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Wie viel nackte Haut ist erlaubt?

In Offenburg gelten klare Regeln beim sommerlichen Baden / Die Kinder sollen auch geschützt werden
12. August 2013
&copy Archivfoto

Badehöschen bei den Sprudlern? Oben ohne im Freibad? Was in Offenburg geht und was nicht, regeln verschiedene Ordnungen. Dass ein Zuviel an nackter Haut verboten ist, hat hygienische Gründe, soll aber auch zum Schutz von Kindern dienen. Für FKK-Fans gibt es in der Umgebung Möglichkeiten.

Nicht schlecht staunte eine Mutter, als für den Kindergartenbesuch an den Sprudlern auf dem Marktplatz ein Dresscode ausgegeben wurde. Ein Badehöschen reiche nicht; für kleine Mädchen seien ein Bikinioberteil oder ein Badeanzug erforderlich, erklärten die Erzieherinnen. Tatsache ist, dass bei den Sprudlern auch kleine »Nackedeis« herumrennen. Möglich ist das, weil »das kein offizieller Badeplatz ist«, wie Heidi Haberecht, Pressesprecherin der Stadt Offenburg, sagt.

Für die Kleinsten Pflicht

Allerdings rate sie dazu, den Kindern Badekleidung anzuziehen. Das sei auch in den städtischen Kindergärten üblich, bestätigt Karina Langeneckert. Die Abteilungsleiterin Familie, Jugend und Senioren der Stadt Offenburg erklärt, warum:

»Man weiß nie, auf welche Menschen man trifft.« Gerade an den Sprudlern bestehe reichlich Gelegenheit, die tobenden Kinder zu beobachten. In den städtischen Kindergärten würden die Eltern zu Beginn der Saison die Badebekleidung deponieren, die sie für ihre Kinder als passend erachten. Die wird getragen – ob es an die Sprudler geht, zum Schwimmen oder im Wasserbereich im kindergarteneigenen Hof geplanscht wird.

Ein »Paradies für Pädophile« seien Badestrände und Kleinkinderplanschbecken, räumt auch Dirk Hesse ein. »Das lernt man bei jedem Schwimmeisterlehrgang als Erstes«, sagt der Pächter des Gifiz-Strandbades.

Aber nicht nur deshalb besteht auch für die Kleinsten Badehosen-Pflicht: »Schnell ist im Wasser oder in der Sandgrube ein Malheurchen passiert.« Das sei unhygienisch. Deshalb sollen Eltern auch den »Quitschies«, wie die kreischenden Kleinen genannt werden, ein Höschen anziehen. Oder, noch besser, eine Badewindel. Hesse: »Sie ist direkt bei uns erhältlich und kann auch gewaschen werden«, sagt Hesse.

Oben ohne ist tabu

Für erwachsene Damen gilt: Oben ohne ist nicht gestattet. Weder im Stegermattbad noch am Gifizstrandbad sind entblößte Brüste geduldet. Kommt das vor, wird der Bademeister aktiv. »Egal um was für einen Verstoß gegen die Badeordnung es sich handelt, die Kunden werden höflich angesprochen und darüber aufgeklärt«, erklärt Monika Wagner, Leiterin der Abteilung Bäder, das Prozedere. Bei Wiederholung könne, je nach Schwere des Verstoßes, sogar ein Badeverbot ausgesprochen werden.

Allerdings sei das sehr selten, dass überhaupt eine Dame auf die Idee käme, ohne Bikinioberteil im Bad zu flanieren. Auch Dirk Hesse kann sich nicht erinnern, dass er jemanden auf die Regelung hätte aufmerksam machen müssen. »Die Badegäste wissen Bescheid.«

Kein Dresscode

Auch die Herren waren vor Jahren mal im Fokus der Aufmerksamkeit: Landauf, landab wurde verfügt, dass sie nicht mehr mit Badebermudas ins Schwimmbecken sollten. Der Grund: Es würde zu viel Wasser aus dem Becken transportiert. Ein solcher Dresscode, erinnert sich Wagner, sei auch für die Offenburger Bäder im Gespräch gewesen. Aber: »Es kam nie dazu.« Folglich sind für die Männer weiterhin Badehosen jeden Schnitts legal.

Was hingegen nicht geht: dass Unterwäsche unter den Badeshorts getragen wird. Richtig kontrollierbar sei das freilich nicht, räumt Wagner ein, aber oft verrate sich die Klientel: »Die Jugendlichen, die ja meistens die Badeshorts tagen, finden es cool, wenn die Unterhose zu sehen ist.« Fällt das auf, »werden sie von unserem Personal darauf angesprochen«.

Mehr Freiheiten an Seen

An den Seen ohne offiziellen Badestrand haben die Besucher meist mehr Freiheiten, wenn sei die Hüllen fallen lassen wollen. Im Internet beispielsweise wird der Burgerwaldsee unter FKK-Freunden gehandelt. Der Badesee zwischen Offenburg und Schutterwald verfügt nicht nur über eine angelegte Liegewiese, sondern auch über einen »offiziellen« textilfreien Bereich.

Wenn Hesse gefragt wird, verweist er die Gäste nach Achern: »Dort gibt es wirklich einen offiziellen FKK-Strand.« Aber das käme kaum vor.

Autor:
Bettina Kühne

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