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Landwirtschaft

Grundwasser leidet unter zu viel Gülle

Bundesumweltministerin will bei Nitratbelastung gegensteuern / Geringere Werte im Südwesten / Hoher Wert in Neuried
03. Januar 2017
&copy dpa

Wegen anhaltend hoher Nitratwerte im Grundwasser pocht Bundesumweltministerin Hendricks  auf ein strengeres Düngerecht. Im Südwesten ist die Belastung geringer als im Bundesdurchschnitt. In der Ortenau überschreitet eine Messstelle den Grenzwert um über 100 Prozent.
 

Dem Grundwasser geht es dreckig – so steht es im gestern von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) vorgestellten Nitratbericht, der alle vier Jahre vorgelegt wird. Weil zu viel Kunstdünger und Gülle auf den Äckern landet, sind die Nitratwerte im Grundwasser überhöht. Nach dem Bericht wurde der zulässige Grenzwert zwischen 2012 und 2014 an 28 Prozent der Messstellen überschritten. In den vergangenen Jahren habe sich die Nitratbelastung »nur geringfügig verbessert«, heißt es in dem Papier. 
Hendricks (SPD) dringt nun auf ein strengeres Düngerecht. Die Neuordnung steht am 19. Januar im Bundestag auf der Tagesordnung. Bei der EU ist bereits ein Verfahren wegen der zu hohen Nitratwerte anhängig. Wo intensive Landwirtschaft betrieben wird – etwa Region in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen – ist die Belastung am größten.

Intensive Düngung in Neuried

In Baden-Württemberg ist die Lage weniger dramatisch. Nur an zehn Prozent der Messstellen wurde der Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter Grundwasser überschritten. »Baden-Württemberg steht gut da«, heißt es aus dem Umweltministerium auf Anfrage der Mittelbadischen Presse. Die Nitratbelastung habe sich auf den niedrigsten Stand seit 2012 und 1994 eingependelt. 
In der Ortenau befinden sich laut Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz (LUBW) in Friesenheim und Meißenheim zwei Brunnen deren Nitratbelastung über dem Grenzwert liegt. In Neuried wurden sogar über 100 Milligramm gemessen. Die Sprecherin wies jedoch darauf hin, dass der hohe Wert möglicherweise durch eine aktuelle intensive Düngen verursacht worden sein kann. Die positive Nitratbilanz im Südwesten sei kein Anlass, die Hände in den Schoss zu legen, so der Sprecher des Umweltministeriums. Die Politik wolle die Entwicklung unterstützen. Mit der sogenannten Hoftorbilanz werde den Landwirten gezeigt, wie der Nitratverbrauch weiter gesenkt werden kann. 

Im Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverband (BLHV) in Freiburg zeigt man sich besorgt darüber, dass das neue Düngerecht auf sich warten lässt. »Die Landwirte brauchen Planungssicherheit«, so der Sprecher. Wichtig ist zudem für den Verband, dass mit dem neuen Recht nicht alle Landwirte über einen Kamm geschoren werden. Im Schwarzwald gebe es keine so intensive Düngung wie in der tierintensiven Landwirtschaft in Norddeutschland. Insofern sollte die im neuen Düngerecht vorgesehen Dokumentationspflicht im Schwarzwald ausgesetzt werden. 

Autor:
Christoph Rigling

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