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Vom Model zur First Lady?

Melania ist die schöne Frau an Donald Trumps Seite / Die 45-Jährige spricht vier Sprachen
15. März 2016
&copy dpa

Melania Trump wäre eine ungewöhnliche First Lady der USA. Die gebürtige Slowenierin, Donald Trumps dritte Ehefrau, war Model und hat keinerlei politische Ambitionen.
 

Über Donald Trump gibt es wohl nichts Wissenswertes, das nicht schon einmal irgendwo erwähnt, bewundert oder kritisiert worden wäre: sein Reichtum, seine gelegentlich zwielichtigen Geschäftspraktiken, seine Frauen (offiziell und legal bisher drei), sein Macho-Gehabe und die krasse, polternde Art, sich über alles und jeden auszulassen. Nachdem er sich in den Vorwahlen zur Präsidentschaft jetzt von den Mitstreitern absetzt, wendet sich die Aufmerksamkeit vom Mann auf sein Umfeld. Wer ist eigentlich die Frau an seiner Seite, Melania (45)?

Die derzeitige Mrs. Trump gelangte mit Hilfe ihres Aussehens vom heimischen Slowenien in die glamouröse Welt des Mr. Trump. Model mit 16, Vertrag in Italien nur zwei Jahre später. Das Studium von Design und Architektur hat sie zugunsten der einträglicheren Karriere als »menschlicher Kleiderständer« aufgegeben – die Quellen streiten sich, ob sie je den Abschluss gemacht hat oder das Studium nur hinwarf. Dann kam der Sprung nach New York, wo Melania, die damals noch Knauss hieß, 1998 auf einer Fashion-Week-Party Donald Trump vorgestellt wurde. 

Melania wollte sich zunächst nicht in die Legion der »Ex-Trump-Girls« einreihen. Ein Mädchen hat schließlich seinen Stolz. Und es hat, wenn es so aussieht wie Melania – 1,85 Meter groß, blaue Augen über hohen Wangenknochen, brünette Mähne und geschätzte 45 Kilo Lebendgewicht inklusive Manolo-Blahnik-Schuhe und Minikleid –, die große Auswahl. 

Melania ließ Trump warten und ging erst mal auf ihren nächsten Fototermin. Seine sprudelnde Art habe es ihr angetan, sagt sie in Interviews zum Thema. Und: »Bei unserem ersten Rendezvous haben wir stundenlang geredet.« Im Jahr 2005 knüpften der milliardenschwere Geschäftsmann und das Model den Bund fürs Leben. Standesgemäß wurde es ein rauschendes Fest auf dem Trump-Anwesen in Florida – und die geladenen Fernsehgrößen, Sportstars und Familie Clinton durften von den 3000 essbaren Rosen der Hochzeitstorte naschen.

Bilderbuchgemäß kam bald auch ein Kind dazu. Der kleine Barron William wurde 2006 geboren. Es gibt ein Foto, das die frischgebackene Mama mit ihrem Sohn auf dem Arm im goldenen Penthouse des Trump Towers in New York zeigt. Alles strahlt dort im Stil eines Mini-Versailles: Marmorsäulen, Kristalllüster und 24-karätige Zierleisten, wohin man auch schaut – ein verheerender Kontrast zu den industriell stahlgefassten Fensterfluten.

Geschmack lässt sich eben nicht kaufen, lästern Neider und deuten auch auf Melania selbst. Die zeigt sich natürlich in teurer und erlesener Designerkleidung, die inzwischen aus wesentlich mehr Stoff besteht als früher. 
Als ihr immer reger Ehemann kurz mit einer politischen Karriere innerhalb der »Reform Party« flirtete, ließ sie sich für das britische Magazin GQ auf einem Fell in Trumps Jet ablichten. Bekleidet nur mit Handschellen, die an eine Aktentasche gekettet waren – eine ganz andere Perspektive einer möglichen First Lady. Im gleichen Jahr ließ sie sich im scharlachroten Bikini auf einem dunkelblauen Teppich mit dem Siegel des US-Präsidenten ablichten. Ein Signal? Oder einfach nur Frechheit?
Vom Laufsteg zur First Lady? Das ist nicht der abwegigste Karrierepfad und auch nicht der neueste. Vorgelebt wurde das von Carla Sarkozy, die einst als Carla Bruni die Titel der Modemagazine zierte. Das »First Model« wäre Melania also nicht, aber immerhin das sprachbegabteste: Sie spricht vier Sprachen. Sie wäre seit 1825 auch die erste im Ausland geborene Präsidentengattin (Luisa Adams, die Frau von John Quincy, war Britin). Und die erste Drittfrau.

Autor:
Friedemann Diederichs

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