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So viel Lärm machen die Güterzüge

Messstation bei Achern erfasst Bahnlärm an der Rheintalbahn / Daten aktuell im Internet abrufbar
14. April 2016
&copy LUBW&copy LUBW/Christel Stetter

Die erste landeseigene Messstation für Bahnlärm ist jetzt im Ortenaukreis in Betrieb genommen worden. Die Station bei Achern-Önsbach soll qualifizierte Daten über die Entwicklung des Bahnlärms liefern, wie das baden-württembergische Verkehrsministerium und die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) jetzt mitteilten.

Bisher betreibt das Land nur zwei Messstationen für Straßenverkehrslärm in Karlsruhe und Reutlingen. »Es gibt bislang kaum kontinuierliche Langzeitmessungen der Geräusche an Verkehrswegen«, sagte die Präsidentin der LUBW, Margareta Barth. Die LUBW habe 2013 den ersten Schritt gemacht und zwei Messstationen für den Straßenlärm installiert. »Nun weiten wir die Beobachtung auch auf den Schienenverkehrslärm aus.« 

Der viergleisige Abschnitt der Rheintalbahn bei Achern  ist Teil des wichtigen europäischen Rhein-Alpen-Korridors (Rotterdam-Genua) und gleichzeitig Teil des Rhein-Donau-Korridors (Straßburg-Schwarzes Meer). Für das Jahr 2025 werden den Angaben zufolge auf dem an meisten befahrenen Abschnitt der Rheintalbahn täglich 335 Güterzüge erwartet  – das wären durchschnittlich 14 Güterzüge pro Stunde. »Das ist ein Grund, weshalb wir diesen Ort für unsere erste Bahnlärmmessstation in Baden-Württemberg ausgewählt haben«, sagte Barth.

Laut der Mitteilung wies die Lärmbeauftragte der Deutschen Bahn, Ines Jahnel, da-rauf hin, dass der Schienenlärm bis 2020 gegenüber dem Jahr 2000 halbiert werden soll. Demnach wurden seit 1999 an rund 1500 Kilometern Schienenstrecke Lärmschutzmaßnahmen durchgeführt – Lärmschutzwände und Schallschutzfenster – und die Umrüstung der DB-Cargo-Güterwagen auf Flüsterbremsen gestartet. Bis Jahresende sollen 32 000 Waggons und damit die Hälfte der in Deutschland eingesetzten DB-Cargo-Güterwagen umgerüstet sein. 

Die Acherner Bahnlärmmessstelle erfasst zu beiden Seiten der Gleise kontinuierlich die Geräusche der vorbeifahrenden Züge. Wie es hieß, könne ausgehend von den gemessenen Werten auf die Geräuscheinwirkungen an beliebigen Immissionsorten entlang der Bahntrasse geschlossen werden. Die langfristig angelegten Beobachtungen machten es möglich, die akustischen Auswirkungen von Lärmschutzmaßnahmen an den Fahrzeugen oder von Änderungen der Verkehrsmenge zu erkennen. Die aktuellen Ergebnisse der Messungen können auf der Internetseite der LUBW abgerufen werden. 

Verkehrsministerium und LUBW verwiesen auch auf Lärmindices, die in den Gemeinden an der Rheintalstrecke zwischen Renchen und Achern-Önsbach nach Schätzungen überschritten werden. Bei einem nächtlichen Schallpegel von mehr als 55 dB(A) sind demnach in Ottersweier, Sasbach, Achern, Renchen und Appenweier knapp 2900 Menschen von Bahnlärm betroffen. Beim sogenannten Tag-Abend-Nacht-Lärmindex von über 65 dB(A) gelten knapp 1200 Menschen als belastet. Die Grenzwerte beziehen sich auf Empfehlungen des Landes in der Lärmkartierung von 2012. Landesweit sind von nächtlichem Schienenlärm fast 285 000 Anwohner betroffen. 

Autor:
Andreas Richter

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