überwiegend jungen Männer und Frauen der Demogruppe stellten sich danach den Fragen des Publikums. Von ihrer Seite kam offene Bereitschaft, sich mit der Bevölkerung über die Thematik auszutauschen. Und da war schon Aufklärungsarbeit gefragt, als ein Bürger wissen wollte, was schwul und lesbisch sei. »Sind das nun Männer oder Frauen, oder was?«, fragte er. Kevin, der als Dirndl verkleidet gekommen war, plauderte angeregt mit Neugierigen.

Fahnen und Aufkleber

Institutionen wie die Aids-Hilfe Offenburg, die Anarchistische Initiative Ortenau oder ein Vertreter der Piratenpartei zeigten Flagge. Fahnen, Schilder, Aufkleber und bunte Tücher ließen das Logo der Demonstration »Colors oft he Rainbow« leuchten. Beim Zug durch die Straßen reihten sich spontan etliche Leute ein. Drei Polizeibeamte flankierten den Fußmarsch durch Haupt-, Post- und Steinstraße um dessen Verkehrssicherheit im öffentlichen Raum zu gewährleisten.

Die Reaktionen am Rand fielen recht unterschiedlich aus. Manche zückten ihr Handy, andere lächelten oder wunderten sich. Ein Ehepaar meinte wohlwollend, dass doch »jeder so lieben soll, wie er möchte«. Weniger positiv äußerte sich ein Mann am Fischbrunnen, rechtlich sei die Lage der Homosexuellen doch klar, »was gibt es denn da zu demonstrieren?«, verwies er auf manche, seiner Meinung nach, wichtigeren Probleme. 

Zwei lesbische Frauen mittleren Alters hatten sich mit einigem Herzklopfen, wie sie gestanden, der Kundgebung angeschlossen. Ja, Bekannte und Freunde wüssten um ihre Partnerschaft, doch es sei immer noch auf vielen Feldern, wie Arbeitsplatz oder Wohnungssuche, schwierig, sich zu outen. Dazu käme der wachsende politische Rechtsruck, die Verunsicherung der Gesellschaft durch den Zuzug anderer Kulturen, meinten einige der Teilnehmer der Kundgebung, die ihren Namen nicht nennen wollten. 

Zum abschließend geplanten »Kiss in« auf dem Marktplatz fanden nur wenige den Mut. Ein Küsschen jedenfalls gab es für den Initiator Stefan Kornmeier von der platinblonden Drag Queen. Aber alle zusammen ließen dann die bunten Luftballons in den Offenburger Himmel steigen. 

Autor:
Ursula Gross

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