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Mehr Geld fürs Korn

Die Getreidebauern können sich über höhere Erzeugerpreise freuen / Noch kein Ende in Sicht
08. August 2012
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Der Trend hält an: Die Getreidepreise legen auf breiter Front weiter zu. Für die Erzeuger von Weizen, Gerste oder Mais sind das gute Nachrichten, für Viehhalter wird die Lage jedoch immer schwieriger.

Karlsruhe/Muggensturm. Des einen Freud, des anderen Leid: Die steigenden Getreidepreise sorgen bei den Ackerbauern für gute Laune, bei den Viehhaltern hingegen für schlechte Stimmung. 20 Euro pro Tonne liegen die Getreidepreise in diesem Jahr über denen aus dem Jahr 2011. »Sie haben ein Niveau erreicht, das den Erzeugern wieder Mut macht und Orientierung gibt«, fasste es Ewald Glaser, Vorstandsvorsitzender der ZG Raiffeisen, gestern in Muggensturm zusammen.

Für Milchviehhalter und Schweinemäster hingegen ist Getreide ein entscheidender Kostenfaktor, denn es wird als Futtermittel eingesetzt. »Sie können die steigenden Futtermittelkosten nicht über steigende Verkaufspreise kompensieren«, sagte Glaser. »Damit wird sich die ohnehin angespannte Einkommenssituation vieler Milchvieh- und Schweinehalter weiter verschärfen.«

Laut Badischem Landwirtschaftlichen Hauptverband (BLHV) ist vor allem die Lage bei den Schweinemästern im Südwesten dramatisch. Sie erfuhren 2011 schon im dritten Jahr in Folge eine Einkommensminderung, weiter steigende Kosten werden für viele nun zu einer existenziellen Bedrohung. Auch Franz Utz, bei der ZG Raiffeisen für die Vermarktung verantwortlich, rechnet damit, dass viele Landwirte nun aus der Schweinehaltung aussteigen werden.

Laut ZG Raiffeisen liegt der Erzeugerpreis von Sommergerste derzeit bei etwa 220 Euro je Tonne. Bei Raps sind es 470 Euro pro Tonne, Weizen wird für 220 bis 230 Euro je Tonne gehandelt, Körnermais liege ebenfalls in diesem Bereich. Das Ende der Fahnenstange ist dabei wohl noch nicht erreicht. Laut einer Studie der UN-Landwirtschaftsorganisation FAO und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wird der Getreidepreis bis 2020 um weitere 10 bis 30 Prozent zulegen.

Einen wichtigen Teil dazu trägt auch die Energiewirtschaft bei. Laut Glaser fließen schon heute 65 Prozent der in der EU erzeugten Pflanzenöle in den Tank. Beim amerikanischen Mais sind es 40 Prozent. »Das Futter geht in vielen Lagern in den USA zu Ende. Deswegen fordern die Landwirte dort, dass die Ethanolanlagen ihre Produktion zurückfahren.« Die Auswirkungen steigender Getreidepreise auf Lebensmittel hält Glaser jedoch für gering: »Beim Brötchen macht der Wert des Getreides gerade einmal einen Cent aus.«

Im ersten Halbjahr 2011 konnte die ZG Raiffeisen ihren Umsatz um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 702 Millionen Euro steigern. Für das Gesamtjahr 2012 rechnet der Vorstand des Unternehmens mit einem Zuwachs von zehn Prozent auf rund 1,4 Milliarden Euro.

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Autor: 
Symanski Tobias

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