Berlin

Missbrauch russlanddeutschen Mädchens kommt vor Gericht

dpa
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28. Februar 2017
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In Offenburg demonstrierten etliche zumeist Russlanddeutsche wegen der angeblichen Vergewaltigung der 13-jährigen Lisa.

(Bild 1/2) In Offenburg demonstrierten etliche zumeist Russlanddeutsche wegen der angeblichen Vergewaltigung der 13-jährigen Lisa. ©Stephan Hund

Ein Missbrauchsfall im Zusammenhang mit dem russlanddeutschen Mädchen, das eine Vergewaltigung erfunden und damit international Wellen geschlagen hatte, kommt nun vor Gericht. Der Fall hatte Anfang 2016 für großes Aufsehen gesorgt, auch in der Ortenau kam es zu Demonstrationen von überwiegend Russlanddeutschen.

Die Berliner Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen einen Mann erhoben, der sexuelle Kontakte zu der damals 13-Jährigen gehabt haben soll, allerdings einvernehmlich. Dem 23-Jährigen werden schwerer sexueller Kindesmissbrauch und Herstellung pornografischer Schriften vorgeworfen, weil er die Tat gefilmt haben soll. Das sagte die Sprecherin des Landgerichts für Strafsachen am Dienstag. Zuvor hatten die Zeitungen »Bild« und »B.Z.« berichtet.

Mehrere hundert Demonstranten in Offenburg und Lahr

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Die Russlanddeutsche hatte mit Behauptungen über ihr 30-stündiges Verschwinden Anfang 2016 für Aufsehen gesorgt. Sie gab an, entführt und vergewaltigt worden zu sein, wofür die Ermittler keine Anhaltspunkte sahen. Der russische Außenminister schaltete sich ein, Hunderte Russlanddeutsche demonstrierten. Auch in Offenburg und Lahr waren insgesamt mehrere hundert Russlanddeutsche zu Demonstrationen zusammengekommen. Später stellte sich heraus, dass sich das Mädchen wegen Schulproblemen versteckt hatte.

Bei den Ermittlungen geriet der nun Beschuldigte in den Fokus: Er wurde verdächtigt, mit dem Mädchen vor ihrem Verschwinden einvernehmliche sexuelle Kontakte gehabt zu haben. Weil das Mädchen jünger als 14 Jahre war, macht sich ein Erwachsener auch bei freiwilligem Sex strafbar. Der Fall kommt laut Sprecherin vor ein Jugendschöffengericht. Ein Termin steht noch nicht fest.

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