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Unerhört viele Spannungselemente

Stadtkapelle bietet reizvollen Konzertabend mit umjubelten Gesangeinlagen / Auch Nachwuchs entzückt
27. März 2012
Eine Stadtkapelle wie aus einem Guss und ein vielversprechender Talentschuppen machten den Konzertabend am Samstag in Gengenbachs Stadthalle zu einem erhebenden Konzerterlebnis. Dazu bekamen die Zuhörer in den voll besetzten Reihen mit Gesangeinlagen zusätzliche Sahnehäubchen serviert.

Gengenbach. Daniel Rösch, der Vorsitzende der Stadtkapelle Gengenbach, begrüßte beim Konzertabend unter den Gästen Bürgermeister Thorsten Erny. Stadtmusikdirektor Josef Loosmann zeigte mit seiner Kapelle inhaltlich und in der musikalischen Umsetzung eine ausgefeilte Leistung. Dass ihm um den Nachwuchs für sein Blas­orchester nicht bange sein muss, zeigte Daniel Obert mit seinen »YoungStars Gengenbach«, dem Nachwuchsteam der Kapelle. Loosmann hatte sich für diesen Abend der zeitgenössischen Musik gewidmet. Mit Ausnahme des Eröffnungsstücks »Lichtblicke« von Kurt Gäble durften sich die Zuhörer an bekannten Filmmelodien erfreuen.

Bei »Halleluja«, »Gabrielas Song« und dem gewitzten »Ich will keine Schokolade« staunte das Publikum über den behutsam ausbalancierten Orchesterklang sowie die drei Gesangsolisten. Bei »Halleluja« von Leonard Cohen ergänzten sich Julia Späth und Dominik Binning zu einem samtweichen Duettklang, der vom Orchester auch stimmlich getragen wurde. Katharina Eckel überraschte mit zwei gegensätzlichen Liedern. Auch in den Höhen kristallklar meisterte sie den in schwedischer Sprache feinfühlig vorgetragenen »Gabrielas Song«. In krassem Gegensatz dazu schmetterte sie als richtig freche Göre kess Jack Morrows »Ich will keine Schokolade«. Ihre stimmliche Prägnanz und akkurate Gestik wurden mit tosendem Applaus bedacht. Jürgen Fuggenthaler, erneut souveräner und schlagfertiger Moderator, überreichte der jungen Sängerin zum Ergötzen der Zuschauer trotzdem eine Tafel Schokolade in Maxigröße.

Zumindest zu Beginn jedes neuen Musikstückes erzielte auch das dazu präsentierte Titelbild im Bühnenhintergrund seine hörbare Wirkung im Publikum. Das übertrieben in die Tasten hauende Krokodil zu Elton Johns »Crocodile Rock« im beherzt und schwungvoll gespielten Vortrag der »Youngstars« war dafür ein Paradebeispiel. Auch das mächtige Bildnis des Löwen zur Titelmelodie »The Lion King« von Elton John unterstützte die Wirkung der geschlossen fließend ausgespielten Titelmelodie.

Überhaupt gelang es den Musikern um ihren langjährigen Stadtmusikdirektor immer wieder, den Zuhörer in ihren elegisch strömenden Traumpassagen mitzunehmen und in unbekannte Welten zu entführen. Vor lauter betörender Hingabe an das musikalische Bühnengeschehen setzte der Applaus oft erst nach dem schreckhaften Erwachen in der plötzlichen Stille ein. So besonders auffallend nach dem mächtigen Klangfinale von »The Chronicles of Narnia«. Witziges und Ironisches, Tragisches und Dramatisches – eine unerhörte Vielfalt von musikalischen Spannungselementen sprachen das Publikum an. Mit der Filmmusik zu »Exodus« wurde an die Anfänge des Staates Israel erinnert. Zwischen weiten, sich dynamisch entfaltenden Melodienbögen hämmerte das Schlagwerk Gewehrsalven, während der junge Paul Newman unverschämt gut aussehend von der Leinwand schaute – ein Hochgenuss sinfonischer Blasmusik.

Zehn Leistungsabzeichen

Mit fünf Titeln gestaltete Daniel Obert mit seinen YoungStars den ersten Teil. Für ihren beschwingt und akzentuiert vorgetragenen »Crocodile Rock« durften sich die jungen Musiker über Bravorufe und anhaltenden Beifall freuen. Mit dem Superschmankerl »Sister Act« verschaffte sich die Nachwuchstruppe einen starken Abgang. Zehn Nachwuchsmusiker wurden für ihre kürzlich verdienten Leistungsabzeichen vorgestellt. Das Leistungsabzeichen in Silber errangen Svenja Hottinger, Manuela Mehl, Jasmin Sester, Louisa Lorenz und Julia Späth, die Auszeichnung in Bronze Michael Huck, Alexandra Mehl, Branko Mehl und Sophia Schilli.

Autor:
Erich Fakler

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