Interview

Anke Engelke: »Journalismus in Deutschland auf hohem Niveau«

Autor: 
Cornelia Wystrichowski
Lesezeit 4 Minuten
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05. November 2016
Anke Engelke lobt die deutsche Zeitungslandschaft.

Anke Engelke lobt die deutsche Zeitungslandschaft. ©dpa

Sie gilt seit Jahren als Deutschlands Comedyqueen: Anke Engelke (50). In dem ARD-Film »Tödliche Geheimnisse« (heute, 20.15 Uhr) zeigt sich die Entertainerin nun aber von einer völlig anderen Seite. 

Frau Engelke, Sie spielen eine Hauptrolle in dem Whistleblower-Drama »Tödliche Geheimnisse« über das Freihandelsabkommen TTIP, ein politisch hoch umstrittenes Thema. Sind Sie ein politisch engagierter Mensch? 
Anke Engelke:  Gegenfrage: Wenn ich ein unpolitischer Mensch wäre, würde ich meine Rolle dann anders spielen? Ich glaube nicht. Wenn man mir die Rolle des Jesus von Nazareth anbieten würde, dann würde ich mir überlegen: Wie ist das Drehbuch, wie ist die Figur? Dass ich selber kein religiöser Mensch bin, würde keine Rolle spielen. Für mich ist die persönliche Haltung eines Schauspielers sekundär – wir spielen. Wir tun so als ob.

Was hat Sie denn daran gereizt, in dem Thriller die Chefredakteurin eines Wochenmagazins zu spielen?
Engelke: Vieles. Rolle, Buch, Stab, Besetzung. Auch, dass es ganz weit weg ist von mir, eine Chefposition einzunehmen, in diesem Fall die einer Chefredakteurin. Das entspricht so gar nicht meinem Wesen, eigenverantwortlich ein Team zu führen. Ich habe mich für die Figur interessiert, für ihren Job, habe recherchiert, konnte in einer Redaktion eine Weile lang mitlaufen. Das hat mir sehr geholfen, weil ich mich beim Berufsbild Wochenmagazin gar nicht auskannte.

Aber Sie haben doch selber eine journalistische Vergangenheit, immerhin haben Sie zu Beginn Ihrer Karriere bei einem Radiosender eine Redakteursausbildung absolviert… 
Engelke:
Stimmt, der Journalismus spielt eine wichtige Rolle in meinem Werdegang, weil ich zwölf Jahre lang beim Südwestfunk war, deshalb kenne ich die eine Seite des Jobs. Dann hat sich das Blatt aber irgendwann gedreht und ich war meistens die Befragte und nicht mehr die Fragende, obwohl ich sehr gerne Fragen stelle. Insofern kenne ich beide Seiten, und ich konnte das für den Film auf jeden Fall nutzen. 

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Wie ist Ihr Verhältnis zu Journalisten?
Engelke: Ich habe im Rahmen der Dreharbeiten und in der Vorbereitung oft gedacht, dass ich mich gar nicht oft genug darüber freue, dass wir in Deutschland die Möglichkeit haben, jeden Tag ein Dutzend guter Tageszeitungen zu lesen. Ich bin wirklich die Letzte, die schimpft. Keine Frage, es gibt auch viel Müll, aber wenn wir wollen, können wir uns gut informieren, wir können uns ein Bild machen von Themen wie TTIP, und das verdanken wir einem Journalismus auf hohem Niveau in Deutschland. 

»Tödliche Geheimnisse« ist ein sehr ernster Film – das ist man von Ihnen kaum gewohnt…
Engelke: Ah, reden wir jetzt über Genres? »Tödliche Geheimnisse« hat mich manchmal an den Film »Liebesluder« von Detlev Buck erinnert, da habe  ich vor 16 Jahren mitgespielt. Meine Rolle war sauinteressant, eine extrem pointenfreie Figur, da wurde auch nicht gelacht. Aber ich habe mich sowieso noch nie auf das Genre Komödie reduziert, weil ich ja gar nicht vom Stand-up oder von der Bühne komme, sondern eher aus dem Bereich Moderation und Journalismus. Ich habe mich schon immer für Sprache interessiert, habe ein Lehramt-Studium angefangen und das nur abgebrochen, weil ich so viel in Baden-Baden gearbeitet habe. Beim SWR habe ich Kultursendungen gemacht, lange bevor ich komische Dinge im Fernsehen getan habe. Ich war anfangs gar nicht lustig.

Distanzieren Sie sich etwa von den vielen lustigen Sachen, die Sie in den vergangenen Jahren fürs Fernsehen gemacht haben?
Engelke: Auf keinen Fall, das ist doch wohl das Beste, was mir im Berufsleben passiert ist, und ich freue mich über jede Komödie, die als Drehbuch bei mir im Briefkasten landet. Aber mein Weg ins  komische Fach ist ja wirklich skurril: Bei der »Wochenshow« bin ich vor genau 20 Jahren nicht als Schauspielerin eingestellt worden, sondern als Nachrichtensprecherin. Der Produzent hat mich damals geholt, weil er wusste, dass ich aus der Welt der Nachrichten komme, Meldungen in Journalistendeutsch umschreiben und vom Teleprompter ablesen kann, ohne zu schielen. Für die Sketche war ich anfangs nicht als Lachgranate vorgesehen.

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