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Werbetrommeln für die Heimat

»Akaranga« bringt bei Benefizkonzert Rhythmen aus Burundi und »Golden Harps« Vielstimmiges ein
10. März 2015
&copy Erich Fakler

Die Zuhörer in der restlos ausverkauften Mutterhauskirche erlebten am Sonntagabend ein farbenfrohes Konzert mit dem Trommel-Ensemble »Akaranga« und dem von Friedhelm Matter geleiteten Gospelchor »Golden Harps«. Der veranstaltende Förderverein Ortenau-Burundi darf sich auf einen stattlichen Erlös freuen.

Klangfarben, Kleidungsfarben und eine an  überwältigendes Abendrot erinnernde Altarraumillumination zogen Augen und Ohren in ihren Bann. Bevor die 19 Sängerinnen und sechs Sänger von »Golden Harps« mit Chorleiter Friedhelm Matter ihre zwölf Lieder darboten, gab es ein wahrhaft schlagendes Spektakel. Die Einnahmen des Benefizkonzerts dienen der Mitfinanzierung des Krankenhauses im burundischen Kayanza. Jürgen Hug vom Förderverein Ortenau-Burundi konnte dem Publikum sechs junge Trommler aus Burundi präsentieren, die mit ihren martialischen Trommelschlägen nicht nur die Bespannung ihrer rustikalen Holztrommeln testeten, sondern gleichermaßen die Trommelfelle der Hörer, ja sogar deren Zwerchfelle vibrieren ließen.

Trommelschläge, Sprechgesänge und barfüßige Tanzbewegungen verwoben sich zu einer rhythmisch komplexen Einheit. Optisch faszinierten nicht nur die unaufhörlichen Tanzbewegungen um und mit den Trommeln. Die Männer bewegten sich in Gewändern aus Rot und Grün, den Nationalfarben Burundis. Die Nationalflagge selbst schmückte die Zentrumstrommel.

Welch Kontrast dazu die Band der »Golden Harps« aus Lahr, die anschmiegsam und leicht ihren Chor begleitete. Dass der Chor nicht nur eine gewaltige Bandbreite von stimmsicheren Akteuren, sondern auch kompositorische Talente zu seinen Mitgliedern zählt, zeigte die Uraufführung an diesem Sonntagabend. Jutta-Lotte Busch schrieb Musik und Text von »Pick me up« und interpretierte das Lied selbst als Solistin. Ein harmonisch fließender Refrain liefert den warmen Kontrast zum leichtfüßigen  Sopran der Solistin. War die Eigenkomposition von Anmut geprägt, bot Solist Michael Steiner im abschließenden »The Lord just keeps on blessin‘ me« eine Demonstration der eigenen Sangeskunst und ein Beispiel überbordender Musikalität des Gospelgesangs.

Inklusive Uraufführung

Die Beschwörung des göttlichen Segens erfasst den ganzen sakralen Raum. Chor und Publikum werden eins. Die Zuschauer klatschen, auch die Kinder in der vordersten Zuschauerreihe sind dabei. Frenetischer Jubel brandet auf. Felicitas Klenert prägte als selbstsichere und authentische Solistin das drittletzte »We believe in another kingdom«. Konsistente Klangströme und strahlende Stimmen setzen »The voices cry upside« ergreifend in Szene. Sichtlich wohl fühlt sich Jessica Sohn im Solopart von »I go to the rock«, dem vorletzten Programmlied. Mit glockenreiner Stimme lotet sie das Gestaltungspotenzial ihrer Melodienvorgabe aus.

Dann erschüttern noch einmal die hammerharten Schläge der »Akaranga«-Trommler den letzten Winkel der Kirche, bevor sie mit gezügelter Trommelkraft zwei Lieder mit den »Golden Harps« rhythmisch begleiten. Während sich nach Konzertende die Zuhörerschlangen langsam zum Ausgang bewegen, begleitet sie weiter der Trommelklang. Ein Blick zurück zeigt aber, dass jetzt die Kinder aus den vorderen Reihen die Trommelfelle bearbeiten. Das Wunschinstrument für zu Hause scheint gefunden.

Autor:
Erich Fakler

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