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Dossier: 
Rheintalbahn-Ausbau

Bahn: Offenburger Tunnel nicht vor 2035 realistisch

05. Februar 2016
&copy Archiv/Ulrich Marx

Nach den Plänen der Deutschen Bahn soll der Offenburger Gütertunnel  und die Gütertrasse an der A 5 nach Riegel Ende 2035 in Betrieb genommen werden.

Nach dem Bundestagsbeschluss zum Ausbau der Rheintalbahn zwischen Offenburg und Basel hat die Bahn ihren »Rahmenterminplan« für das fast neun Milliarden Euro teure Projekt vorgelegt. Demnach gehen die Planer der DB Netze AG nun von einer Planungs-, Genehmigungs- und Bauzeit von 20 Jahren aus. 

Der zweiröhrige Gütertunnel für Offenburg sowie die zweigleisige Güterbahn an der A 5 zwischen Offenburg und Riegel soll Ende des Jahres 2035 in Betrieb gehen, erklärte Sven Adam am Freitag vor Journalisten in Karlsruhe. Er ist der verantwortliche Leiter dieses Streckenabschnitts. »Erst recht hat dabei der Offenburger Tunnel Priorität«, sagte Adam. Zur Begründung für den langen Zeitraum bis zum Abschluss der Arbeiten sagte er: »Wir starten ein komplett neues Projekt.« 

Die Bahnplaner beginnen den Angaben zufolge in diesem Jahr mit der Grundlagenermittlung und Vorplanung, die bis 2019 dauert. Die Genehmigungsphase inklusive der Planfeststellungsverfahren soll 2024 abgeschlossen sein. Von 2027 an wird dann rund acht Jahre lang gebaut. Beim Katzenbergtunnel, der länger ist als es der Offenburger Tunnel werden wird, war neuneinhalb Jahre gebaut worden.

Erst wenn Tunnel und A 5-Parallele in Betrieb gehen, starten die Arbeiten an der Bestandsstrecke zwischen Offenburg und Riegel (wir berichteten). Dort wird die Strecke für Tempo 250 ausgebaut, wozu eine Kompletterneuerung des Gleisuntergrundes sowie völlig neue Gleisanlagen nötig sind. Auch wird es an der jetzigen Bahnstrecke eine teilweise Viergleisigkeit geben. Eine Inbetriebnahme plant die Bahn für das Jahr 2041.

Weiterhin ungelöst ist die Frage, ob beim Bau der Autobahnparallele zwei Naturschutztunnel erforderlich werden, wie es die Bahn behauptet. Das Freiburger Regierungspräsidium sieht das gegenteilig. Der Leiter des Großprojekts Karlsruhe-Basel, Philipp Langefeld, sagte gestern, man werde dies im Lauf der Verfahrens im Dialog klären.

Langefeld bestätigte weiter, dass zur weiteren Begleitung des Projekts − in Anlehnung an den Projektbeirat − der Konsensprozess mit der Region fortgeführt werden soll. Zwei Gremien werden dazu ins Leben gerufen − ein übergeordnetes und konzeptionelles Gremium sowie  regionale Begleitgruppen, denen auch die Bürgermeister vor Ort angehören sollen. 

Autor:
Andreas Richter

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